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Arktische Gänse als Überwinterer am Niederrhein

Arktische Gänse können ein absolut beeindruckendes Spektakel bieten. Wenn man im Winter mit dem Auto an den Niederrhein fährt, kann man sich dem kaum entziehen. Irgendwann ab Mitte Oktober kann man die ersten weit entfernten Rufe der Bläßgänse (Anser albifrons) hören, die aus ihren sommerlichen Brutgebieten zum Überwintern an den Niederrhein ziehen. Meist nachts kommen sie in hoch fliegender Keilformation unsichtbar, aber gut hörbar an die Rheinauen unterhalb von Duisburg bis nach Holland. Der Aufenthalt der vielen 10.000 arktischen Wildgänse in den Wintermonaten ist nicht nur ein akustisches sondern auch ästhetisches Schauspiel. Überall auf den Acker- oder Grünlandflächen findet man große Gruppen von äsenden Gänsen. Sie lassen sich durch den Menschen kaum noch stören, da sie inzwischen wissen, dass sie hier nicht bejagt werden. Auch die Landwirtschaft hat sich mit ihnen arrangiert, nachdem die Landesregierung mit mehreren Millionen Euro pro Winter die Gänseschäden ausgleicht.

Rund 150.000 bis 180.000 Wildgänse werden demnächst wieder in den Walsumer Rheinauen sowie in angrenzenden Bereichen am Niederrhein überwintern. Hierunter wird auch so manche Saatgans (Anser fabalis) oder Nonnengans (Branta leucopsis) sein. So manchem Landwirt sind die Tiere ein Dorn im Auge, weil sie oftmals den einfachsten Weg bei der Futtersuche gehen. Das heißt, daß sie sich das frische Wintergetreide herauszupfen. Deshalb fordern Bauern immer wieder, die Tiere durch Bejagung zu vertreiben. Der größte Teil der arktischen Gänse Continue reading Arktische Gänse als Überwinterer am Niederrhein

Tangare in Itatiaia

DreifarbentangareParque Nacional do Itatiaia. Man kann den Park mit Rio de Janeiros höchsten Punkt kaum ohne Superlative beschreiben. Der Nationalpark ist eine Waldoase in sonst trostloser Landschaft.

Fährt man von Sao Paulo in Richtung Rio de Janeiro fährt man an hauptsächlich landwirtschaftlich genutztes Gebiet vorbei. Erst der Parque Nacional do Itatiaia (manchmal auch Itatiaia NP in englischen Reiseführern genannt) gibt einem wieder das Gefühl, ursprüngliche Natur zu sehen.

Das Besondere ist, dass hier ein Teil der berühmten Mata Atlântica, ein tropischer Regenwald, der früher eine hundertfach so große Ausdehnung hatte, zu erfahren ist. Der Park ist einfach großartig um Vögel zu beobachten. Neben der atemberaubenden landschaftlichen Schönheit der Region Itatiaia wird man mit einer frischen, köstlichen Luft zum Atmen sowie den vielen Wasserfällen belohnt. Die Wasserfälle sind zahlreich und wirklich super sauber. Es ist möglich, einen ganzen Tag zu Fuß über Wanderwege zu verbringen und verschiedene Wasserfälle zu besuchen. Viele Aussichtspunkte sind einen Besuch wert.

Bei einem Aufenthalt sollte man sich ein Frühstück an einem Fensterplatz im wunderschön gelegenen Hotel do Ype mitten im Park nicht entgehen lassen. Wenn man aus den kleinen aber sehr gemütlichen Hütten zum Schlafen stolpert, wird man von der weiten Aussicht über das Tal verzaubert. Ein blaugrauer Wolkenteppich liegt normalerweise über dem Tiefland. Im Dämmerlicht der Morgendämmerung versammeln sich Klippenfliegenfänger (Hirundinea ferruginea) bereits auf den Dächern von Hütten in der Nähe. Eine erste Priorität sollte eine sorgfältige Inspektion des Hotelgeländes und der Hotelzuführungen sein. Auf den Balkonen Continue reading Tangare in Itatiaia

Rotschwanz-Pflanzenmäher in Patagonien

DRotschwanz-Pflanzenmäherer Weg von El Chalten führt in den nördlichen Bereich des Nationalparks Los Glaciares. Auf einer Piste geht es zunächst durch das Tal des Río de las Vueltas bis zum Lago del Desierto. Der Bereich des Nationalparks Los Glaciares um den Lago Desierto ist Patagonien pur. Am Lago Desierto angekommen tut sich ein eindrucksvolles Panorama auf. Die Gletscher Crestón und Huemul sind schon zu ahnen. Vom Vespignani-Gletschers hat man einen atemberaubenden Blick auf die Nordseite des Monte Fitz Roy.

Morgens früh starten wir am Campingplatz. Es geht den Norduferabschnitt des Lago Desierto entlang. Der Weg am See ist nicht viel mehr als ein Pfad am Wasser entlang. Dafür müssen wir eine sehr abenteuerliche Hängebrücke queren. Der Sendero Punta Norte geht über Stock und Stein. Der Pfad ist aber einfach, denn er führt ohne Anstiege durch den Wald und am See entlang. Der Weg führt durch einen Wald in dem es viele der typischen Bäume Südpatagoniens nämlich die Lenga-Südbuche (Nothofagus pumilio) und die Ñire – die Antarktische Scheinbuche (Nothofagus antarctica), auch Antarktische Südbuche oder Pfennigbuche genannt – gibt. Leider sind graue, dichte Wolken am Himmel.

Besonders ist die Sichtung und ausgiebige Fotografie eines Schwarzkehl-Bürzelstelzers (Pteroptochos tarnii) am Lago del Desierto.   Der Vogel wird kurz auch nur Huet-huet genannt. Das Huet-huet bleibt einfach so da stehen und läuft dann ohne Scheu ein paar Meter. Verharrt und scharrt mit den Füssen in der lockeren Walderde. Immer wieder muß ich auf das Huet-huet zugehen und es in den Hintergrund scheuchen, weil die Naheinstellgrenze am Objektiv unterschritten wird. Der Vogel nimmt es gelassen hin. Es wird sich um eine besonders ergiebige Stelle am Waldboden handeln. Das Black-throated Huet-huet kommt immer wieder zurück zu der Stelle und scharrt dann sofort wieder.

Eine zweite Top-Gelegenheit ergibt sich auf der Rückfahrt  bei El Chalten. Die Sonne kommt zunehmend zwischen den Wolken heraus. Meine Aufmerksamkeit wird durch einen Rotschwanz-Pflanzenmäher (Phytotoma rara)Rufous-tailed Plantcutter in Anspruch genommen wird: Es ist ein Männchen, was – wie immer – sehr territorial ist. Der Grund für die gute Ansammlung an Vögeln ist ein früchtetragender Strauch, wohl die El Calafate. Er hat dunkelblaue Früchte, die wie unsere Heidelbeeren aussehen. Für die Vögel ein wahres Paradies, und für den Fotografen auch. Es ist ja bekannt, daß die Rufous-tailed Plantcutter offenes dorniges Gestrüpp (z. B. mit Berberitzen) an Waldränder oder auf Lichtungen im Nothofagus-Wald lieben. Die Vögel gehen in der Brutzeit paarweise auf Nahrungssuche, zu anderen Zeiten in Gruppen von 6–12 Individuen. Ich warte in meinem Auto darauf, dass einer der Esser mal vorwitzig seinen Kopf aus der Buchsblättrigen Berberitze (Berberis microphylla bzw. Berberis buxifolia) heraussteckt, was diese dann auch ab und zu tun. Das Rufous-tailed Plantcutter-Männchen ist so vertraut nach einiger Zeit, dass es sitzen bleibt und das Auto bis auf ca. 10m akzeptiert. Toll. Schön ist auch, dass immer wieder die Sonne herauskommt und daher die Lichtreflexe immer wieder anders sind.

Patagonien ist ein Land der Gegensätze. Patagonien, das sturmgepeitschte Südende des Südamerikanischen Kontinents, zieht nicht nur Naturfotografen in seinen Bann. Je weiter man nach Süden kommt und je schmaler das Land wird, desto weiter und endloser scheint die Landschaft zu werden. Unvermittelt ragen schroffe Berge wie Fangzähne aus der Ebene. Wolkenfetzen jagen über den Himmel.

Die Betrachtungen der Fels- und Eislandschaften so berühmter Bergmassive wie Fitz Roy, Cerro Torre und die Torres del Paine sind atemberaubend. Die türkisblauen Gletscherseen wie der Lago Desierto darunter bilden einen perfekten Kontrast. Das oft wechselnde Wetter und der starke Wind sind ein ständiger Begleiter in Patagonien und verstärken noch die Rauheit dieses Landstrichs. Nur selten mischt sich der Flügelschlag eines Andenkondors (Vultur gryphus) oder das helle Schreien eines Guanakos (Lama guanicoe) in das unablässige Heulen des Windes.

Blaue Gletscher schimmern im weichen Licht des Südens, ihr Eis knirscht, knackt und kracht. So in Argentiniens wohl schönsten Nationalpark “Los Glaciares” mit dem imposanten Gletscher “Perito Moreno” und seinen bis zu 70 m hohen Eistürmen. Von diesen stürzen immer wieder mächtige Eisbrocken in den “Lago Argentino“. Die Buchsblättrige Berberitze, die in ihrer Heimat michai, mulun oder calafate genannt wird, ist ein Symbol für Patagonien. Sie ist im Süden bis nach Feuerland verbreitet. Die Legende besagt, dass jeder, der Beeren von diesem Strauch isst, bestimmt wieder nach Patagonien zurückkehren wird.

Ein Erlebnis ist eine Fahrt durch patagonische Landschaften ob diesseits oder jenseits der argentinisch/chilenischen Grenze. Den “Torres del Paine”- Nationalpark muß man einfach mit einer eindrücklicher, mehrstündigen Wanderung erleben.

Bird-lens ist vor allem eine Website, die die wachsende Nachfrage nach hochwertigen Aufnahmen der Vögel der Westpaläarktis befriedigen soll. Um die Nachfrage nach Top- Aufnahmen seltener Vogelarten befriedigen zu können, hat Bird–Lens.com auch gezielt Reisen nach Asien, Afrika oder Südamerika unternommen. Dies alles um exzellente Fotos von Vögeln machen zu können. Die Ausbeute an Bildern nicht nur von seltenen westpaläarktischen Vögeln ist sehr gut. Das schöne Bild des Blogs ist nur ein erster Eindruck, was Sie in hinter dem Reiter “Picture Shop” sehr bald finden können. Hinterlassen Sie doch einfach eine Nachricht, wenn bird-lens.com mit einem Bild dienen kann.

Kraniche im Rambower Moor

KranichSüd-östlich des malerischen Prignitz-Dörfchen Rambow öffnet sich der Blick in eine weite Ebene. Schilf und flache Gewässer sind schon von weitem zu sehen. Dazwischen stehen in der winterlichen Sonne hohe graue Gestalten. Es sind Kraniche (Grus grus), die hier mitten im Winter rasten. Sie heben sich wunderbar von dem gold-gelb der Schilfstengel hinter ihnen ab. Die Vögel sind schon in großer Distanz auszumachen. Im Rambower Moor kommen im März bis zu 1500 Kraniche zur nächtlichen Rast zusammen. Jetzt sind es natürlich viel weniger. Vielleicht ist es aber auch noch zu früh am Tag und auch zu sonnig. Dann verbringen die Kraniche mehr Zeit auf Maisfeldern und kommen erst später zu ihrem Rastplatz im Moor.

Eigentlich sollten sie nun in ihren Winterquartieren in Spanien und Frankreich sein. Doch scheint der Winter bisher nicht so grimmig zu sein, dass es sich lohnen würde, die weite Reise auf sich zu nehmen.

Das Rambower Moor bietet ihnen gute Bedingungen nicht nur für die Brut, sondern auch für die Rast und vielleicht auch die Überwinterung. In den flachen Gewässern finden sie Schutz vor Feinden, und der Tisch ist reich gedeckt für die grauen Vögel. Zu Dutzenden stehen sie im seichten Wasser. In der Überwinterungsphase treffen sich die Vögel in kopfstarken Gruppen, die sich an den nächtlichen Schlaf­plätzen dann wiederum mit anderen Verbänden zusammenschließen. Während der Rast bietet die Gruppe den Vögeln Schutz vor Feinden – je größer desto besser. Immer wieder zeigen die Kraniche ihre weit ausgebreiteten Schwingen, so als wollten sie jetzt schon mit den Balztänzen beginnen. Ansonsten wird vor allem gefressen. Die Kraniche lassen Continue reading Kraniche im Rambower Moor

Wanderfalke nutzt den Herbstzug

WanderfalkeDer frühe Morgen an einem eher bedeckten Tag mit südwestlichem Wind und einigen unangenehmen Böen im südlichen Brandenburg war bisher nicht sehr produktiv gewesen. Plötzlich fällt eine grau-bläuliche Plane auf einem Acker auf. Ich denke spontan an ein verwehtes Stück Plastik; so wie es zur Abdeckung von Spargelfeldern verwendet wird. Das muß wohl durch den Wind auf diesen Acker geweht worden sein. Zum Glück halte ich trotzdem mit dem Fernglas auf diesen Gegenstand. Zu meiner Freude ist es ein veritabler Wanderfalke (Falco peregrinus), ziemlich sicher ein adultes Exemplar, das auf Acker rastet. Von der Größe her könnte es durchaus wohl ein Weibchen sein. Sicher eine Viertelstunde kann ich den wunderschönen Greif auf dem Acker beobachten. Ich möchte aber unbedingt noch den Abflug erleben. Eine Weile steht der Vogel auf dem Acker, schaut immer mal herüber und fängt dann sogar an sich zu putzen. Ein intensives, vielstimmiges Zwitschern kündigt ziehende Rauchschwalben (Hirundo rustica) schon von weitem an. Ein Trupp fliegt über mich. Sie halten genau auf den Wanderfalken zu. Nach einigen Sekunden sehe ich die Schwalben über den Falken ziehen ohne ihn augenscheinlich zur Kenntnis zu nehmen. Der Wanderfalke läßt sich natürlich erst recht nicht stören. Nur kurz ist die Vorbereitung, ein kurzes „in-die-Knie-gehen“. Dann startet der Wanderfalke zum Flug. In einiger Entfernung scheucht er Ringeltauben (Columba palumbus) ebenfalls auf einem Acker auf. Die Landschaft besteht weitgehend aus einer Agrarsteppe, die nur hier und da von Windschutzhecken und einzelnen Baumreihen Continue reading Wanderfalke nutzt den Herbstzug

Chinarohrsänger in Thailand

ChinarohrsängerWer sich noch fragt, wo man im Winter birden kann, der sollte sich überlegen, nach Thailand zu fliegen. Ein schönes, Land mit guter Infrastruktur und exzellenten Vögel; darunter eben auch viele, die in Thailand überwintern und in Europa als Seltenheitsgäste geführt werden. Ein wirkliches Top-Gelände für die Vogelbeobachtung sind die Laem Pak Bia Watertreatment Plants in der Provinz Phetchaburi südlich von Bangkok. Die Becken dienten der versuchsweisen Abwasserklärung und gehören – laut den angeschlagenen Karten – dem König höchstselbst. Man hat Becken angelegt, die im biologischen Reinigungsverfahren mit Röhricht das Wasser reinigen sollen. Die teils sumpfigen, mit Wasser bestandenen oder trockenen, mehr oder weniger großen Becken sind ein perfekter Platz um viele der üblichen, heimischen und aber auch ungewöhnliche Vögel Thailands zu sehen. Das gilt insbesondere im Winterhalbjahr.

So schlagen mich schon nach wenigen Metern im Gebiet die unheimlich vielen Weissbart-Seeschwalbe (Chlidonias hybridus) in ihren Bann. Diese schönen Seeschwalben haben sich direkt am ersten Becken versammelt und sammeln Kleinst-Insekten von der Wasseroberfläche im eleganten Flug auf. Die Bedienungsmannschaften der Abwasserbehandlungsbecken sind sehr nett. Das Tor ist auch morgens früh entweder schon offen oder man öffnet es für den einfahrenden Vogelbeobachter. Ein tolles Bild so im ersten Morgenlicht. Wenig weiter ist auf dem Damm zwischen zwei Absetzbecken an diesem Morgen auch mal ein Pieper zu sehen, den ich als Orient-Spornpieper (Anthus rufulus) identifiziere. Mein Continue reading Chinarohrsänger in Thailand

Diademkiebitze im Pantanal

DiademkiebitzEin auffällig schwarz-weiß gezeichneter kleiner Watvogel steht am südlichsten Ende der Transpantaneira direkt vor dem Wasser. Es ist der Diademkiebitz (Vanellus cayanus). Dieser Kiebitz hat inzwischen einen neuen wissenschaftlichen Namen bekommen: Hoploxypterus cayanus. In Porto Jofré direkt am Nordufer des Rio Cuiabá (auf manchen Karten heißt dieser Flussabschnitt auch Rio São Lourenço) endet nach 145 Kilometern die Transpantaneira. Außer ein paar Häusern, einem einfachen Campingplatz, Anlegestellen für Boote und dem riesigen Gelände des Hotel Pantanal Norte gibt es hier nicht viel zu sehen. Auf dem Fluss dümpeln ein paar Hausboote am gegenüber liegenden Ufer. Flink läuft der weiß-schwarze Vogel vor mir auf dem Sand des Rio São Lourenço. Immer wieder hält er inne und scheint zu zögern, sich wieder in Bewegung zu setzen. Ich lege mich auf den Sand und lasse den Vogel kommen.  Mit der Zeit kommt der Diademkiebitz immer näher. Ich beschließe noch im Sand liegen zu bleiben und ein paar Fotos mit dem 4,0/500 auch von den anderen Watvögeln auf der Sandbank zu machen.

Neben den Diademkiebitzen widme ich besonders viel Zeit den Azararegenpfeifern (Charadrius collaris). Diese werden in der neueren Literatur Schlankschnabel-Regenpfeifer genannt werden. Sie sind mit ihrem kastanien-braunen Nacken, dem grau-braun melierten Mantel und der rein weißen Unterseiten sehr kontrastreich gezeichnet. Dazu kommt noch ein schwarzes Brustband. Das Männchen, das ich fotografiere, hat eine weiße Stirn, die von einer schwarzen Stirnleiste und unten von einem Continue reading Diademkiebitze im Pantanal

Amethystohrkolibri in Balzstimmung im Das Emas Nationalpark

AmethystohrkolibriSchon aus dem Auto heraus, ist ein laut singender Vogel mit einem rhythmischen Klang zu hören. Ein traumhafter Morgen Anfang August an der Nordseite des Das Emas Nationalparks im Bundesstaat Goiás in Brasilien. Es ist ein Amethystohr Kolibri (Colibri serrirostris) – auch Amethystohrkolibri geschrieben. Dieser wunderschöne, blau-grüne Kolibri ist wohl gerade in tollster Paarungstimmung. Er flattert aufgeregt mit den Flügeln und hebt den Flügel immer wieder in Balzstimmung. Als mein Guide die Rufe imitiert, reagiert er ausgesprochen stark auf die Stimmen-Aufnahmen. Er kommt bis auf 5 m an uns heran. Super, wie die Aufnahmen mit dem 4,0/500 vor dem blauen Himmel durchkommen. Ich probiere mehrere Blenden aus, um die Dynamik des Flügelschlagens auf die Platte bannen zu können.

Ausgangspunkt der Fahrt in den Nationalpark war die südwestlich der brasilianischen Hauptstadt Brasília und der Hauptstadt Goiânia am Dreiländereck von Goiás / Mato Grosso und Mato Grosso do Sul gelegene Stadt Mineiros.

Der Blick vom obersten Stockwerk des Hotels auf Downtown Continue reading Amethystohrkolibri in Balzstimmung im Das Emas Nationalpark

Uferwaldsänger an der Lagoa da Pato auf Flores/ Azoren

DrosselwaldsängerEin grüner Vogel schlüpft durch die dichte Vegetation direkt an diesem wunderschönen, stillen Waldsee. An dem Tag sollte es zur Lagoa da Pato, die auch Poço do Ferreiro genannt wird, gehen. Ich will mir die Gegend, die tagsüber schon mal recht überlaufen sein kann,  auch mal ohne Touristen angucken. Ein wenig bin ich enttäuscht. Es steht – obwohl es erst 8:45 ist – schon ein Auto dort auf dem Parkplatz. Also bin ich nicht allein. Dicke Wolken stehen am Himmel. Die Wolken stehen auch über dem Plateau und haben die oberen Teile der Steilfelsen in Nebel eingehüllt. Das verstärkt der Eindruck der hinunter stürzenden Wasserfälle umso mehr. Ich stehe noch nicht lange am erhöhten Uferrand. Direkt neben einem Seerosenblatt sehe ich Bewegung. Ich kann meinen Augen kaum glauben. Grün-grau schlüpft ein Vogel zwischen den Blättern und dem Strunk der Wasserpflanze. Hey, der Typ mit dem dicken, weißen Überaugenstreif ist doch kein einheimischer Vogel – zumindest keiner, den ich schon hatte. Ansonsten sieht man am Wasser sowieso nur das Gelb der Gebirgsstelze (Motacilla cinerea). Geduckte Haltung und ein dicker, weißer Überaugenstreif: Jawohl, das ist Continue reading Uferwaldsänger an der Lagoa da Pato auf Flores/ Azoren

Cattle Egret (Bubulcus ibis) near Camperduin/ Noord Holland

KuhreiherA small road and a deep ditch are one of the ingredients of a birdwatching trip in Noord-Holland. Right now, an additional add-on is the sighting of a Cattle Egret (Bubulcus ibis). This Egret is rare in middle Europe but a common inhabitant of southern Europe. If you want to save time and distance you might try to look for this nice egret in a Nature reserve at the coast of Noord Holland near Camperduin.

During year end this egret stayed in the Harger- en Pettemerpolder, a reserve quite recently established to protect habitats for waders, ducks and geese. Narrow and windy roads along deep ditch pass the area. The Cattle Egret could be seen the first day on a wet meadow in some distance. On the way back, the egret was gone. Lucky man, I thought and only chose the road by accident the next day. This time the egret was standing right to the side of the road allowing for the image of the blog. And also on the next day the bird was there. This time standing in the garden of a small farmhouse together with a Herring Gull (Larus argentatus). The whole time I saw the egret in search of food, but could not see on what prey it was feeding. But obviously the habitat provided for enough food to stay for several days.

In general, the whole area in Noord-Holland is excellent for bird observations. E.g. an adult Lesser Yellowlegs (Tringa flavipes) could be observed north of Callantsoog in the newly established nature reserve “The Nollen van Abbestede” in June 2013. Again, there was a notice on www.waarneming.nl, that someone reported that a Continue reading Cattle Egret (Bubulcus ibis) near Camperduin/ Noord Holland

Steinschmätzer in der ostafrikanischen Steppe

SteinschmätzerEin Nachmittagsausflug im südlichen Taita Wildlife Refuge. Ein alter Bekannter steht dann am Pistenrand. Es ist ein Steinschmätzer (Oenanthe oenanthe). Wenig später sind noch viel mehr Steinschmätzer in diesem schon sehr staubigen und intensiv landwirtschaftlich genutzten Gelände zu sehen. Die ortansässige „Community“ hat sich das Recht ausbedungen, Teile der Savanne für ihre Rinder als Weide nutzen zu können. Die Steinschmätzer scheinen sich hier ein richtiges Stell-dich-ein zu geben. Die Ebne ist fast kahl; offensichtlich überweidet. Aber gerade das scheint die Steinschmätzer besonders anzuziehen. Sie tauchten in den geeigneten Gebieten – wobei die Grenzen für den Betrachter nicht wirklich erkennbar abgegrenzt sind – teils in einem Abstand von wenigen 100 Metern auf. Der Bewegungsraum scheint mit unsichtbaren Grenzen abgesteckt zu sein. Wenn sich der Land Cruiser nähert, fliegen oder laufen sie ein wenig weiter. Dann jedoch passieren sie den Wagen in einem Schleifenflug und sitzen auf einmal hinter dem Fahrzeugheck. Für mich, ein klarer Hinweis für ein Winter- Territorium.

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob unser Guide noch anmerkt, daß in diesem Habitat eigentlich eher Isabellsteinschmätzer (Oenanthe isabellina) anzutreffen sind. Ich glaube es fast nicht. In den Continue reading Steinschmätzer in der ostafrikanischen Steppe

Eisvogel im Revier

EisvogelEin klarer Wintertag. Die Erlen und Weiden entlang des kleinen Baches sind mit Raureif bedeckt. Nebelschwaden steigen aus dem gemächlich dahinfließenden Wasser in die kalte Luft empor. Doch dann durchdringt ein Pfiff die Stille, und plötzlich flitzt ein azurblauer Blitz dicht über der Wasseroberfläche dahin, noch einmal ein Pfiff, und schon ist er wieder verschwunden.

Später, im Frühling gehe ich zur selben Stelle und bin gespannt, ob der Eisvogel (Alcedo atthis) sein Revier wieder besetzt hat.

Als ich in die Nähe der Uferböschung komme, höre ich schon die zirpenden Rufe zweier balzender Eisvögel. Hinter einem Baum stehend, beobachte ich sie mit einem Fernglas. Das Männchen, erkennbar am schwarzen Schnabel, fliegt ab und es vergehen fünf Minuten, bis ich seinen Pfiff höre und schon ist er wieder da mit Continue reading Eisvogel im Revier