Tag Archives: Turdus pilaris

Limikolen im fränkischen Wiesmet

Ein wohlklingender, weit tragender und flötender Gesang trägt weit über die Wiesen im Morgentau. Großer Brachvogel (Numenius arquata), Uferschnepfe (Limosa limosa) und Kiebitz (Vanellus vanellus) staksen durch die nassen Wiesen, Bekassinen (Gallinago gallinago) stochern in den Feuchstellen im fränkischen Wiesmet. Diese Vögel gehören zu den selten gewordenen Wiesenbrütern, die in den feuchten Wiesen rund um die Altmühl noch ihren Lebensraum finden.

Das Wiesmet ist auch heute noch ein Feuchtwiesenbiotop im Nordosten an den Altmühlsee angrenzt. Auch heute noch beherbergt einen Großteil des süddeutschen Uferschnepfenbestands und einen beachtlichen Teil des Bestands der Großen Brachvögel Bayerns. Außerdem ziehen hier nach wie vor Rotschenkel (Tringa totanus) und Wachtelkönig (Crex crex) ihre Jungen groß. Um den Bestand der seltenen Brutvögel nicht zu Continue reading Limikolen im fränkischen Wiesmet

Die Wacholderdrossel im winterlichen Bayrischen Wald

WacholderdrosselKlirrende Kälte herrscht in der tiefen Talfurche und die Erlen, die neben dem Bach dichte Bestände bilden, sind dick mit Raureif überzogen – “Winterflora” in Form gläserner Eiskristalle. Nur kurz scheint die noch tief stehende Januarsonne in das Tal herein und verwandelt das filigrane Gewirr der Äste und Zweige in einen lichtdurchfluteten Zauberwald. Tief über dem Wasser des Bachs aber, über dem dünne Nebelschwaben liegen, kommt ein Eisvogel (Alcedo atthis) entlang geflogen. Ihm macht die Kälte offensichtlich nichts aus.

Langsam steige ich auf dem verschneiten Weg höher zu den steilen Hängen, wo die charakteristischen Weiler des Bergtales, weit über das Land schauen und von senkrechten Felsformationen überragt werden. Am besonders sonnenexponierten, teilweise schneefreien Wiesenhang bilden Sträucher mit ihren eigenartigen Zweigen und ihrer dunkelgrünen Färbung einen deutlichen Kontrast zur Umgebung, in der im Sommer Feuerlilie, Akelei und Türkenbund blühen, jetzt aber nur abgestorbene Gräser das Bild beherrschen.

Weiter oben stehen inmitten einer Reihe von kahlen Laubbäumen, die einen alten Flurweg säumen, ein paar Ebereschen. Ihre Beeren, die Vogelbeeren, prangen in kräftigem Rot vor den dunklen Tannenwald und tragen lustige weiße Mützen, während unweit davon sich gerade ein Trupp von Wacholderdrosseln (Turdus pilaris) Continue reading Die Wacholderdrossel im winterlichen Bayrischen Wald

Möwen am „Roten Kliff” bei Kampen/ Sylt

SilbermöweWunderschön liegt das „Rote Kliff” hinter dem Strand von Kampen im Abendlicht. Genug Wind, um die Segelflieger unter den Meeresvögeln zu befriedigen, herrscht praktisch immer. Sylt, Nordsee, Brandung, Wind und Möwengeschrei gehören zusammen. Elegant patrolliert eine Silbermöwe (Larus argentatus) an der Kliffkante entlang. Silbermöwen sind eindrucksvolle Flieger, die durch rosa-fleischfarbenen Beine und einen blaugrauen Mantel bzw. Flügeldecken gekennzeichnet sind.

Ein sehr guter Ort zur Aufnahme fliegender Meeresvögel besteht von der 30 Meter hohe Steilkante des Roten Kliffs zwischen Wenningstedt und Kampen auf der nördlichen Seite der Insel Sylt. Das unter anderem aus Feuerstein, Rhombenporphyr und Rapakivigranit bestehende Kliff ist in Teilen bereits von den heftigen Sturmfluten der Vergangenheit gezeichnet ist,

Parken kann man direkt bei dem romantisch in den Dünen gelegenen Edel-Lokal, der Sturmhaube. Parken kann man auf Sylt in der Nebensaison fast überall umsonst. Es geht auf Bohlen ein paar Continue reading Möwen am „Roten Kliff” bei Kampen/ Sylt

Weißrückenspecht in Park in Estland

WeissrückenspechtNach einem erfolgreichen Foto-Shooting der Doppelschnepfe (Gallinago media) will ich mich zum Abschluß dem Gutspark des Haeska Manor House widmen. Der zur Pension umgebauten Gutshof weist einen weitläufigen Park mit vielen alten Bäumen auf. Neben einen paar schönen alten Eichen gibt es auch alte Linden. In alten Parkanlagen soll – wie mir einheimische Naturschützer sagten – der Weißrückenspecht (Dendrocopos leucotos) recht häufig sein. Sie meinten sogar, daß in den alten Parks der Gegend der Weißrückenspecht sogar der häufigste Specht sei. Was für eine Verkehrung der Verhältnisse zu Deutschland! Ich kann dann im weiteren Verlauf sowohl Grauschnäpper (Muscicapa striata) als auch Trauerschnäpper (Ficedula hypoleuca) sehen und schön fotografieren. Amseln (Turdus merula) flitzen die ganze Zeit zwischen Rasen und Unterholz. Der Hit sind aber die vielen brütenden Wacholderdrosseln (Turdus pilaris), die intensiv warnen, wenn sich jemand ungebührlich einem Nest mitten auf einer Asthöhle nähert. So kann ich endlich auch mal ein paar schöne Aufnahmen von der Wacholderdrossel machen. Von einem Weißrückenspecht – oder überhaupt von Spechten – ist aber weit und breit nichts zu sehen. Es ist auch nicht die richtige Jahreszeit. Die beste Zeit ist der April. Dann trommeln sie intensiv und markieren ihr Revier.

Plötzlich höre ich ein länger anhaltendes Trommeln. Eindeutig ein Specht. Und wohl zu lang, um zu einem Buntspecht (Dendrocopos major) zu gehören. Es könnte natürlich noch ein trommelnder Continue reading Weißrückenspecht in Park in Estland

Vogelzug in Nordjütland

AlpenstrandläuferStumm stehen in der Morgendämmerung frierende Birder mit spektakulär aufgebauten Spektivkombinationen auf den Dünen und anderen exponierten Stellen am äußersten „Zipfel” von Vendsyssel im Norden Dänemarks. Im Westen die Nordsee, im Osten die Ausläufer der Ostsee. Hier treffen Kattegat und das Skagerrak aufeinander.

Von Küste zu Küste sind es nur 4 bis 5 Kilometer, aber der landschaftliche Kontrast zwischen den wilden Dünen im Westen und dem flachen, relativ üppigen Wald- und Heideland, das sich bis zur Küste des Kattegat hinzieht, ist trotzdem beeindruckend. Die Landstraße verläuft hier nur wenige hundert Meter vom Meer entfernt, und die Flächen zwischen Straße und Strand sind öffentlich.

Die Natur bewegt sich am nördlichen Ende Jütlands in einem ständigen Kreislauf zwischen Geben und Nehmen. An der Westküste vor Gammelskagen bröckelt die Küste ab, doch nördlich davon lagert sich das weggespülte Material wieder an, so daß Continue reading Vogelzug in Nordjütland

Erschöpfte Dreizehenmöwe am Deich in Noord-Holland

DreizehenmöweEndlich kommt die Sonne nach stürmischen, wolkenverhangenen Tagen heraus. Den Morgen muß man nutzen. Ich fahre zum Hondsbossche Zeewering. Der Absperrdeich zwischen Petten und Camperduin ist nun vollständig in eine Sanddüne umgewandelt worden. Ein Paradies für Vögel. Ich fahre aufmerksam das Wat- und Wiesenvogelreservat „De Putten“ östlich der Straße entlang des Deichs ab. Auf der anderen Seite macht mich ein weißes Etwas aus Federn neugierig. Es ist eine junge Dreizehenmöwe (Rissa tridactyla), die sich offensichtlich nach den Stürmen der letzten Tage und Nächte auf dem grasbewachsenen Seitenstreifen ausruht. Sie macht keinerlei Anstalten vor dem vorbeifahrenden Auto zu flüchten und genießt einfach die Sonnenstrahlen. Das muß ich unbedingt fotografieren. Ich drehe den Wagen und halte vorsichtig das Tele aus dem Wagen heraus. Ohne schreckhafte Reaktion kann ich auf 10 Metern Entfernung einige schöne Fotos machen. Hoffentlich kann diese kleine Möwe ihre Ruhe auch bewahren, wenn die ersten Spaziergänger mit Hunden auf dem parallellaufenden Fußgänger- und Radweg entlangkommen.

Nachdem ein Kuhreiher (Bubulcus ibis) in dem ausgedehnten Continue reading Erschöpfte Dreizehenmöwe am Deich in Noord-Holland

Ein Kuhreiher in Noord-Holland

KuhreiherEine Meldung in www.waarneming.nl verhieß eine schöne Abwechslung in dem auch ansonsten nicht gerade (vogel-)artenarmen nordholländischen Küstenstreifen. Ein Kuhreiher (Bubulcus ibis) war in einem ausgedehnten Wiesenvogelreservat gesichtet worden. Kleine Sträßchen durchziehen die Gegend nördlich der stark von Touristen frequentierten Gemeinde Camperduin bei Bergen. Der erste Anlauf war insofern erfolgreich, daß ein weißes Etwas auf einer Wiese gesichtet wurde. Und das auch noch von einem Nicht-Birder. Gleich ein Volltreffer! Wobei man sagen muß, daß es ansonsten auch keinen Mangel an weißen Vögel gibt, denn die Möwen sind ausgesprochen kopfstark vor allem mit Sturmmöwen (Larus canus) und Silbermöwen (Larus argentatus) vertreten. Aber das war eindeutig der Kuhreiher. Der gelbe Schnabel, das helle Auge und die geduckte Haltung unterstrich seinen grimmigen Gesichtsausdruck. Für ein Foto war der Reiher aber doch zu weit entfernt. Auf dem Rückweg war der Reiher dann auch verschwunden und ich vermutete, daß man es wohl bei einer Beobachtung belassen müßte. Am nächsten Tag führte uns der Ausflug in die überschwemmten Wiesen von Petten and Hardingerpolder. An fast der gleichen Stelle stand diesmal der Kuhreiher keine 20 Meter von der Straße entfernt auf einer Wiese. Diesmal mußte ich dann doch ein Foto schießen. Eine solche Gelegenheit darf man sich nicht entgehen lassen. Die Straße ist allerdings sehr eng und rechts und links droht sofort der Absturz in einen Entwässerungskanal.  Zum Glück war der Verkehr sehr schwach, sodaß die Fotos zu keinem Verkehrsstau führten. Am Continue reading Ein Kuhreiher in Noord-Holland

Ungeheuerwiesen in winter

KornweiheThis winter wildlife heaven is often full of birds. Probably the most spectacular (and noisy) are the thrushes and European Starlings (Sturnus vulgaris) to feast on the unfrozen meadows. Northern Harrier (Circus cyaneus) winter out on the remote parts of the meadows, but will regularly hunt the lakes and wetland down to the shores of Blankensee. In the hawthorn and crab apple trees you might see Redwings (Turdus iliacus) and hundreds of Fieldfares (Turdus pilaris). Both Whooper Swan (Cygnus cygnus) and – to a lesser extent – Tundra Swan (Cygnus columbianus) over-winter near the Ungeheuerwiesen and occasionally drop in for a feed or even to spend the night. Frozen days might even reveal the usually shy Water Rail (Rallus aquaticus) as it is forced to leave the cover of vegetation in the ditches to find something to feed.

An excellent stake-out is an observation tower on the south-eastern edge of the Ungeheuerwiesen. Photographic opportunities are ideal for flying birds. It results in options to take pictures of the birds from above as well as to take pictures at eye level. Continue reading Ungeheuerwiesen in winter

Observation site for spring migration on the river Oder

SchwanzmeiseAfter having presented protected nature areas in the Havellaendisches Luch or the Guelper See, a recent blog was dealing with the Oder valley in general and The National Park Lower Oder especially. The National Park protects a flood plain, the last still intact in large parts of the estuary of Central Europe.

A rainy, cloudy Sunday led me to the river Oder. Having refueled with gasoline and a Breakfast from a gas station I decided going to Criewener polder south of Schwedt. Criewen is a small village only 3 km south of the industrial city of Schwedt and roughly 100km north-east of Berlin. The car I parked just in front the bridge on the western side channel of the Oder. I grabbed the tripod, spotting scope and the Canon 4.0 / 400 DO from the car. So I walked up to a bench not far from the crossing between the entry road from the village of Criewen and the dike. Here you really an impressive view over the whole polder with riparian woods and wide Continue reading Observation site for spring migration on the river Oder

Graveyard Blackbirds in the snow

Amsel, MännchenIt is cold in Germany. There had been snow the last few nights before. But now it thaws again. The air is cold and clear. The main part in a vast park cemetery is still as packed with a 5 cm thick layer of snow. Only the paths are cleared temporarily by a snow plow. Ok, this is already not a real winter, but there is snow and in between comes out even the sun. Ideal conditions for a walk in the park of the cemetery. On careful examination, there are encountered many blackbirds constantly in the cemetery over the winter. The population of the Eurasian Blackbird (Turdus merula) seem to have increased again now with snow. Everywhere you see a dark bird flit from a side of the road to the other. Under each second (coniferous) trees the ground is intensively scratched. A regularity is not really visible. However, there seems to be a preference for conifers, under which twigs are intensively inverted. A short picking in the substrate and again…..

A park cemetery, which is not too neat is ideal. Winter food for Blackbirds but also Common Chaffinches (Fringilla coelebs) – besides what lies under leaves and scatter – is offered e.g. by the Barberry. The Barberry (Berberis vulgaris) is a nearly 3 meters tall, Continue reading Graveyard Blackbirds in the snow

Frühjahrszug an den überschwemmten Oderwiesen

SchnatterenteNachdem Birder das erste Wochenende im April als Frühling mit angenehmen Temperaturen, einem angenehmen Südwind und in der Regel Sonnenschein genießen konnten, stellt sich weiterhin bei leicht kühleren, aber immer noch frühlingshaften Temperaturen ein deutlicher Schub an Zugvögeln ein. Vor allem Drosslen – darunter auch schon die ersten Ringdrosseln (Turdus torquatus) werden nun verstärkt an ihren traditionellen Rastplätzen angetroffen. Auch die ersten Schilfrohrsänger (Acrocephalus schoenobaenus) und Rohrschwirle (Locustella luscinioides) waren zu hören.

Nach einem Ausflug in die Welseaue bei Passow auf der Suche nach Bekassine (Gallinago gallinago) und Zwergschnepfe (Lymnocryptes minimus) fahre im Anschluß an diese Exkursion an die Oder. Nachdem ich bei Nieselregen getankt und Frühstück besorgt habe, fahre ich zum Criewener Polder südlich von Schwedt. Den Wagen parke ich kurz vor der Brücke über den Seitenkanal der Oder und packe dann Stativ, Spektiv und das Canon 4,0/ 400 DO aus. Damit laufe ich bis zu einer nicht weit entfernt gelegenen Bank mit einem eindrucksvollen Blick über den ganzen Polder, der immer noch recht naß und in weiten Teile überschwemmt ist. Die Betonplattenwege Continue reading Frühjahrszug an den überschwemmten Oderwiesen

Die Reuselse Moeren als Vogelbeobachtungsgebiet

BaumpieperWer die im Blog über die niederländischen Moorgebiete (Veen) beschriebenen Gebiete besuchen will oder auf dem Weg nach Texel, einen fotografischen Zwischenstopp einlegen will, dem bietet sich ein Abstecher zu dem Naturreservat Reuselse Moeren an. In der Nähe der Kleinstadt Bladel nicht weit von Eindhoven an der holländisch-belgischen Grenze – gut erreichbar über die A67 – liegt bei der Gemeinde Reusel das reizvolle Moor- und Heidegebiet, das für Naturfotografen ein lohnendes Fotoziel mit exzellenten Aufnahmemöglichkeiten darstellt.

Die Reuselse Moeren umfaßt eine Fläche von ungefähr 150 Hektar mit Hochmoorresten, kleinen, trockenen und feuchteren Heidegebieten, Weiden- gebüschen, Gagelsträuchern und einigen Magerwiesen.

Die Reuselse Moeren schützen eine typische niederländische Wald- und Moorlandschaft. Zwergtaucher (Tachybaptus ruficollis) und Schwarzhalstaucher (Podiceps nigricollis) Continue reading Die Reuselse Moeren als Vogelbeobachtungsgebiet