Tag Archives: Tetrao tetrix

Foula: Heimat der grössten Skua-Brutkolonie

SkuaEtwas kam wie ein Bomber aus dem Zweiten Weltkrieg aus Richtung der hochstehenden Sonne heruntergestürzt, schwankte gefährlich mit seinen Flügeln auf mich zu, bevor es im letzten Moment abbrach und mich atemlos und erschüttert zurückließ. Der braune Vogel bringt mir bei, dass ich zu nahe an sein Nest komme, dachte ich. Denn irgendwo auf dem sumpfigen Boden neben dem Bohlenweg mußte sich ein kleines, flauschiges Küken befinden, das vor Eindringlingen geschützt werden musste.

Skuas (Stercorarius skua) sind beeindruckende Vögel. Mit ihrem dunkelbraunen Gefieder und den breiten Flügeln sehen sie eher aus wie eine Kreuzung zwischen Bussard und Möwe allerdings mit doppelt so viel Aggressionspotential. Sie sind auch eher seltene Vögel, die man abseits des Atlantiks und seiner Küste sehen kann. Weit über die Hälfte der Population weltweit – ungefähr 10.000 Paare – brütet in Schottland. Die meisten auf den Shetlandinseln, wo sie unter dem altnordischen Namen „Bonxie“ bekannt sind. Auf Foula befindet sich die weltweit größte Brutkolonie dieser Art.  Die Berge und weiten Moor- und Heideflächen der Shetlandinsel Foula sind die Heimat für die weltgrößte Kolonie der Großen Raubmöwen, wie die Art auch genannt wird. In der Sprache der Einheimischen Continue reading Foula: Heimat der grössten Skua-Brutkolonie

Vögel in der Trillemarka

DreizehenspechtTrolle lauern überall. In den ursprünglichen Wäldern von Trillemarka und Rollagsfjellet regen viele längst abgestorbene Baumveteranen die Phantasie der Menschen an. Als Höhlenbrüter profitiert der Trauerschnäpper  (Ficedula hypoleuca) ganz besonders von den großen, teils uralten Baumbeständen mit ihren vielen Spalten und Höhlen. Uralte Kieferbäume lassen die Märchen von Trollen und Waldgeistern immer wieder lebendig werden. Im Unterwuchs ist das Haselhuhn (Bonasa bonasia) nicht selten. Schellente (Bucephala clangula) und Mittelsäger (Mergus serrator) machen ebenfalls gerne Gebrauch von alten Baumriesen. Sie nutzen die alten Nisthöhlen des Schwarzspechts (Dryocopus martius).

Man kann sich bezaubern lassen von jahrhundertealten Kiefern, die mit ihrem knorrigen Wuchs die typisch norwegischen Trollgeschichten sehr lebendig erscheinen lassen. Die teilweise enorm großen Fichten sind dicht behängen mit Flechten, was dem Wald gerade bei schlechtem Wetter etwas Geheimnisvolles verleiht. Gerade dann lohnt sich das Fotografieren, weil die Farben besonders satt wirken.

Hier findet man noch die Wolfsflechte (Letharia vulpina) und Vertreter der Bartflechten der Gattung Usnea. Diese umfasst Flechten, die meist von Bäumen herabhängend wachsen. Diese gehören zu den seltensten Flechtenarten Skandinaviens und zeigen die Intaktheit der Natur an. Das norwegische Wort „Huldra“ Continue reading Vögel in der Trillemarka

Laufhühnchen in Europa ausgestorben

LaufhühnchenNach fast 40 Jahren ohne bestätigte Sichtung ist das Laufhühnchen (Turnix sylvatica), auch Rostkehl-Kampfwachtel genannt, der erste Vogel, der seit dem Riesenalk (Alca impennis) in Europa ausgestorben ist. Je nachdem, wie man „Europa“ versteht – politisch oder  geografisch – leistet noch der Kanaren-Austernfischer (Haematopus meadewaldoi), auch als Kanarischer Austernfischer bekannt, Gesellschaft. Das ist eine andere “europäische” Art, die in letzter Zeit ausgestorben ist.

Die unter englischen Vogelbeobachtern eher als Andalusian Hemipode bekannte Art wurde von der spanischen Regierung offiziell als ausgestorben eingestuft. In Südspanien wurden in den letzten zwei Jahrzehnten umfangreiche Nachforschungen durchgeführt, um die ggf. verbleibenden Populationen dieser schwer zu entdeckenden Art zu finden. Die letzte bestätigte spanische Meldung datiert aus dem Jahr 1981 in der Nähe des Doñana-Nationalparks. Verlässliche Beobachtungen wurden keine mehr gemacht. Allerdings wurden Rufe bis kurz nach der Jahrtausendwende aus dem Gebiet gemeldet. Von diesen Meldungen wurde von der Seltenheitskommission jedoch keine vollständig akzeptiert. Im Gegensatz zu anderen ausgestorbenen Vögeln ist das Laufhühnchen nicht global ausgestorben. Es ist Continue reading Laufhühnchen in Europa ausgestorben

Ptarmigan in Tyrol

AlpenschneehuhnA rattling, gibbering call is thrown back from the high rocky walls in echoes. After 1 minute, the call is repeated. Carefully, I try to approach the noise source. Unexpectedly, a Rock Ptarmigan (Lagopus mutus) appears between the boulders. After only two shots, the Ptarmigan is already disappeared.

In the middle of the mighty mountain range of the European Alps lies the province of Tyrol. Here you can follow untouched natural landscapes from the meadows in the valley over the alpine meadows and forests far up to rugged slopes in the high mountains.

Rugged peaks and countless, crystal-clear mountain lakes, which lie in the midst of idyllic pastures characterize Tyrol. Throughout the year, but especially in autumn, Tirol offers photo opportunities galore. They make every nature photographer’s heart beat faster. Tyrol is home to a typical bird species set for the subalpine and alpine elevations of the Alps in the upper mountain regions.

Northern Wheatear (Oenanthe oenanthe), Meadow Pipit (Anthus pratensis), Common Rock Thrush or Rufous-tailed Rock Thrush (Monticola saxatilis) or Alpine Accentor (Prunella collaris) are examples from the songbird comunity.

A summary rating of Tyrol is currently not possible. However, due to Continue reading Ptarmigan in Tyrol

Great snipe on a lek in Estonia

DoppelschnepfeTo photograph a male Great Snipe (Gallinago media) displaying on a lek in the wide-stretched lowlands of northern Middle Europe, was the target. In a project in collaboration with scientists from Estonian University of Life Sciences is was possible to perform this task in one of the remaining habitats which used to be so typical for this species. It occurred until the 19th century in the Netherlands, Germany, Denmark, Finland and the lowlands of Sweden and Norway – sometimes in remarkable abundancy.

Whereas in the western parts of Middle Europe the loss and deterioration of important floodplain meadow and marshland habitat led numbers of Great Snipe decline dramatically, wide river valleys with extensive grassy meadows are still existent in the low-populated Estonia.

As mentioned, the main objective of a trip to Estonia was, to photograph the Great Snipe in its ancestral habitat, the lowlands of Continue reading Great snipe on a lek in Estonia

Raufusshühner im Toten Gebirge

AlpenschneehuhnSchroffe Gipfel und unzählige, glasklare Gebirgsseen, die inmitten idyllischer Almen liegen, prägen das Tote Gebirge. Das ganze Jahr über, aber besonders im Herbst, bietet das Tote Gebirge Fotomotive in Hülle und Fülle. Sie lassen das Herz jedes Naturfotografen höher schlagen. Von manchem Berg im Toten Gebirge bietet sich ein herrlicher Blick auf das gegenüberliegende Dachstein-Massiv.

Das Tote Gebirge beherbergt eine für die subalpine und alpine Höhenstufe der Alpen typische Artengarnitur. Aus dem Toten Gebirge liegen zwar die Ergebnisse mehrerer vogelkundlicher Untersuchungen vor. Eine zusammenfassende Bewertung des Gebiets ist derzeit aber noch nicht möglich. Aufgrund der Größe des Gebietes sind jedoch repräsentative Populationen typischer Arten und Vogelgemeinschaften der hochmontanen, subalpinen und alpinen Stufe erfasst.

Das Tote Gebirge liegt im Herzen Österreichs und ist das Grenzgebirge zwischen den Bundesländern Steiermark und Oberösterreich. Die gewaltige, stark zerfurchte Urlandschaft stellt mit einer Fläche von nahezu 400 Quadratkilometern die größte Karstfläche der Ostalpen dar. Sie ist geprägt von den saftig grünen Continue reading Raufusshühner im Toten Gebirge

Birkhahnbalz in Finnland

BirkhuhnNaturfotografen, die im April nach Finnland fahren um den während eines Workshop jin der Nähe der Ostsee den Bartkauz (Strix nebulosa) zu fotografieren, kann – ganz nebenbei – weitere schneebedeckte Gebiete besuchen um ein ganz besonderes Naturschauspiel beobachten zu können: die Birkhahnbalz. Will man Fotos von der Birkhahnbalz machen, sollte man schon allein aus naturschützerischen Gründen nach Skandinavien fahren und nicht auch noch die letzten Überreste heimischer Populationen dem Streß der Fotografie aussetzen.

Früh muß man aufstehen, um sich vor Tagesanbruch in den stabilen, gut-isolierten Holzverschlägen mit Matraze und alten Schlafsäcken häuslich eingerichtet zu haben. In dem Versteck muß man sich dann vollkommen ruhig verhalten. Nach und nach kommen die Hähne näher an die schneebedeckte Ebene. Der hintere Bereich eines Continue reading Birkhahnbalz in Finnland

Nockberge: ein österreichischer Biosphärenpark

RauhfusskauzDer Name Nocke bezeichnet die runden Formen der bis zu 2.400 m hohen Berge im Süden der österreichischen Alpen. Als Bestandteil der Gurktaler Alpen bestehen die Nockberge vorwiegend aus kristallinen Gesteinsarten und zählen erdgeschichtlich zu den ältesten Gebirgen Österreichs. Die geologische Besonderheit dieser Berglandschaft ist jedoch der rund drei Kilometer breite Kalk- und Dolomitgesteinszug, der den Nationalpark durchzieht. Vor allem dank dieser besonderen geologischen Verhältnisse entwickelte sich in den Nockbergen eine äußerst vielfältige Tier- und Pflanzenwelt. 1987 als Nationalpark Nockberge gegründet, wurden die Nockberge 2012 in einen Biosphärenpark nach Konzept der UNESCO umgewandelt. Im Unterschied zu den Nationalparks, die dem Schutz von Wildnisgebieten dienen, sind die Biosphärenparks Kulturlandschaften. Die Nockberge sind vom bäuerlichen Leben geprägt, wie es hier seit Jahrhunderten gepflegt wird. Die Almwirtschaft ist der Garant für den Erhalt der weiten Wiesenflächen mit ihrer typischen Blumen.

Besonders die Vogelwelt ist mit einigen besonderen Vertretern in den Nockbergen vertreten. Genannt werden sollen nur Steinadler (Aquila chrysaetos), Steinhuhn (Alectoris graeca), Birkhuhn (Tetrao tetrix), Auerhuhn (Tetrao urogallus), Alpenschneehuhn (Lagopus muta), Mornellregenpfeifer (Charadrius morinellus), Uhu (Bubo bubo), Sperlingskauz (Glaucidium passerinum), Rauhfusskauz (Aegolius funereus), Continue reading Nockberge: ein österreichischer Biosphärenpark

Die Tatra in der Slowakei: Kleines Gebirge mit großer Vielfalt

RauhfusskauzMitten in Europa, wo wir daran gewöhnt sind, dass jeder Quadratzentimeter Natur vom Menschen genutzt oder zumindest gepflegt wird, kann sich die Natur in einem kleinen Gebirge im Norden der Slowakei weitgehend frei entfalten. Die Tatra ist ein Gebirgszug, der Länge nach von Ost nach West rund 6o km und an seiner breitesten Stelle gerade einmal knapp 77 km misst. Inmitten des nördlichen Karpatenbogens, im slowakisch-polnischen Grenzraum der Westkarpaten, ragt die Tatra als ein Hochgebirgsmassiv aus der Ebene empor. Um dieses Hochgebirge vor schädlichen menschlichen Zugriffen zu schützen, wurde es bereits vor über 60 Jahren zum Nationalpark erklärt. Eingebettet in eine wilde und unwirtliche Landschaft bietet der Nationalpark Raum für Wildnis, für Wälder, die noch wie Urwälder wachsen können. Und das mitten in Mitteleuropa. Diese Wälder unterliegen einem ständigen Wandel. Alte und geschwächte Bäume werden nicht gefällt und aus dem Wald entfernt, sondern bleiben stehen, bis sie vom Wind umgeworfen oder vom Schnee niedergedrückt werden. Die Tatra hat so ein großen Potenzial für den Schutz von Wildnis und stellt ein riesiges Betätigungsfeld für den Naturliebhaber dar. Die naturnahen Wälder verschaffen auch Insekten einen Lebensraum. Sie profitieren von den Totholzmassen, die es im Wirtschaftswald nicht gibt. Damit erklärt sich auch das Vorkommen von sieben verschiedenen Spechtarten, die im Continue reading Die Tatra in der Slowakei: Kleines Gebirge mit großer Vielfalt

Black Grouse on leks in the snowy spring of Finland

BirkhuhnNature photographers, who visit the snow-capped central Finland in early April, might observe a very special natural event: the mating display of the Black Grouse (Tetrao tetrix).  If you want to take pictures of the mating display, you should go to Scandinavia for nature conservation reasons alone. For the last remnants of domestic populations the stress of photography is too high.

You have to get up early in order to get a good night’s sleep in the stable, well-insulated wooden cabinets with mattresses and old sleeping bags before daybreak. In the hiding place you have to be completely calm. Gradually, the cocks come closer to the snow-capped plain. A sound makes the presence of the cocks divine; It is a quiet cooing to hear.

In the morning dawn the first cocks of Black Grouse appear on the mating grounds . They announce their arrival with vigorous hissing. Then they begin to walk back and forth with little tripple steps. The wings grind deeply over the ground. They make rolling sounds. With sounds like this: “Kuluku -Lulluku -Kulluku”.

30 cocks run in front of the hiding places in quite a narrow area. If they come close to imaginary limits, they take an imposition. For two or three, they walk along the border parallel to the border. In such moments, they call particularly loudly. They try to force the opponent to turn back. Both cocks are hissing and spitting sounds when they try to persuade the opponent to repent. The images in the gallery show the vigorous fights of the Black Grouse cocks.

All this takes place according to a fixed “ritual”. If none of the Continue reading Black Grouse on leks in the snowy spring of Finland

Steinadler am winterlichen Köder

SteinadlerAuch aus großer Höhe entdecken die scharfen Augen jede Beute. Es dauert trotzdem stundenlang, bis man den eindrucksvollen Steinadler (Aquila chrysaetos) am Köder im Winter beobachten kann. Und dann hat man auch noch Glück. Die erste Beobachtung eines Besuchs eines Steinadler an einem Luder lief so ab, daß ein junger Vogel nur kurz auf einer Kiefer saß, bevor er wieder verschwandt. Der Adler hatte nicht einmal versucht, sich am Kadaver eines ausgelegten Fuchses zu bedienen.

Möglicherweise hatten sie mich auch beobachtet, als ich in der Dämmerung mein Versteck aufsuchte und glaubte, daß kein Adler in der Nähe sei. Vielleicht war es aber so, daß ein Adler einige Kilometer entfernt auf einem Baum auf einer Bergkuppe saß und dorthin nach abgeschlossener Mahlzeit zurückkehrte. Es ist fast unmöglich, ein Versteck zu bauen, ohne daß die Adler eine Möglichkeit zur Einsicht haben. Obwohl das Versteck gut isoliert war, hatte ich die Befürchtung, daß die Greife durch das Auslösegeräusch der Kamera gestört würden. Die „Geräuschkulisse” schienen aber nicht wirklich zu stören. Das Geräusch der Kamera war bei der nicht sehr leise arbeitenden Canon EOS 1 DX Continue reading Steinadler am winterlichen Köder

Birkhähne am Balzplatz

Black GrouseIn Deutschland ist es fast eine aussterbende Erfahrung: das Birkhahngurren ((Tetrao tetrix) im zeitigen Frühjahr. Der autochtone Bestand in der Rhön ist fast erloschen. Nur in den Alpen lebt noch eine vitale Population dieses mittelgroßen Raufußhuhns.

Will man Fotos von der Birkhahnbalz machen, sollte man auch aus naturschützerischen Gesichtspunkten nach Skandinavien fahren und nicht auch noch die letzten Überreste heimischer Populationen dem Streß der Fotografie aussetzen. Im Frühjahr 2013 Continue reading Birkhähne am Balzplatz