Category Archives: Vogelreisen

Erfolgsfaktoren für gute Fotos im Bosque del Apache

SchneegansEiner der wichtigsten Erfolgsfaktoren für gute Fotos im Bosque del Apache ist der Wind und seine Richtung. Das Reservat ist ein optimales Gebiet, um Flugaufnahmen zu üben. Aber nur wenn Sonne und Wind aus derselben Richtung kommen, sind wirklich schöne Fotos möglich. Relativ oft hat man zwei Stunden nach Sonnenaufgang solche Bedingungen. Um diese Zeit sollte man dann den nördlichen Ring der Schotterstraße befahren, den so genannten Farm Loop. Die besten Aussichtspunkte in diesem Teil des Reservats sind normalerweise das Chupadera Deck, das Willow Deck und das Coyote Deck. In den letzten Jahren jedoch hat die Reservatsverwaltung diese Kornfelder nicht mehr geflutet und somit sind die Fotomöglichkeiten hier schlechter geworden. Das Farm Deck bleibt allerdings immer mein Favorit. Die offizielle Karte kann einen etwas irritieren, da die Teiche nur westlich der Straße zum Flight Deck eingezeichnet sind. Nach Auskunft lokaler Kenner befinden sich aber die besten Plätze neben der Farm Loop südlich des Flight Decks. Vor Ort stellt sich dann schnell heraus, dass die schönsten Teiche tatsächlich östlich der Farm Loop liegen. Dies ist also anders als auf der Karte eingezeichnet.

Am Flight Deck dagegen, führt ein kurzer Brettersteg hinaus auf den großen Teich. Hier kann man dann etliche Exemplare Kraniche sehen, die alle auf den Sonnenaufgang warteten. In der Ferne, auf einem der abgestorbenenen Bäume, hat man die Chance Weißkopfseeadler zu sehen. Mit den ersten Lichtstrahlen erwachen die Kraniche langsam aus dem Schlaf und widmeten sich ihrer morgendlichen Federpflege. Akribisch putzten sie sich das Gefieder und anschließend versammeln sie sich zu kleinen Gruppen. Diese Trupps heben dann in der Regel zeitverzögert ab, so dass es – anders als bei den Gänsen – keinen Massenabflug zu sehen gibt. Schön ist aber, dass sie meist erst nach Sonnenaufgang abheben. Der Zeitpunkt soll aber nach Aussagen von Rangern von den Temperaturen abhängen. Man muß damit rechnen, daß es auf dem Flight Deck sehr kalt ist. Nicht nur das Holz der Aussichtsplattform ist dann total vereist und rutschig. Continue reading Erfolgsfaktoren für gute Fotos im Bosque del Apache

Masseninvasion des Bergfinken in winterlicher Apaj-Pussta

BergfinkDas erste Ziel war Matrafüred, ein Wintersportort und ein Erholungsort in der Mátra im Norden Ungarns. Für westeuropäische Verhältnisse bemerkeswert war schon die geringe Scheu von Misteldrosseln (Turdus viscivorus) in den Obstbäumen auf die wir von unserer Pension praktisch auf Augenebene schauen konnten. Die Misteln zogen die Misteldrosseln magisch an. Daher ja auch der Name. Auch der ein oder andere Kernbeißer (Coccothraustes coccothraustes) trieb sich in den Obstbäumen herum. Für Westdeutsche auch das ein eher seltener Anblick. Ansonsten sass der Kernbeißer auf einer Regenrinne direkt vor unserem Dachfenster im Ort Matrafüred. Mit einem praktisch unmerklichen Aufhellblitz konnte ich ihn excellent und sehr scharf ablichten.

Nachdem es einige Tage geschneit hatte, wurde es zusehends trockener, aber auch deutlich kälter. Temperaturen unter -10° C waren keine Seltenheit. Einige Tage später, einen Tag nach dem Neujahrstag 1999, unternahm ich einen Ausflug von Budapest die Donau herunter in den NP Kiskunság. In der sogenannten Apaj-Pußta konnte ich eine Masseninvasion des Bergfinken (Fringilla montifringilla) bewundern. Die Luft war erfüllt von den Rufen der Finken. Über abgeernteten Sonnenblumenfeldern waren Schwärme zu sehen, die denen von Staren (Sturnus vulgaris) im Herbst in nichts nachstehen. In den blätterlosen Büschen nahebei hielten sich hunderte, ja tausende, von Bergfinken zur Rast auf. Ein eindrucksvoller Eindruck, den ich danach nicht mehr erleben durfte. Besonders auffallend war, dass die Bergfinken in artreinen Trupps unterwegs zu sein schienen. Jedenfalls habe ich – anders als es hierzulande der Fall ist – keine Buchfinken (Fringilla coelebs) dazwischen gesehen.

Um die wachsende Nachfrage nach Top- Aufnahmen der selteneren Arten der Paläarktis befriedigen zu können, hat bird-lens.com gezielt Reisen in die schönsten Naturlandschaften Brandenburgs oder Berlins aber auch an entfernte Orte unternommen. Dies alles um exzellente Fotos der Vögel der Westpaläarktis machen zu können. Die Ausbeute an Bildern auch von seltenen westpaläarktischen Vögeln ist sehr gut. Das Bild, das Sie im Blog sehen, ist nur ein erster Eindruck, was Sie in hinter dem Reiter “Picture Shop” sehr bald finden werden. Geben Sie bird-lens.com einfach Bescheid, wenn Sie das Bild einer Vogelart benötigen, bevor neue Bilder online sind.

Streifenschwirl, überwinternd im Bundala Nationalpark

StreifenschwirlDas Morgenlicht ist phantastisch an diesem Morgen im Bundala Nationalpark. Nachdem wir schon mit einigen Wasservögeln sehr erfolgreich waren, wollen wir uns nun einem überwinternden Vogel aus Zentralasien widmen. Gerade konnte ich noch einen Eisvogel (Alcedo atthis) (wohl ein Weibchen) der Unterart taprobana auf einem Baumstumpf im Gegenlicht zu fotografieren.

Dann geht es zu einem ausgedehnten Feuchtgebiet, das sich immer noch im Eingangsbereich zum eigentlichen Nationalpark befindet. In dem Schilfgebiet finden sich viele Rohrkolben, einige Wasserhyazinten und andere Pflanzen, die hoch anstehendes Wasser vertragen bzw. lieben. Hier soll sich im Winter immer wieder auch der Streifenschwirl (Locustella certhiola) herumtreiben. Das alte Röhricht ist allerdings so dicht gewachsenen und auch von der Farbe so ähnlich, daß ein kleiner, brauner Vogel wohl kaum auffallen würde. Außerdem steht man nicht direkt vor dem Schilfgürtel, da der Vegetation ein breiter, schlammiger Uferstreifen mit offenem Wasser vorgelagert ist. So hat man nur eine Chance, den Streifenschwirl anhand seiner Stimme zu identifizieren. Und siehe da: der im englischen Pallas’s Grasshopper-Warbler oder Buch Rusty-rumped Warbler genannt wird, ist prompt zu hören und läßt sich dann auch herauslocken. Der Vogel nutzt ausgiebig die unteren Bereiche des Schilfgebiets und treibt sich gerne auf den Continue reading Streifenschwirl, überwinternd im Bundala Nationalpark

Doppelschnepfe bei Balz

DoppelschnepfeEin knarzendes Stakkato. Eine Doppelschnepfe (Gallinago media) schüttelt sich in Balzekstase. Dann springt die Doppelschnepfe auch noch kurz in die Luft. Das kann am mitternächtlichen Balzplatz, einem Lek, viele Stunden gehen. Auch Bekassinen (Gallinago gallinago) betreiben ihre Balz mit Lauten. Aber diese sind ganz anders als die der Doppelschnepfe.

Laute, wie in Panik ausgestoßene Rufe dienen wahrscheinlich mehreren Zwecken. Vielleicht sollen sie Artgenossen in der Nähe warnen. Oder das Raubtier erschrecken, um eine zusätzliche Millisekunde für die Flucht zu gewinnen. Sobald sie in der Luft sind, fliegen Bekassinen wie Fledermäuse aus der Hölle mit einem unregelmäßigen, sich drehenden Zick-Zack-Flug. Dieses Flugmanöver erschwert die Verfolgung – ob für Jäger oder auch für Vogelfotografen.

Die Doppelschnepfe ist da von der gemütlicheren Sorte obwohl auch sie zu einem einen schnellen Fluchtflug fähig ist. Die Herausforderung bei der Doppelschnepfe-Fotografie ist die Kombination eines kryptischen und geheimnisvollen Vogels, der in unzugänglichen Feuchtgebieten lebt, einen bemerkenswerten Tagesrhythmus hat und eine aufregende Balz. Das macht die Schnepfe zu einem begehrten Fotomotiv.

So machte ich  mich auf, eine im englischen „Great Snipe“ genannte Continue reading Doppelschnepfe bei Balz

Hortobágy pussta: Seeadler-Fotografie

SeeadlerDie letzten Winter in Ungarn sind zunehmend schneearm gewesen. So auch bei einem Aufenthalt im Dezember 2012. Dieser Monat war sogar praktisch schneefrei. Eine Reise in den östlichen Teil Ungarns, die Hortobágy Pussta, ermöglichte trotzdem großartige Fotos an Fütterungsstationen in diesem riesigen Gebiet. Dort besuchte ich die sogenannten Adlerhides. Diese wurden von einem lokalen Anbieter speziell für die Fotografie von Seeadlern (Haliaeetus albicilla) aufgestellt und werden vermietet. Die besten Bilder finden Sie in einer Galerie der Seeadler oder in der Galerie des „Picture Shop“. Die Vertecke befinden sich in den verschiedenen Teilen des Nationalparks Hortobágy, einige in der Nähe von Waldflächen, die regelmäßig von den Adlern zur Rast und als Schlafplätze genutzt werden. Andere sind in der Mitte des offenen Steppenlebensraums aufgestellt. Um die Adler an diese Fütterungsstationen zu locken, stellten die Ranger des Nationalparks und ein Reiseveranstalter Fischkadaver zur Verfügung. Diese Fütterungsstandorte zogen auch Möwen und Krähen an.

Ein besonderer Wintergast ist der Seeadler auch im Kiskunsag Nationalpark. Mitten im Park und auch in der Nähe brüten einige Paare. Die Anzahl der Seeadler, die allerdings im Winter gesichtet Continue reading Hortobágy pussta: Seeadler-Fotografie

Bird Island, Empfang im Paradies der Feenseeschwalbe

FeenseeschwalbePlötzlich blinkt die gelbe Anzeigentafel zur Landung. Vor uns im blauen Dunst tauchen die Umrisse einer Insel aus dem Meer auf. Blendend weißer Sand umsäumt die grüne Palmeninsel, und aus dem türkisfarbenen Meer rollen silbrige Wellenkämme an den Strand. In einem eleganten Schlenker schwebt die kleine Propellermaschine über dem türkisblauen Korallenmeer ein.

Die Insel nimmt Gestalt an und kommt rasch näher. Der Flieger dreht noch schnell eine weitere Kurve damit er gegen den Wind landen kann, dann setzt er schon zur Landung auf der holprigen Graspiste an.

Bird Island ist ein flaches, nur mit Palmen bewachsenes Koralleneiland, das früher eine Plantage beherbergte. Neben Denis Island ist es die einzige Koralleninsel der Seychellen, die bewohnt ist. Diese Insel liegt etwa 100 Kilometer nördlich von Mahe und ist mit unserem Flugzeug in 45 Minuten zu erreichen. Die Insel Bird ist berühmt wegen ihrer vielen Seevögel, die hier brüten. Auch der wunderschönen Feenseeschwalbe (Gygis alba) wegen sind wir unterwegs zu dieser abgelegenen Koralleninsel. Außerdem ist jetzt Zugzeit. Vielleicht können wir hier weitab von den Zuglinien entlang der ostafrikanischen Küste doch den einen oder anderen Zugvogel sehen. Dass dem so ist, kann ich anhand der Fotos in der Gallery gut zeigen.

Für den Flug nach Bird Island sind wir vom Taxi in unserer Hotelanlage im Süden Mahes abgeholt und zum kleinen Flughafen von Mahe gebracht worden. Die Formalitäten sind schnell erledigt. Beim Gepäck gibt es aber doch ein Problem. Es sind maximal 10kg Continue reading Bird Island, Empfang im Paradies der Feenseeschwalbe

Blauschwanzpitta in Thailand

BlauschwanzpittaNachmittags wartet Yotin mit seinem schweren 4X4-Truck von Ford schon auf mich und wir fahren wieder in den Park. Die Karte für 200 Baht ist noch gültig und ich kann sofort durchgehen. Sein Mitarbeiter, ein echter Minenhund, hat jetzt eine wirklich todsichere Stelle gefunden. So versichert mir zumindest Yotin. Sie sei noch näher am Weg und ich zweifele ob das stimmen kann. Als wir nach kurzer Fahrt ankommen, sieht das Gelände beiderseits der Piste jedenfalls sehr dicht aus. Die Dornen der Palmen lassen jedenfalls ansonsten wenig Eindringlinge rein. Wir zwängen uns durch ein Loch in der grünen Wand. Schnell sitzen ich und Yotin in dem neuen Hide und siehe da – die Pitta kommt. Es ist allerdings die Blauschwanzpitta (Pitta guajana). Ein wunderschönes Männchen macht sich vor uns am Laub zu schaffen. Yotin hatte mir noch eingeschärft, mich nur ja nicht zu bewegen und Geräusche zu machen. Die Pitta sei sehr aufmerksam und scheu. Davon ist nichts zu merken. Ich kann so fast ein 16 Gigabyte an Fotodateien durchjagen und ich belichte bis runter auf 1/8 Sec. Absolut super. Nach mindestens einer Stunde – genau habe ich nicht geguckt – verlasse ich das Versteck wieder. Yotin widmet sich schon wieder anderen Vögeln. Er hat den Strichelschneidervogel (Orthotomus atrogularis) kurz gesehen und den Dickschnabel-Mistelfresser (Dicaeum agile) gehört.

Der Grund in den Khao Pra Bang Khram-Park zu kommen, ist die Möglichkeit, die sehr seltene Goldkehlpitta (Pitta gurneyi), zu entdecken. Diese kommt sonst nur in wenigen Tieflandregenwäldern in Myanmar und Thailand vor. So war der Continue reading Blauschwanzpitta in Thailand

Weißbrauenbülbül beim Baden

WeißbrauenbülbülDie Tropfen spritzen meterweit. Ausgiebig hat der Weißbrauenbülbül (Pycnonotus luteolus) schon in dem seichten Springbrunnen gebadet. Die Federn sind völlig durchnässt. Ob der Nichtschwimmer ist, weiß man nicht; wasserscheu ist er jedenfalls nicht. Auch in Sri Lankas Süden ist richtige Abkühlung wichtig. Auch Vögel sollen versuchen, einen kühlen Kopf zu bewahren. Zuerst kommt der Weißbrauenbülbül auf den Keramikrand, sichert und nippt vom Wasser in der Schale. Die Kühle tut gut. Dann stellt sich der Vogel mitten in den flachen Beckenbereich hinein. Das Wasser geht dem stehenden Vogel maximal bis zum Bauch. Dann heißt es den Kopf eintauchen, das Wasser in einer Drehbewegung hochschleudern und warten bis die Wassertropfen wieder herunter kommen. Dann noch einmal von der anderen Seite: Kopf hinunter, nach links und rechts hoch reißen, still stehen und duschen. Anschließend mit nassem Bauchgefieder eine Weile im Wasser knien und Luft holen. Geschafft!

Für Vögel ist die Reinigung und Pflege des Gefieders eine wichtige Hygienemaßnahme und notwendige Gesundheitsvorsorge. Der Weißbrauenbülbül nimmt beispielsweise ausgiebige Wasser und Continue reading Weißbrauenbülbül beim Baden

Rotbauchkuckuck läßt sich locken

RotbauchkuckuckIm Hintergrund ist immer wieder eine markante Stimme zu hören. Diese gehört dem Rotbauchkuckuck (Cacomantis castaneiventris), der aber wohl sehr heimlich sein soll und nur selten zu sehen ist. Zuerst nehmen aber andere Vögel unsere Aufmerksamkeit in Anspruch. Dazu gehören Greisenkrähen (Corvus tristis), Orangebrust-Zwergpapagei (Cyclopsitta gulielmitertii), Einfarbsalangane (Aerodramus vanikorensis), Gelbhaubenkakadu (Cacatua galerita), Borstenkopf (Psittrichas fulgidus), Papuaweih (Aviceda subcristata), Langschwanzweih (Henicopernis longicauda) und Rostbachhabicht (Accipiter hiogaster). Die Greife sind natürlich nur im Vorbeiflug vor dem grauen Himmel  zu sehen. Auch eine Brahminenweihe (Haliastur indus) ist mla schön zu sehen. Endlich – es sind wohl gut 2 Stunden vergangen – kann ich den Rotbauchkuckuck immer noch hören. Die Entfernung zur Schallquelle scheint kürzer geworden sein. Der Rotbauchkuckuck muß also wohl deutlich näher, sicher in dem Gebüsch in dem abschüssigen Hang direkt neben der Piste zu finden sein. Ich spiele den Ruf des Rotbauchkuckuck mit meinem Rekorder ab, um ihn zu locken. Immer noch ist der Rotbauchkuckuck Continue reading Rotbauchkuckuck läßt sich locken

Weißkehlkarakara in Patagonien

WeißkehlkarakaraEin Weißkehlkarakara (Phalcoboenus albogularis) fliegt am spärlich bewachsenen Hang entlang durch das Schneetreiben. Endlich nimmt er Platz auf hellem steinigem Sand. Der Weißkehlkarakara scheint in die Weite Patagoniens zu schauen. Ein schönes Bild.

Patagonien ist ein Land der Gegensätze. Patagonien, das sturmgepeitschte Südende des Südamerikanischen Kontinents, zieht Reisende in seinen Bann. Je weiter man nach Süden kommt und je schmaler das Land wird, desto weiter und endloser scheint die Landschaft zu werden. Unvermittelt ragen schroffe Berge wie Fangzähne aus der Ebene. Wolkenfetzen jagen über den Himmel.

Die Betrachtungen der Fels- und Eislandschaften so berühmter Bergmassive wie Fitz Roy, Cerro Torre und die Torres del Paine sind atemberaubend. Die türkisblauen Gletscherseen darunter bilden einen perfekten Kontrast. Das oft wechselnde Wetter und der starke Wind sind ein ständiger Begleiter in Patagonien und verstärken noch die Rauheit dieses Landstrichs.

Blaue Gletscher schimmern im weichen Licht des Südens, ihr Eis knirscht, knackt und kracht. So in Argentiniens wohl schönsten Nationalpark “Los Glaciares” mit dem imposanten Gletscher “Perito Moreno” und seinen bis zu 70 m hohen Eistürmen.

Von diesen stürzen immer wieder mächtige Eisbrocken in den “Lago Argentino”. Dieses aussergewöhnliche Naturwunder ist ein echter Genuß. Karge Grasflächen ziehen sich bis zum Horizont, scheinbar Continue reading Weißkehlkarakara in Patagonien

Geier in Alquezar/ Aragon

GänsegeierDie Bedrohung durch BSE, die Rinderwahnsinns-krankheit, bedeutet, dass spanische Landwirte gesetzlich verpflichtet sind, tote Schafe auf ihrem Land wegzuschaffen. Dies ist per se erst einmal eine sehr schlechte Nachricht für Geier, die natürlich auf totes Vieh angewiesen sind, um sich davon zu ernähren. Um die Geier zu erhalten, haben die spanischen Behörden jedoch eine Reihe von Fütterungsstationen eingerichtet, an denen Schlachtabfälle speziell für Geier bereitgestellt werden. Infolgedessen hat die Anzahl der Geier, insbesondere der Gänsegeier (Gyps fulvus), eher zugenommen als abgenommen, und Vogelbeobachter erhalten wunderbare Beobachtungsmöglichkeiten. Neben einer beträchtlichen Anzahl von Gänsegeiern ist es auch möglich, den seltenen Lämmergeier oder  Bartgeier (Gypaetus barbatus) und im Sommer Schmutzgeier (Neophron percnopterus) an diesen Standorten zu sehen.

Gänsegeier mögen nicht selten sein, aber sie sind eine der beeindruckensten Vögel Europas. In der Sierra de Guara sind Besucher eingeladen, an drei Fütterungsstationen Geier zu beobachten. Wie gut jeder Standort zu einem bestimmten Zeitpunkt ist, hängt davon ab, wie kurz zuvor Schlachtabfälle bereitgestellt wurden. Wenn es kein frisches Futter gibt, suchen die Vögel woanders nach Aas. Hervorragend ist auf jeden Fall die Futterstelle in der Nähe von Alquezar.

Sie ist die größte und spektakulärste Futterstelle. Die Schlachtkörper werden regelmäßig von Lastwagen zur Verfügung gestellt, die direkt auf das eingezäunte Areal fahren und Haufen von Schlachtabfällen entsorgen. Es ist auch der Ort, der die beste Continue reading Geier in Alquezar/ Aragon

Seebären und Dominikanermöwen in Namibia

DominikanermöweEin Strand so weit das Auge reicht. Die Luft ist aber erfüllt von einem unbeschreiblichen Gestank. Die karge Landschaft der Namibwüste wird nur von wenigen Tieren besiedelt. Das Leben an der Küste ist umso üppiger. Tausende Südafrikanische Seebären (Arctocephalus pusillus) liegen auf den Klippen und felsigen Hängen. Im November kommen die Robben in großer Zahl an Land, um ihre Jungen zu gebären und sich anschließend wieder zu paaren. Bald bevölkern Zehntausende Seebären die Küste, und es herrscht ein riesiges Chaos. Zwischen den Bullen gibt es ständig Streit um die besten Plätze, und nur die Stärksten können einen Weibchen- Harem um sich versammeln. Kämpfe um die Vorherrschaft werden mit vollem Körpereinsatz und spitzen Zähnen ausgetragen. Entsprechend vernarbt ist die Haut alter Bullen. Doch der Einsatz lohnt sich, denn nur wer viele Konfrontationen gewinnt, kann sein Erbanlagen an die nächste Generation weitergeben.

Mitte Dezember, wenn im Süden Afrikas Hochsommer herrscht, werden die meisten Robbenbabys geboren. Sofort finden sich dann Dominikanermöwen (Larus dominicanus) ein und stürzen sich auf die Nachgeburten. Es ist eine Zeit des Überflusses.

Gerne werden die Robbenplätze am Rande von den Dominikanermöwen in Besitzt genommen. So sind sie immer nah an den Nahrungsgründen. Hier lassen sich viele einzelne Altersstadien der Dominikanermöwen erleben. Manchmal baden die Möwen, manchmal verfolgen sie sich im Himmel wenn man wieder eine Dominikanermöwe eine besonders „leckere“ Beute gemacht hat. Continue reading Seebären und Dominikanermöwen in Namibia