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Fichtenammer in Deutschland

FichtenammerAuch wenn eine Fichtenammer (Emberiza leucocephalos) in der Winsener Marsch an der Unterelbe die Twitcher in Deutschland in Atem hält, gilt die Fichtenammer  in Deutschland als Ausnahmeerscheinung.

Mehrfach wurde in den letzten Tag ein heller Ammernvogel zwischen ca. 400 Goldammern (Emberiza citrinella), 4 Grauammer (Emberiza calandra) sowie vielen Finken (Buchfinken (Fringilla coelebs), Grünfinken (Chloris chloris), Grünfinken (Carduelis chloris) und Stieglitze (Carduelis carduelis)) und Feldsperlingen (Passer montanus) gesehen. Auffallend waren die weißen Schirmfederränder. Allerdings waren alle Ammern sehr mobil und meist weit von den Beobachtern entfernt.

Die Fichtenammer ist in Sibirien als Brutvogel des offenen Kiefernwaldes westlich bis zum Ural weit verbreitet, wobei ihr Verbreitungsgebiet zur Brutzeit nur knapp in den europäischen Bereich reicht. Nach der Brutzeit wandert die Fichtenammer im Allgemeinen weiter nach Süden durch Asien. In der westlichen Paläarktis gibt es allerdings auch Gebiete, wo sie durchaus regelmäßiger, wenn auch als lokalisierter Winterbesucher angetroffen wird. So ist sie recht regelmäßig im Winter in Nordisrael zu sehen. Sie gilt als seltener Überwinterer in Italien (hauptsächlich in der Toskana) und als noch seltener im Süden Frankreichs. Interessant ist, dass Fichtenammern im 20. Jahrhundert ein kleiner, aber durchaus vertrauter Bestandteil der italienischen Avifauna waren. Die als „ungewöhnlicher“ Zugvogel und Überwinterer bezeichneten Art wurden in den nördlichen Regionen am häufigsten nachgewiesen; leider häufig durch Fang im Netz eines Vogeljägers. Vor den frühen 1970er Jahren waren Fichtenammern von Zeit zu Zeit im Angebot auf den Stadtvogelmärkten vertreten. Die italienischen Nachweise ließen danach im Einklang mit dem schwindenden Handel mit Sperlingsvögeln erheblich nach. Erst 1995 wurde in einem Dünengebiet nahe der Mündung des Flusses Serchio in der Toskana plötzlich bis zu 50 überwinternde Exemplare festgestellt.

Aktuell ist eine Fichtenammer auf Mallorca zu beobachten, die sich dort schon seit Dezember 2020 aufhält. Im Süden Europas lohnt sich also die aufmerksame Durchsuche von Ammerntrupps.

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Masseninvasion des Bergfinken in winterlicher Apaj-Pussta

BergfinkDas erste Ziel war Matrafüred, ein Wintersportort und ein Erholungsort in der Mátra im Norden Ungarns. Für westeuropäische Verhältnisse bemerkeswert war schon die geringe Scheu von Misteldrosseln (Turdus viscivorus) in den Obstbäumen auf die wir von unserer Pension praktisch auf Augenebene schauen konnten. Die Misteln zogen die Misteldrosseln magisch an. Daher ja auch der Name. Auch der ein oder andere Kernbeißer (Coccothraustes coccothraustes) trieb sich in den Obstbäumen herum. Für Westdeutsche auch das ein eher seltener Anblick. Ansonsten sass der Kernbeißer auf einer Regenrinne direkt vor unserem Dachfenster im Ort Matrafüred. Mit einem praktisch unmerklichen Aufhellblitz konnte ich ihn excellent und sehr scharf ablichten.

Nachdem es einige Tage geschneit hatte, wurde es zusehends trockener, aber auch deutlich kälter. Temperaturen unter -10° C waren keine Seltenheit. Einige Tage später, einen Tag nach dem Neujahrstag 1999, unternahm ich einen Ausflug von Budapest die Donau herunter in den NP Kiskunság. In der sogenannten Apaj-Pußta konnte ich eine Masseninvasion des Bergfinken (Fringilla montifringilla) bewundern. Die Luft war erfüllt von den Rufen der Finken. Über abgeernteten Sonnenblumenfeldern waren Schwärme zu sehen, die denen von Staren (Sturnus vulgaris) im Herbst in nichts nachstehen. In den blätterlosen Büschen nahebei hielten sich hunderte, ja tausende, von Bergfinken zur Rast auf. Ein eindrucksvoller Eindruck, den ich danach nicht mehr erleben durfte. Besonders auffallend war, dass die Bergfinken in artreinen Trupps unterwegs zu sein schienen. Jedenfalls habe ich – anders als es hierzulande der Fall ist – keine Buchfinken (Fringilla coelebs) dazwischen gesehen.

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Zugvogelbeobachtung am Tötschberg/ Eifel

Es war noch dämmrig, als ich in dem auf ca. 246m NN gelegene Bergkuppe Bürvenicher Berg direkt gegenüber vom Tötschberg ankam. Vor mir die Weite der Zülpicher Börde, die hier zu den Eifelbergen beginnt zu steigen.

Eingeleitet wurde der Vormittag mit einem Trupp von 3 Roter Milanen (Milvus milvus), die im aktiven Flug tief über den ansteigenden Äckern „Strecke“ machen wollten.

Der Vormittag zog sich mit vielen Zugbeobachtungen u.a. von Singdrosseln (Turdus philomelos) und Misteldrosseln (Turdus viscivorus) hin. Besonders war aber der Einflug eines jungen Habichtweibchens (Accipiter gentilis), das elegant über den Acker kreiste und sich dann in einer trockenen Holunderspitze niederließ. Das fand überhaupt nicht die Zustimmung eines Turmfalkenpaars (Falco tinnunculus), das daraufhin den Junghabicht vehement attackierte.

Auffallend waren die vielen Feldlerchen (Alauda arvensis), die ihre typischen Kontaktlaute im Flug riefen, schon von weitem im Osten zu beobachten waren und sich dann an dem Berg eine Ehrenrunde leisteten. Diese wurde gerne zum hin -und herfliegen genutzt. Dabei kam es dann auch immer wieder zu Flugmanöver und Interaktion en einzelner Exemplare, die einen gewissen Spaßfaktor zu zeigen schienen.

Der Buchfink (Fringilla coelebs) war im Untersuchungszeitraum die Continue reading Zugvogelbeobachtung am Tötschberg/ Eifel

Kernbeißer beobachten

KernbeißerIch verbrachte einige Zeit in der Sächsischen Schweiz am Großen Winterberg. Dort befindet sich in idyllischer Lage eine Jugendherberge, die mit großen Rotbuchen (Fagus sylvatica) und Ulmen (Ulmus glabra) umstanden ist. Die Herberge ist ziemlich alt und die Bäume standen ganz in der Nähe. Nah genug, um von einem Balkon direkt in das Kronendach der umstehenden Bäume zu fotografieren. Große Buchen und Ulmen laden Finken mit ihren frischen grünen Blättern Anfang Mai geradezu ein. Schnell war ein Kernbeißer (Coccothraustes coccothraustes) in einem Trupp Finken zu beobachten. Im Frühjahr mit dem Laubaustrieb fressen Kernbeißer frische Blätter genauso wie Buchfinken (Fringilla coelebs), Grünfinken (Chloris chloris) und Eurasische Gimpel (Pyrrhula pyrrhula).

Auch ein Blick aus dem Dachfenster einer Pension im ungarischen Bükk-Gebirge zeigte eines frühen Morgens einen Kernbeißer, der auf einer Dachrinne direkt am Fenster steht. Es war erstaunlich wie viele Kernbeißer sich bei einem Stadtrundgang an den Winterfutterplätzen in dem verschneiten Städtchen herumtrieben. Das ist man von Deutschland so nicht gewohnt. in Großbritannien Continue reading Kernbeißer beobachten

Buchfink mit Nistmaterial im Kiefernwald

Vor lauter Haaren – oder sind es Kiefernnadeln – sieht man den Besitzer fast nicht. Es ist ein Männchen eines Buchfink (Fringilla coelebs), das Nistmaterial für sein Nest gesammelt hat. Damit sieht der Buchfink wie mit einem ausladenden Schnurbart versehen aus.

Kurz vorher hatte ich dieses Buchfink-Männchen – vielleicht war er der Besitzer des Territoriums traf an einem schönen Vormittag in einem Waldstück bei Brandenburg auf ein anderes Männchen. Dieses Männchen saß regungslos etwas eingeschüchert ca. 1 Meter entfernt auf dem nächsten Ast. Es war offensichtlich ein Eindringling. Der Territoriumsbesitzer schwankte mit nach vorne gehaltenem Kopf vorwärts und abwärts und dann wieder zurück. Die weinrote Brust wurde durch diese Bewegung sehr schön betont. Das auffälligste Merkmal war aber der erweiterte weiße Schulterfleck auf den Flügeln, der zur Hälfte geöffnet und seitlich verlängert war. Die Flügel waren dabei leicht unten geneigt. Dies verlieht dem Vogel ein merkwürdig abgeflachtes Aussehen verlieh. Während des Schwankens stieß der Vogel schnelle, komprimierte, hohe Rufe, man kann sie fast als Liedphrasen bezeichnen, aus. Diese erschienen denen Lauten eines Rotkehlchen (Erithacus rubecula) sehr ähnlich.  Der Eindringling schien gebührend beeindruckt und nahm bald reißaus und wurde anschließend noch verfolgt. Anschließend konnte ich auch das Weibchen des Buchfinks Continue reading Buchfink mit Nistmaterial im Kiefernwald

Kleiber, verbissen im Kampf

Ein Frühlingstag in einem Auenwald in meiner Heimatstadt. Noch ist der Laubaustrieb gering. Wunderschön scheint die warme Frühlingssonne bis auf den Boden. Alles ist voller Leben. Überall ruft und singt es. Immer wieder ist Bewegung auf Zweigen und Ästen und an den Baumstämmen zu beobachten. Die Vögel bereiten sich auf die Brutsaison vor. Die Temperaturen lassen das Temperament der Vögel ebenfalls steigen. Eine bemerkenswerte Aggressivität ist in der Luft.

Viele Kernbeißer (Coccothraustes coccothraustes) – ein Trupp mit mindestens 6 Exemplaren – wechselt immer wieder vom sonnendurchfluteten Boden zu den lichten Wipfeln. Im wunderbarem Sonnenschein fliegt mit typischem Ruf ein Buntspecht (Dendrocopos major) ein. Ein Kleiber (europ.) (Sitta europaea) erdreistet sich in das Revier eines Artgenossen einzudringen. Der Revierinhaber – bzw. derjenige, der sich dafür hält – fliegt den Eindringling sofort unvermittelt an. Beide Vögel prallen gegen die Rinde einer dicken Eiche. Sie stürzen beide zu Boden. Dort „verbeißen“ sie sich ineiander, hauen mit ihren spitzen Schnäbeln aufeinander, die Flügel flatternd. Dann wieder bleiben beide – wie ermattet – im trockenen Laub liegen. Sie sind so Continue reading Kleiber, verbissen im Kampf

Die Wacholderdrossel im winterlichen Bayrischen Wald

WacholderdrosselKlirrende Kälte herrscht in der tiefen Talfurche und die Erlen, die neben dem Bach dichte Bestände bilden, sind dick mit Raureif überzogen – “Winterflora” in Form gläserner Eiskristalle. Nur kurz scheint die noch tief stehende Januarsonne in das Tal herein und verwandelt das filigrane Gewirr der Äste und Zweige in einen lichtdurchfluteten Zauberwald. Tief über dem Wasser des Bachs aber, über dem dünne Nebelschwaben liegen, kommt ein Eisvogel (Alcedo atthis) entlang geflogen. Ihm macht die Kälte offensichtlich nichts aus.

Langsam steige ich auf dem verschneiten Weg höher zu den steilen Hängen, wo die charakteristischen Weiler des Bergtales, weit über das Land schauen und von senkrechten Felsformationen überragt werden. Am besonders sonnenexponierten, teilweise schneefreien Wiesenhang bilden Sträucher mit ihren eigenartigen Zweigen und ihrer dunkelgrünen Färbung einen deutlichen Kontrast zur Umgebung, in der im Sommer Feuerlilie, Akelei und Türkenbund blühen, jetzt aber nur abgestorbene Gräser das Bild beherrschen.

Weiter oben stehen inmitten einer Reihe von kahlen Laubbäumen, die einen alten Flurweg säumen, ein paar Ebereschen. Ihre Beeren, die Vogelbeeren, prangen in kräftigem Rot vor den dunklen Tannenwald und tragen lustige weiße Mützen, während unweit davon sich gerade ein Trupp von Wacholderdrosseln (Turdus pilaris) Continue reading Die Wacholderdrossel im winterlichen Bayrischen Wald

Die Fotografie von Kernbeißern: gar nicht so leicht

Als eine der größeren, farbenprächtigen Singvögel zeichnen sich Kernbeißer (Coccothraustes coccothraustes) durch ihre leuchtenden braun-orange-grauen Farben und ihre ungewöhnlich großen Schnäbel mit den kräftigen Kiefern aus. Kernbeißer sind wahre Schönheiten. Bekannt sind sie für die Fähigkeit mit ihren Schnäbeln, die Kerne von Weißdorn, Kirsche und sogar Zwetschgenkrerne „knacken“ zu können. Wie alle Finken benutzen Kernbeißer die Schneide an der Rückseite ihres Schnabels, um einen Kern zu halten, während sie ihn aufbrechen und gekonnt das Innere des Kerns mit ihren Zungen herausziehen.

Kernbeißer lieben es, sich von Samen der Hainbuche oder Weißbuche (Carpinus sp.) zu ernähren. Wenn Sie ein geeignetes Gebiet finden, steuern sie mit Vorliebe die Bäume an, die im Spätherbst mit Samen beladen sind. Häufig sind dann zwar viele Kernbeißer zu sehen, die durch die Äste huschen. Aber es ist normalerweise schwierig, sie durch die (restlichen) Blätter hindurch klar zu sehen. Die Vögel verhalten sich sind normalerweise eher unauffällig; trotz ihres farbenfrohen Gefieders. Außerdem verbringen sie große Teile des Jahres hoch in Baumkronen, wo sie vom Boden aus naheliegenden Gründen, schwer zu beobachten Continue reading Die Fotografie von Kernbeißern: gar nicht so leicht

Grauschnäpper: hungriges Junges lässt sich füttern

GrauschnäpperDie Brutzeit ist vorbei. Nun sammeln sich die Eltern mit ihren Jungen, um diese in das Geheimnis des Nahrungserwerbs einzuweihen. So jagt wohl ein ganzer Familienverband von Grauschnäppern (Muscicapa striata) immer wieder aus einem Eichenhain aus Stieleichen (Quercus robur) hinaus auf eine Pferdeweide. Besonders die Drähte der Weide wurden gerne als Warte genommen. Von den Jungen als Ruheplatz, von den Eltern als Beuteübergabeplatz. Die wohl noch nicht lange flügge gewordenen Jungen der Grauschnäpper lassen sich weniger durch die Streifen – die der lateinische Artzusatz „striata“ nahelegt – als vielmehr durch die hellen Tupfer auf dem ansonsten grauen Gefieder schon aus einiger Entfernung gut auszumachen. Die adulten Grauschnäpper fliegen immer wieder die Ruhewarten der Jungen an, um sie mit Nahrung zu versorgen. Bei einem fast 2-stündigen Shooting kann ich u.a. kleine Laufkäfer, Aaskäfer, Spinnen und Schnaken als Nahrung erkennen. In der Realität erfolgt die Beuteübergabe mit einer ziemlichen Geschwindigkeit. Außerdem stellt sich das Junge meist gierig und flügelschlagend vor den Elter, der dann auch prompt die Nahrung herauszurücken hat. Erst in der Momentaufnahme der Fotos erkennt man Einzelheiten – und dann auch die Art der übergebenen Nahrung. Nach der Nahrungsübergabe balancieren Jung und Alt noch eine Weile parallel zueinander auf dem Draht bevor es dann zum nächsten Jagdflug wieder losgeht. Die Jungen sind vielleicht nur faul – oder verwöhnt. Jedenfalls wechseln sie ihre Warte auch von Zeit zu Zeit und scheinen das Fliegen schon vollumfänglich gelernt zu haben. Auch die Pfosten der Weide werden als Sitzwarten gern gesehen.

Im Sommer machen sich die Vögel rar. Sie singen fast gar nicht mehr und einige Altvögel mausern nun in ihr Winterkleid. Die Jungen haben ebenfalls keinen Anlaß sich übermäßig zu exponieren. Trotzdem lohnt es sich auch im Sommer die Vielfalt der gefiederten Continue reading Grauschnäpper: hungriges Junges lässt sich füttern

Grauschnäpper und Gartenrotschwanz in Eichenhain am Waldrand

GartenrotschwanzEin niedriger Hain mit Stieleichen (Quercus robur), der über und über mit seinen Früchten, mit nicht ganz reifen Eicheln behangen schien, war an diesem warmen, aber bedeckten August-Sommertag der Anziehungspunkt für eine Vielzahl von Vögeln. Hier konnten 10 verschiedene Singvogelarten beobachtet werden. So jagte ein Familienverband von Grauschnäppern (Muscicapa striata) immer wieder aus dem Eichenhain und dem dahinter stehenden Kiefernwald hinaus auf eine Pferdeweide. Auch die Pfosten der Weide waren gern gesehene Jagdwarten. Am Waldrand fiel wenig später auch ein junger Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus) auf. Dafür daß der Gartenrotschwanz in der Minderzahl war, konnte er sich gegenüber den Grauschäppern (sicher mind. 8 Exemplare) ganz gut durchsetzen. Trotzdem war die Konkurrenz – auch intraspezifisch – um die beste Jagdwarte unverkennbar. Immer wieder gab es Verfolgungsjagden, die in der Mehrzahl Artgenossen galt, ansonsten aber auch schon mal eine andere Vogelart betrag. Ein adulter und ein junger Pirol (Oriolus oriolus) stellten sich dann auch ein. Im hinteren Bereich waren es Buchfinken (Fringilla coelebs) und ein junger Kernbeißer (Coccothraustes coccothraustes), die sich zwischen Continue reading Grauschnäpper und Gartenrotschwanz in Eichenhain am Waldrand

Beobachtung eines leuzistischen Neuntöters

NeuntöterBei der Absuche eines bekannten Zugvogelgebiets im Nordwesten von Zypern beobachtete im Randbereich des als Campingplatz benutzten nur spärlich parkähnlich bewachsenen Gebietes einen „weißen“ Würger, der schon auf den ersten Blick kein Raubwürger (Lanius excubitor) sein konnte. Trotz der hellen Färbung. Die geringere Größe und insbesondere der Habitus ließ keinen Zweifel aufkommen, daß es um einen abnorm gefärbten Neuntöter (Lanius collurio) handeln mußte.

Die Grundfärbung des Vogels war weiß. Deutlich traten aber hell-braune Streifen an den Flanken zum Vorschein. Sowohl der Rumpf, als auch die Arm- und Handschwingen sowie der Schwanz war einfarbig weiß. Die Beine waren hell gefärbt. Die schwache Steifung wies auf ein Weibchen eines Neuntöters hin.

Der Vogel nutzte verschiedene Sitzwarten innerhalb einer kleinen Hecke. Von dort aus machte er erfolgreiche Nahrungsausflüge in die nahen, spärlich bewachsenen aber insektenreiche Brachflächen. Die Näherung mit dem Auto akzeptierte er immerhin bis auf ca. 15 Meter. Beim 3. Versuch näher zu kommen, zog er sich mit den typischen harten „Teck-teck“-Rufen in das Innere der Hecke Continue reading Beobachtung eines leuzistischen Neuntöters

Buchfink mit Insektenflügel am Schnabel

Auf dem Zug kommen Buchfinken (Fringilla coelebs) häufig in großen Ansammlungen vor, die neben vegetarischer Nahrung auf umgebrochenen Feldern auch immer wieder zu wilden Flügen auf schwärmende Insekten nach Fliegenschnäpperart aufbrechen. Dazu werden kurze Flüge aus einem Strauch unternommen. Für das menschliche Auge sind nur viele schwärmende Insekten in der Luft zu sehen.

Das Handbuch der Vögel Mitteleuropas im Band 14/II (5. Teil). Passeriformes von Urs N. Glutz von Blotzheim, weiß da mehr. Der Jagdflug soll wohl vor allem Dipteren dienen. Die Fluginsekten scheinen recht klebrig gewesen zu sein. Viele der Bilder der Anfang April in einem Holunder aufgenommenen Buchfinken weisen einen klebrigen Überzug oder Film auf den Schnäbeln auf. Das würde auch das recht häufige Schnabelputzen an den Holunderzweigen erklären.

Das schöne Bild des Blogs zeigt jedenfalls einen Flügel, der sich nicht beabsichtigt an der Spitze des Schnabels klebt. Wenig später hatte Continue reading Buchfink mit Insektenflügel am Schnabel