Tag Archives: Schwarzspecht

Gebirgsstelzen im Warnowtal/ MV

GebirgsstelzeIm herbstlichen Flußtal fliegt im wippenden Flug ein gelb-schwarzer Vogel über das Wasser. Es ist eine Gebirgsstelze (Motacilla cinerea). Der Bach hat sich seinem Durchbruchstal in der Nähe von Groß Görnow nördlich von Sternberg (knapp 30 km Luftlinie östlich des Schweriner Sees) eine abwechslungsreiche Strecke mit Stromschnellen, Stein- und Baumhindernissen und zahlreichen Windungen ausgesucht. Ich bin unterwegs im Naturpark Sternberger Seenland. Hier hat sich die Warnow vor Millionen Jahren 40 m tief ins Erdreich gegraben und ein beeindruckendes Durchbruchstal hinterlassen. Eine Kanufahrt vom Sternberger See aus führt durch wildromantische Natur auf schlängelnden Flussläufen des eiszeitlich geprägten Warnowtals.

Bei den meisten der Bachläufe im nördlichen Mecklenburg, so auch der Warnow, handelt es sich um Kerbtalbäche, die in Folge von Erosionswirkung ein Sohlenkerbtal gebildet haben. Einige weitere Bäche weisen eine für Mecklenburg-Vorpommern relativ hohe Fließgeschwindigkeit auf. Die Durchbruchstäler nehmen bei den Kerbtalbächen eine Sonderstellung ein. Hier erfolgte der Durchtritt der Bäche durch Eisrandlagen. Das Durchbruchstal der Warnow Continue reading Gebirgsstelzen im Warnowtal/ MV

Wiehengebirge und Teutoburger Wald

SchwarzspechtDer Schwarzspecht (Dryocopus martius) liebt Buchen. Deutschland ist ein Buchenland. Es gibt zahlreiche Waldtypen der Rotbuche (Fagus sylvatica) wie zum Beispiel Hainsimsen-Buchenwald, Perlgras-Buchenwald, etc. Früher – in ausgedehnten Urwäldern – war die Rotbuche die vorherrschende Baumart. Leider sind noch verbliebene Buchenwälder fast alle kulturell verändert oder forstlich genutzt. Oft fehlen Alt- und Totholzstrukturen. Über 200 Jahre alte Buchenbestände und Einzelbuchen sowie größere zusammenhängende Flächen sind sehr selten. Ausgedehnte Buchenwälder mit einsamen Waldpfaden, schattig kühle Tieflandbäche, die sich durch die Täler schlängeln, orchideenühersäte Kalk-Halbtrockenrasen, verwunschene Moore und leicht geschwungenen Hügel sind im Osnabrücker Land, dem Teutoburger Wald und dem Wiehengebirge zu finden.

Der Naturpark Nördlicher Teutoburger Wald und Wiehengebirge ist nun über 50 Jahre alt. Er umfasst eine Fläche von 1.220 km² und hat den Kunstnamen „TERRA.vita“ angenommen. Er erstreckt sich auf den Höhenzügen weit nordwestlich von Osnabrück beginnend bis Bückeburg und Bielefeld

Verantwortlich für die Vielfalt der Lebensräume sind im Wesentlichen zwei Faktoren: die Grenzlage des Naturparks am Continue reading Wiehengebirge und Teutoburger Wald

Sperber – Männchen im Portrait

SperberEin wunderbares Portrait eines Sperber (Accipiter nisus), der frontal auf einem morschen Ast leicht aufgeplustert sitzt, ist mein persönliches  Foto dieser Woche. Das reizende Portrait dieses schlanken männlichen Sperbers hat sogar einen leicht komischen Einschlag. Der Sperber scheint vor sich hin zu dösen; von dem aggressive-furiosen Gesichtsausdrucken anderer Fotos ist diese Aufnahme weit entfernt. Anders als so viele Sperber- Bilder in diesen Tagen war dies keine Aufnahme, die durch das Küchenfenster aufgenommen wurde. Diese Aufnahme  wurde im Dezember aus einem Versteck im Osten Ungarns geschossen. Das Versteck liegt in der Nähe der Stadt Debrecen in einem wunderschönen alten Eichenwald. Vor dem Hide ist ein Trinkbecken aufgestellt und eine gut beschickte Futterstelle zog Spechte und einige Singvögel an, hauptsächlich Meisen. In diesem Jahr war es ein schneearmer Winter. Die Temperaturen und die Farben der gefallenen Blätter erzeugten ein Gefühl des Herbstes. Hervorragende Bedingungen zum Fotografieren. Das Versteck ist mit einem speziellen Fotoglas versehen. Damit sitzt man als Fotograf einerseits mittendrin und doch unsichtbar für die Vögel, die extrem nah herankommen. Die Qualität des Fotos, das durch das Schießen Continue reading Sperber – Männchen im Portrait

Schwarzspecht an Baumhöhle

SchwarzspechtEin durchdringender, hoher Ruf schallt aus dem dichten Erlenwald. Eine Weile tut sich nichts. Dann ist kräftiger Schwingenschlag zu hören. unzweifelhaft ist etwas Größeres im Anflug. Plötzlich klammert sich ein Schwarzspecht (Dryocopus martius) unterhalb eines ovalen Lochs in einer Buche an den Baumstamm. Der Schwarzspecht  ist etwa so groß wie eine Krähe und damit der größte europäische Specht – und einer der größten Spechte weltweit. Er ist gut an seinem schwarzen Gefieder mit einem roten Fleck am Scheitel zu erkennen. Er fehlt in Europa nur in Irland, Spanien, Italien, den Britischen Inseln und in waldarmen Gebieten. Er ist in ganz Deutschland mit nur wenigen Lücken verbreitet.

Der Schwarzspecht brütet in Wälder, größeren Feldgehölzen und in Parkanlagen mit einem Anteil von Totholz. Optimal sind Buchen- oder Eichen-Kiefernmischwälder. Seine Höhlen baut er in Baumstämmen, die einen Durchmesser von ca. 40 cm in der Höhe der Höhle aufweisen. Buchen werden als Höhlenbaum zwar bevorzugt, aber im richtigen Umfeld ist er auch in anderen Brutbäumen mit glattrindigen, astfreien Stämmen zu finden. Er ernährt sich von Insekten, hauptsächlich von Ameisen. Im Sommer Continue reading Schwarzspecht an Baumhöhle

Vögel in der Trillemarka

DreizehenspechtTrolle lauern überall. In den ursprünglichen Wäldern von Trillemarka und Rollagsfjellet regen viele längst abgestorbene Baumveteranen die Phantasie der Menschen an. Als Höhlenbrüter profitiert der Trauerschnäpper  (Ficedula hypoleuca) ganz besonders von den großen, teils uralten Baumbeständen mit ihren vielen Spalten und Höhlen. Uralte Kieferbäume lassen die Märchen von Trollen und Waldgeistern immer wieder lebendig werden. Im Unterwuchs ist das Haselhuhn (Bonasa bonasia) nicht selten. Schellente (Bucephala clangula) und Mittelsäger (Mergus serrator) machen ebenfalls gerne Gebrauch von alten Baumriesen. Sie nutzen die alten Nisthöhlen des Schwarzspechts (Dryocopus martius).

Man kann sich bezaubern lassen von jahrhundertealten Kiefern, die mit ihrem knorrigen Wuchs die typisch norwegischen Trollgeschichten sehr lebendig erscheinen lassen. Die teilweise enorm großen Fichten sind dicht behängen mit Flechten, was dem Wald gerade bei schlechtem Wetter etwas Geheimnisvolles verleiht. Gerade dann lohnt sich das Fotografieren, weil die Farben besonders satt wirken.

Hier findet man noch die Wolfsflechte (Letharia vulpina) und Vertreter der Bartflechten der Gattung Usnea. Diese umfasst Flechten, die meist von Bäumen herabhängend wachsen. Diese gehören zu den seltensten Flechtenarten Skandinaviens und zeigen die Intaktheit der Natur an. Das norwegische Wort „Huldra“ Continue reading Vögel in der Trillemarka

Die Fotografie von Kernbeißern: gar nicht so leicht

Als eine der größeren, farbenprächtigen Singvögel zeichnen sich Kernbeißer (Coccothraustes coccothraustes) durch ihre leuchtenden braun-orange-grauen Farben und ihre ungewöhnlich großen Schnäbel mit den kräftigen Kiefern aus. Kernbeißer sind wahre Schönheiten. Bekannt sind sie für die Fähigkeit mit ihren Schnäbeln, die Kerne von Weißdorn, Kirsche und sogar Zwetschgenkrerne „knacken“ zu können. Wie alle Finken benutzen Kernbeißer die Schneide an der Rückseite ihres Schnabels, um einen Kern zu halten, während sie ihn aufbrechen und gekonnt das Innere des Kerns mit ihren Zungen herausziehen.

Kernbeißer lieben es, sich von Samen der Hainbuche oder Weißbuche (Carpinus sp.) zu ernähren. Wenn Sie ein geeignetes Gebiet finden, steuern sie mit Vorliebe die Bäume an, die im Spätherbst mit Samen beladen sind. Häufig sind dann zwar viele Kernbeißer zu sehen, die durch die Äste huschen. Aber es ist normalerweise schwierig, sie durch die (restlichen) Blätter hindurch klar zu sehen. Die Vögel verhalten sich sind normalerweise eher unauffällig; trotz ihres farbenfrohen Gefieders. Außerdem verbringen sie große Teile des Jahres hoch in Baumkronen, wo sie vom Boden aus naheliegenden Gründen, schwer zu beobachten Continue reading Die Fotografie von Kernbeißern: gar nicht so leicht

Schwarzspecht an Bruthöhle

SchwarzspechtMächtige Hammerschläge schallen weit durch den morgendlichen Wald und die über die feuchten Wiesen. Die anschließenden weit tragenden Rufe bestätigen die Vermutung. Der Schwarzspecht (Dryocopus martius) ist im Revier. Im weiteren Verlauf wird, nicht weit von den Lautäußerungen, auch der Brutbaum gefunden. Es ist eine Pappel, die der Sturm vor nicht allzu langer Zeit in der Mitte abgeknickt hat. Der untere, nun abgestorbene Stamm, weist im oberen Vierteil eine große, leicht ovale Öffnung auf. Es ist wohl keine brand-neue Höhle. Dafür wirkt der Rand der Höhle nicht frisch genug; doch weisen Holzspäne am Boden auf eine Überarbeitung der Höhle, diesmal für Brutzwecke, hin.

Wenig später kommt der Schwarzspecht – ein Männchen – angeflogen. Um den eigentlichen Brutbaum herum, sind die Schwarzspechte erstaunlich ruhig. Ohne Lautäußerung wird der Baum unterhalb des Brutlochs angeflogen. Dann sichert der Schwarzspecht zur Seite, nach oben. Dann verschwindet er sodaß Continue reading Schwarzspecht an Bruthöhle

Heidemoore in der Wahner Heide

Schwarzkehlchen (europ.)Die leuchtend weißen, weithin sichtbaren Blüten des Wollgrases wiegen sich sanft im Wind. Sie bieten einen herrlichen, unschuldigen Anblick. An manchen Standorten bildet diese Pflanze wogende Teppiche, über denen verschiedene Libellenarten nach Beute jagen. Ein männliches Schwarzkehlchen (Saxicola rubicola) wippt auf einem vorjährigen Staudenstengel und überwacht sein Revier am Rand der Wasserfläche. Die Heide-Moor-Landschaft ist zu allen Jahreszeiten wahrhaftig fotografisch besonders lohnenswert.

Mein bevorzugtes Fotorevier waren lange die Heidemoore in der Wahner Heide im Südosten Kölns. Bis vor einigen Jahren wurde die Wahner Heide als militärisches Übungsgebiet genutzt. Der sandige Untergrund kam bei dem Übungsbetrieb zu Tage. Die Heide-Moor-Landschaft besteht überwiegend aus Sandheiden, die trockenere Bereiche einnehmen, während sich in Dünentälern Feuchtheiden und Heidemoore mit nährstoffarmen Stillgewässern gebildet haben.

Heiden sowie Heidemoore zählen zu den besonders bedrohten Continue reading Heidemoore in der Wahner Heide

Where to watch birds im Nationalpark Bayerischer Wald

DreizehenspechtDer Nationalpark Bayerischer Wald und der unmittelbar angrenzende Nationalpark Sumava in Tschechien bieten mit einer Fläche von nahezu 1.000 km². ein beachtliches Potenzial für den Schutz von mitteleuropäischer Wildnis und eine riesige Spielwiese für Naturfotografen. Das ist das größte zusammenhängende Waldgebiet Mitteleuropas. Zwischen den beiden Bergen Falkenstein und Lusen ist das Naturerlebnis grandios.

Eine sehr gut Fotografierzeit ist nicht zuletzt der Winter im Nationalpark. Der Bayerische Wald ist zwar „nur“ ein Mittelgebirge. Das Klima ist im Bayerische Wald aber besonders rau. Neben den extrem hohen Niederschlägen gibt es sehr oft Nebel, und es kann das ganze Jahr” hindurch schneien. Die Winter sind sehr kalt, schneereich und vor allem lang. Oft fällt im Oktober der erste Schnee, der erst im April dem Frühling weicht. Eine geschlossene Schneedecke über eine Periode von sechs Monaten ist im Bayerischen Wald nichts Ungewöhnliches. Gute Plätze zum Fotografieren von wilden Bergbächen im Nationalpark sind zum Continue reading Where to watch birds im Nationalpark Bayerischer Wald

Nockberge: ein österreichischer Biosphärenpark

RauhfusskauzDer Name Nocke bezeichnet die runden Formen der bis zu 2.400 m hohen Berge im Süden der österreichischen Alpen. Als Bestandteil der Gurktaler Alpen bestehen die Nockberge vorwiegend aus kristallinen Gesteinsarten und zählen erdgeschichtlich zu den ältesten Gebirgen Österreichs. Die geologische Besonderheit dieser Berglandschaft ist jedoch der rund drei Kilometer breite Kalk- und Dolomitgesteinszug, der den Nationalpark durchzieht. Vor allem dank dieser besonderen geologischen Verhältnisse entwickelte sich in den Nockbergen eine äußerst vielfältige Tier- und Pflanzenwelt. 1987 als Nationalpark Nockberge gegründet, wurden die Nockberge 2012 in einen Biosphärenpark nach Konzept der UNESCO umgewandelt. Im Unterschied zu den Nationalparks, die dem Schutz von Wildnisgebieten dienen, sind die Biosphärenparks Kulturlandschaften. Die Nockberge sind vom bäuerlichen Leben geprägt, wie es hier seit Jahrhunderten gepflegt wird. Die Almwirtschaft ist der Garant für den Erhalt der weiten Wiesenflächen mit ihrer typischen Blumen.

Besonders die Vogelwelt ist mit einigen besonderen Vertretern in den Nockbergen vertreten. Genannt werden sollen nur Steinadler (Aquila chrysaetos), Steinhuhn (Alectoris graeca), Birkhuhn (Tetrao tetrix), Auerhuhn (Tetrao urogallus), Alpenschneehuhn (Lagopus muta), Mornellregenpfeifer (Charadrius morinellus), Uhu (Bubo bubo), Sperlingskauz (Glaucidium passerinum), Rauhfusskauz (Aegolius funereus), Continue reading Nockberge: ein österreichischer Biosphärenpark

Schwarzspecht in Schlafbaum

SchwarzspechtDie Nuthe-Nieplitz-Niederung ist in den trockenen Bereichen von Kiefernwäldern, manchmal richtigen Kiefernplantagen, geprägt. Ein Buchenstamm-Spezialist wie der Schwarzspecht (Dryocopus martius) dürfte es also in diesem Naturgebiet südlich von Berlin schwer haben. Trotzdem ergab eine Kartierung in den Jahren 2007 und 2008 erstaunliche Erkenntnisse. So wurden im SPA der Nuthe-Nieplitz-Niederung auf ca. 5500 ha 22 Schwarzspechte kartiert.

Da der Schwarzspecht in Sachen Höhlenbäume recht wählerisch ist, eine bemerkenswerte Zahl. Zur Anlage von Brut- und Schlafhöhlen bevorzugt der Schwarzspecht nämlich keine Nadelbäume, sondern alte Buchen. Diese Vorliebe macht den Schwarzspecht normalerweise zu einem typischen Bewohner von Mischwäldern des Mittellandes. Die wenigen Buchen in der Nuthe-Nieplitz-Niederung, die dick genug sind, sind daher heißbegehrt.

“Kliööh“ klingt es durch den winterlichen Wald. 5 dicke Buchen Continue reading Schwarzspecht in Schlafbaum

Nationalpark Bayerischer Wald: Waldlandschaft in grosser Diversität

TannenhäherEingebettet in eine schneereiche, hügelige Kulturlandschaft bietet der Nationalpark Bayerischer Wald an der Grenze nach Tschechien Raum für Wildnis. Für Wälder, die noch – oder schon wieder – wie Urwälder wachsen können. Diese Wälder unterliegen einem ständigen Wandel. Alte und geschwächte Bäume werden nicht gefällt und aus dem Wald entfernt, sondern bleiben stehen, bis sie vom Wind umgeworfen oder vom Schnee niedergedrückt werden. Dieses Mittelgebirge am nord-östlichen Rand Bayerns ist einem ständigen Wandel unterworfen. Alte und geschwächte Bäume werden nicht gefällt und aus dem Wald entfernt, sondern bleiben stehen, bis sie vom Wind umgeworfen oder vom Schnee niedergedrückt werden. Insekten, wie der Borkenkäfer, die im Wirtschaftswald als Schädlinge angesehen werden, dürfen hier ungehindert ihren natürlichen Beitrag zur Waldentwicklung leisten. Mit einer ungeheuren Dynamik verändern sich die Wälder, werden wilder, vielseitiger und für den Naturfreund auch immer attraktiver.

Der Nationalpark Bayerischer Wald grenzt unmittelbar an den Nationalpark Sumava in Tschechien. Zusammen ergeben sie eine Fläche von nahezu 1.000 km². Das ist das größte zusammenhängende Waldgebiet Mitteleuropas. Der Nationalpark Bayerischer Wald bietet somit ein beachtenswertes Potenzial für den Schutz von Wildnis und eine riesige Spielwiese für Naturfotografen. Neben mehreren Arten von Raufußhühnern wie Auerhuhn (Tetrao urogallus) oder Haselhuhn (Bonasa bonasia), die Continue reading Nationalpark Bayerischer Wald: Waldlandschaft in grosser Diversität