Tag Archives: Pinus sylvestris

Kornweihen kommen zum abendlichen Schlafplatz

KornweiheNebel steigt aus dem Moor auf. Bald wird die Sonne komplett im Westen untergegangen sein. Der Himmel ist von einem tollen Abendrot erfüllt. Traumhaftes Winterwetter ohne einen Windhauch. Im Laufe der letzten halben Abendstunde sind insgesamt 3 Kornweihen (Circus cyaneus) – alles Weibchen – eingeflogen. Von 15:30 und 16:00 Uhr fliegen alle ein. 2 Weibchen sitzen eine Weile auf abgebrochenen Moor-Birken (Betula pubescens). Kurz nach 16:00 fliegt die erste Kornweihe im dämmrigen Abendlicht über das Luch im südlichen Brandenburg. Sie dreht 3 Runden ungefähr auf Baumwipfelhöhe über den offenen Teil des Moors. Schließlich hat sie mitten im Luch ein offensichtlich zusagendes Plätzchen gefunden. Der Platz wird in einem seltsamen Bogenflug – ca. 3 Auf- und Abschwünge – zielgerichtet angepeilt.  Die 1. Kornweihe verschwindet dann im hohen Pfeifengras (Molinia caerulea). Ganz offen ist das Gelände nicht; es stehen kleine Stämmchen der Kiefer (Pinus sylvestris) gehäuft in dem Gebiet des Schlafplatzes. Das von Pfeifengras dominierte Gebiet ist ansonsten noch u.a. mit Scheidigem Wollgras (Eriophorum vaginatum), Continue reading Kornweihen kommen zum abendlichen Schlafplatz

Winter roost for Hen harriers in Brandenburg

A Northern or Hen Harrier (Circus cyaneus) is hovering in the early morning light in front of a forest belt. In the first morning light a female Hen Harrier had been siting on a broken Birch (Betula pubescens) in one of the many swamps in southern Brandenburg called „luch“. A luch is the northeast German name for an extensive, moored lowland. These luchs can be found especially in Brandenburg in the landscapes that were shaped by the Ice Age several thousand years before.

The Hen Harriers seem to have chosen the luch as a sleeping place for the nights in wintertime. High up on the broken tree trunk, Hen Harrier shook iots plumage for a while, before going on short hunting trips. Finally, a Eurasian Sparrowhawk (Accipiter nisus) flew over the marsh birch quarry forest and also passed the Harriers resting place. The female Eurasian then left the grassy parts of the swamp and disappeared into the adjacent forest. Suddenly a second Eurasian was in the air – a female as well. Together the two flew westward. It was interesting that two days earlier a male Northern Harrier could also be seen in the open part of the swamp in front of a Pine tree (Pinus sylvestris). So the area could well be a sleeping place for hen harriers in the winter period. A place in the peat moss-sedge-cottongrass reed seems to be preferred. The Purple Moor-grass (Molinia caerulea) can be clearly seen. The Purple Moor-grass Continue reading Winter roost for Hen harriers in Brandenburg

Kornweihen am winterlichen Schlafplatz

Im ersten Morgenlicht sitzt eine weibliche Kornweihe (Circus cyaneus) auf einer abgebrochenen Moor-Birke (Betula pubescens) im ersten Morgenlicht in einem der vielen Luchs im südlichen Brandenburg. Ein Luch ist die nordostdeutsche Bezeichnung für eine ausgedehnte, vermoorte Niederung. Diese Luchs sind besonders in Brandenburg in den noch von der Eiszeit geprägten Landschaften zu finden.

Die Kornweihe schien das Luch als Schlafplatz für die Nacht gewählt zu haben. Hoch oben auf dem abgebrochenen Baumstamm schüttelte sie eine Weile das Gefieder, um dann zu kurzen Jagdausflügen zu starten. Schließlich überflog ein Sperber (Accipiter nisus) den Moorbirken-Bruchwald und streifte auch den Rastplatz der Weihe. Die weibliche Kornweihe verließ daraufhin die offen mit Gräsern bewachsenen Teile des Luchs und verschwand über den angrenzenden Wald. Plötzlich war eine zweite Kornweihe in der Luft. Gemeinsam flogen die Weihen nach Westen davon. Interessant war, dass 2 Tage vorher ein Männchen der Kornweihe ebenfalls im offenen Teil des Luchs vor einer Kiefer (Pinus sylvestris) zu sehen war. Es könnte sich also durchaus um einen Schlafplatz für Kornweihen in der Winterperiode handeln. Bevorzugt scheint ein Platz im Torfmoos-Seggen-Wollgras-Ried zu sein. Deutlich ist das Pfeifengras (Molinia caerulea) zu sehen. Das Pfeifengras ist vergesellschaftet u.a. mit Scheidigem Wollgras (Eriophorum vaginatum), Sumpfporst (Ledum palustre), Continue reading Kornweihen am winterlichen Schlafplatz

Wendehals an Bruthöhle

Hohe rhythmische, abgehackt vorgetragene Laute und ein in einen Gemeinen Schneeball Viburnum opulus) abfliegender Vogel lassen auf ein Nest schließen. Die Begeisterung ist groß, als der Blick durch das Fernglas einen braun-grauen Vogel mit einem auffälligen schwarzen Streifen auf Kopf und Rücken zeigt. Das ist ja ein Wendehals (Jynx torquilla). Der kam sicher aus einer Bruthöhle; die rhythmischen Laute sind sicher die Jungen in der Höhle. Dafür kommt eigentlich nur der Stamm einer trockenen Europäischen Lärche (Larix decidua) mitten in einem abgesperrten Jungwuchsgebiet für die Wald-Kiefer (Pinus sylvestris) in Frage. Der in Frage kommende Baum hat 3 schöne, wohlgeformte Spechtlöcher. Sie stammen wohl alle vom in brandenburgischen Kiefernforsten häufig vorkommenden Buntspecht (Dendrocopos major). Die obere Höhle scheint noch ganz neu zu sein, die mittlere  schon älter und bei der untersten weiß man es nicht so genau.

Am nächsten frühen Morgen muß ich unbedingt in der Nähe ansitzen. Dazu wähle ich das Auto, um möglichst wenig menschliche Silhouette zu erzeugen. Als ich gegen 6:00 ankomme, ist von dem Wendehals natürlich nichts zu sehen. Auch die rhythmischen Bettelrufe der Jungen sind nicht zu vernehmen. Sollten die Jungen vielleicht in der Nacht oder noch früher am Morgen ausgeflogen sein? Dann wäre die ganze Mühe für ein wenig Wendehals-Fotografie umsonst gewesen. Ich gebe mir eine halbe Stunde. Plötzlich steht unvermittelt ein Wendehals am untersten Loch; die Bettelrufe der Jungen sind nun gut zu vernehmen. Das geschieht aber so schnell, daß ich die Kamera, eine Canon EOS 1DX Mark III am Canon EF 600mm f4 L IS II USM nicht in Position bekomme. Schade: verpaßt.

Wenig später steckt aber einer der Jungen neugierig den Kopf aus der Bruthöhle heraus. Zuerst nur zaghaft, dann wird der ganze Kopf aus der Höhle gestreckt. Nun ist auch die Morgensonne so weit fortgeschritten, daß die Höhle perfekt beleuchtet wird. Der Jungvogel ist schon genauso gezeichnet wie ein Alttier. Es dauert eine Weile bis einer der Eltern zum 2. Mal kommt. Zuerst wartet der Altvogel auf einem Lärchenast. Er positioniert sich so, daß die Sicht auf ihn durch Zweige und Zapfen leicht verdeckt ist. Nach einer Weile fliegt er auf einen näher an der Höhle befindlichen Ast, dann sitzt er in voller Schönheit quer auf einem Ästchen. Der Altvogel fliegt dann das Loch der Höhle von unten an. Er hängt unter der Höhle und klettert aber schnell an die Bruthöhle um die Jungen zu füttern. Alles ist sehr schön in der Foto-Galerie des Wendehals zu sehen. Die Fütterung selber von eher geringer Hektik Continue reading Wendehals an Bruthöhle

Buchfink mit Nistmaterial im Kiefernwald

Vor lauter Haaren – oder sind es Kiefernnadeln – sieht man den Besitzer fast nicht. Es ist ein Männchen eines Buchfink (Fringilla coelebs), das Nistmaterial für sein Nest gesammelt hat. Damit sieht der Buchfink wie mit einem ausladenden Schnurbart versehen aus.

Kurz vorher hatte ich dieses Buchfink-Männchen – vielleicht war er der Besitzer des Territoriums traf an einem schönen Vormittag in einem Waldstück bei Brandenburg auf ein anderes Männchen. Dieses Männchen saß regungslos etwas eingeschüchert ca. 1 Meter entfernt auf dem nächsten Ast. Es war offensichtlich ein Eindringling. Der Territoriumsbesitzer schwankte mit nach vorne gehaltenem Kopf vorwärts und abwärts und dann wieder zurück. Die weinrote Brust wurde durch diese Bewegung sehr schön betont. Das auffälligste Merkmal war aber der erweiterte weiße Schulterfleck auf den Flügeln, der zur Hälfte geöffnet und seitlich verlängert war. Die Flügel waren dabei leicht unten geneigt. Dies verlieht dem Vogel ein merkwürdig abgeflachtes Aussehen verlieh. Während des Schwankens stieß der Vogel schnelle, komprimierte, hohe Rufe, man kann sie fast als Liedphrasen bezeichnen, aus. Diese erschienen denen Lauten eines Rotkehlchen (Erithacus rubecula) sehr ähnlich.  Der Eindringling schien gebührend beeindruckt und nahm bald reißaus und wurde anschließend noch verfolgt. Anschließend konnte ich auch das Weibchen des Buchfinks Continue reading Buchfink mit Nistmaterial im Kiefernwald

Die Haubenmeise: eine Besonderheit von Nadelwäldern

Die Haubenmeise (Lophophanes cristatus) ist eine kleine Meise ist immer sehr aktiv in Bäumen und unverwechselbar mit ihrem auffälligen Kamm. Dem Kenner gibt die Haubenmeise mit ihren typischen Rufen einen ersten Anhaltspunkt um nach ihnen zu suchen. Die Rufe weisen ein dünnes, aufsteigendes “zee-zee-zee-cheera-cheera” auf. Dieses wird meist von einem tiefem, schnurrendem “brrrrr” gefolgt.

Die Haubenmeise bevorzugt Nadelwälder (Picea abies, Pinus sylvestris) gemischt mit einigen Laubbäumen, vor allem in den nördlichen Teilen ihres Vorkommens. Für Mittel-, Süd- und Südwesteuropa weitet sich die Diversität der Lebensräume. Dann kommt die Haubenmeise auch z.B. in offenem Wald mit einer dichten Bodenschicht und in urwaldartigen Laubwäldern mit zerfallenden Bäumen und Stümpfen vor.

Diese Art ist im Vereinigten Königreich ein seltener Vogel, der bei Birdwatchern entsprechend hoch im Kurs steht. Man kann nur in Schottland diesen liebenswerten Vogel, in den schottischen Highlands in den alten kaledonischen Wäldern sehen. Die  Haubenmeise ist dort ein Kiefernspezialist. Hier kommt er nur Continue reading Die Haubenmeise: eine Besonderheit von Nadelwäldern

Birding around Frankfurt Airport – Schwanheimer Duene

Eurasian Golden-OrioleThere are not too many foreign birdwatchers coming to the middle of Germany for just birding. But Frankfurt Airport (FRA) is the gateway to continental Europe. Many airlines use the Airport as a hub for connecting flights all over the world. If you have spare time between two flight and you are a birdwatcher, you might be interested to know, where you can find good places to stretch your legs, enjoy fresh air and enjoy birding for typical european birds. One of these places is only 15 minutes away from the Frankfurt Airport. This is the Schwanheimer Duene (Dunes of Schwanheim) located in a southern outskirt of Frankfurt. In so far, the area is more or less the same distance than the Langener Waldseen. But whereas these lakes, situated just 2 km east of the runway of Frankfurt AP, are a highly frequented recreation area in summertime, the Schwanheimer Duene is especially good in spring and summer. Thus an excellent alternative to the Langener Waldseen which are very productive in wintertime.

The Schwanheimer Duene is one of the few inland dunes in Europe. It was established after the last ice age of sands that have been blown out of the riverbed of the River Main. Then, a forest grew on it. In the last century farmers cleared the forest and put on cherry meadows. Several dry periods ended these attempts in the second half of the 19th Century. The dune devasted and started to wander. Between 1882 and 1890 the dune moved aground to its present location.

Following the desolation a  typical plant community of inland dune developed, which can be encountered up to nowadays. This plant community is called Continue reading Birding around Frankfurt Airport – Schwanheimer Duene