Tag Archives: Dreizehenmöwe

Papageitaucher auf Skomer

PapageitaucherEin Riesenkrach herrscht besonders in der Brutzeit auf einem typischen Vogelfelsen. Mitten drin kann sieht man immer wieder einen farbenfrohen, untersetzten Gesellen mit leuchtend orangenfarbenen Füßen und Schnäbeln. Häufig steht dieser Vogel still am Rand der Klippen steht, als würde ihn der ganze Trubel nichts angehen. Dies ist der Papageitaucher (Fratercula arctica).

Bei einem England-Aufenthalt ging es dann auch mal nach Süd Wales und ich hatte Gelegenheit, die Insel Skomer zu besuchen. Dort habe ich erlebt, daß die Papageitaucher immer wieder unter die Naheinstellgrenze meines Objektivs (Canon 4,0/ 400 DO) kamen. Dabei näherten sich die Papageitaucher; nicht ich mich ihnen. Auf Skomer war das Brutgeschäft schon im Gange, aber die Küken waren noch nicht geschlüpft. Somit hatte ich nur einen einzigen Papageitaucher gesehen der mal mit dem Schnabel voller Sandale anflog.

Auf der Insel stellen die Papageitaucher einen besonderen Höhepunkt dar. Die am besten zu beobachtende Kolonie auf Skomer heißt „The Wick“. Egal, wo man auf die drolligen Gesellen trefft: man sollte viel Zeit und Geduld mitbringen. Auch zu Essen und zu Trinken sollte vorhanden sein. Denn haben sich die Vögel Continue reading Papageitaucher auf Skomer

Tordalken in der Seevögelkolonie auf Helgoland

TordalkEin waghalsig positionierter Tordalk (Alca torda) ist doch eine extra Fotosession wert. Er sitzt auf einem ganz schmalen, vollgekoteten Sims vor den schmalen Felsbändern der Seevögelkolonie und muß sich immer wieder der anfliegenden Trottellummen (Uria aalge) erwehren und den An- und Abflügen, der im oberen „Geschoß“ wohnenden Dreizehenmöwen (Rissa tridactyla) ausweichen. Man kann schön sehen, daß das ein oder andere Nest schon eine junge Dreizehenmöwe oder eine junge Trottellumme beherbergt. Auch die Tordalken – zwar deutlich seltener als die Trottellummen – scheinen auffälliger als die Tage zuvor. Sie sitzen jetzt viel häufiger frei. Ein sehr wagemutiger Tordalk ist ja schon angesprochen worden. Wenig später sehe ich auch den Partner des Tordalken, der etwas verdeckt in der Klippe auf einem Nest sitzt. Auf Anhieb sieht es so aus, daß die Tordalken die Trottellummen dominieren. Aber wie es gehen kann, sehen wir Continue reading Tordalken in der Seevögelkolonie auf Helgoland

Basstölpel am Vogelfelsen auf Helgoland

BasstölpelSchwere weiß Vögel mit orange-gelben Köpfen stehen in der Luft vor einer steilen Klippe. Manche tragen grünes “Gemüse” im Schnabel. Direkt vom Weg aus, sind die Vögel dicht an dicht auf ihren Nestern zu sehen. Ohrenbetäubendes Gekreische, beißender Fischgeruch und gelegentlich ein Tropfen von Vogelkot aus der Luft. Es ist kein reines Vergnügen, an den Helgoländer Vogelklippen zu fotografieren.

Dafür kann man sich auf eine – zumindest in Deutschland – einmalige Art bei Flugaufnahmen austoben. Am beeindruckensten sind die Basstölpel (Morus bassanus). Formatfüllende Aufnahmen gelingen bereits mit einer Zoom 80-200. Diese Brennweite ist für Flugaufnahmen sogar perfekt geeignet. Eine 300 mm Brennweite ist schon fast zu viel. Man kann sogar darüber nachdenken, die direkt an den Aussichtspunkten stehenden Nester der Basstölpel mit einem Weitwinkel abzulichten. Anders als zu vielen anderen Gelegeheiten sind längere Brennweiten hier eher nicht angeraten. Während der Brutsaison von April bis August hat man die besten Möglichkeiten, um zu lohnenden Aufnahmen zu kommen. Silbermöwen (Larus argentatus) und Trottellummen (Uria aalge) brüten bevorzugt  ebenfalls in den steilen, unzugänglichen Continue reading Basstölpel am Vogelfelsen auf Helgoland

Gelbkopf-Schafstelze auf dem Helgoländer Oberland

Gelbkopf-SchafstelzeEtwas Gelbes blitzt auf dem grünen Gras auf. Kann das die von heute früh gemeldete Gelbkopf-Schafstelze (Motacilla flava flavissima) sein? Auf dem Rundweg passieren wir dann auch tatsächlich eine Kuhweide. 6 Galloways und ein Widder sind auf einer mit Elektrodraht eingezäunte Weide zu sehen. Hier am Oberland von Helgoland war die Schafstelze der Unterart flavissima, die Gelbkopf-Schafstelze heute morgen gesichtet worden. Zuerst wohl im Helgoländer Fanggarten und dann auch noch an der Kuhwiese, westlich vom Fangarten. Das war um 10:15; also deutlich früher als jetzt um 16:00.

Die Kuhwiese ist uns trotzdem einen Blick wert. Nicht zuletzt wegen eines blassen aufrechtstehenden Singvogels auf der kurzrasigen Weide. Ich denke an einen Brachpieper (Anthus campestris). Der Blick durch das Fernglas zeigt aber dann doch einen weiblichen Steinschmätzer (Oenanthe oenanthe). Habe ich da nicht den Ruf einer Continue reading Gelbkopf-Schafstelze auf dem Helgoländer Oberland

Wo fotografiert man Meeresvögel im Flug

EissturmvogelIm Zeitalter digitaler Vollformatkameras mit einem sehr schnellen Autofokus sind Flugaufnahmen möglich, die früher (fast) undenkbar waren. Startende Enten sind ja noch relativ einfach möglich. Aber, wer hat es damals schon geschafft, einen fliegenden Sperber zu fotografieren? Auch andere Landvögel wurden meistens nur beim Start abgelichtet: Sie sind oft zu scheu, zu weit entfernt und ihr Flug ist zu weiträumig und schnell. Bei Kleinvögeln kommt die große Wendigkeit und der schnelle Flügelschlag erschwerend hinzu. Seevögel liefern die besten Voraussetzungen, um relativ einfach gute Flugaufnahmen zu machen. Sie kommen zahlreich vor, sie sind groß und bewegen sich deshalb nicht zu schnell. Zur Brutzeit erscheinen sie an Land – wenn auch häufig an ziemlich unzugänglichen Küsten. Außerdem sind sie im Flug überhaupt nicht scheu. Mit diesen Eigenschaften sind die relativ großen Seevögel auch heute noch nicht nur für den Einsteiger- Vogelfotografen geeignete Motive, um Flugaufnahmen in ihrer ganzen Bandbreite zu machen. Mit einem sehr schnellen Autofokus wie dem an der Canon EOS 1DX oder einer  Canon EOS 5DsR sind Aufnahmen mit möglichst geringer Bewegungsunschärfe oder – ganz im Gegenteil – Mitziehaufnahmen mit langen Belichtungszeiten und trotzdem Continue reading Wo fotografiert man Meeresvögel im Flug

Meerstrandläufer auf Wangerooge

MeerstrandläuferDer erste Gang nach der Ankunft auf die Insel führt zum Hauptstrand. Eigentlich nicht Weltbewegendes. Aber die Meerstrandläufer (Calidris maritima) zwingen mich doch in die Knie. Geduldig wartend an einer Buhne lassen sie sich aus wenigen Metern mit Steinwälzern (Arenaria interpres) im westlichen Bereich des Hauptstrands beobachten und fotografieren. Interessant dabei war vor allem, wie nah man sich den Vögeln nähern konnte bzw. wie nah sie an einen herankommen.

Bekannt bei Birdern ist Wangerooge wegen seiner Kurpromenade und der tiefen Wasserrinne, die nicht weit vom Sandstrand in Ost-West-Richtung verläuft. Einige Bänke oberhalb des Strands sind überdacht. Hier läßt es sich also wind- und wettergeschützt aushalten, wenn man sein Spektiv aufgebaut hat und sich die Augen ausguckt beim Pelagic Birding, dem Seawatchen. Die Tage nach Herbststürmen sind geradezu optimal. In den letzten Jahren ließen sich immer wieder heißbegehrte Arten wie Balearensturmtaucher (Puffinus mauretanicus), Atlantiksturmtaucher (Puffinus puffinus), Gelbschnabel-Sturmtaucher (Calonectris borealis) und natürlich der Dunkler Sturmtaucher (Puffinus griseus). Der Eissturmvogel (Fulmarus glacialis) ist dagegen schon fast eine „normale“ Sichtung. Für den Wellenläufer (Oceanodroma leucorhoa) ist die Continue reading Meerstrandläufer auf Wangerooge

Helgoland, die Vogelinsel

Basstölpel

Die Abendsonne intensiviert das Rot der Helgoländer Klippen. Basstölpel (Morus bassanus) sind vom Klippenrand oder auf einer der angebotenen Führungen gut zu beobachten und zu fotografieren. Formatfüllende Aufnahmen gelingen bereits mit einer 300 mm Brennweite. Diese Brennweite ist für Flugaufnahmen sogar perfekt geeignet. Nur um die Nester mit den Seevögeln groß genug abzubilden, sind manchmal längere Brennweiten angeraten. Während der Brutsaison von April bis August hat man die besten Möglichkeiten, um zu lohnenden Aufnahmen zu kommen. Silbermöwen (Larus argentatus) und Trottellummen (Uria aalge) brüten bevorzugt in den steilen, unzugänglichen Felswänden. Flugaufnahmen sind mit ein bisschen Glück direkt vom Weg oberhalb der Seevogelkolonie möglich.

Die beste Aussicht hat man am „Lummenfelsen“. Der ist mit ca. 1,1 Hektar das kleinste Naturschutzgebiet Deutschlands und außerdem der einzige deutsche Vogelfelsen.

Es ist schon ein besonderes Erlebnis, das Geschrei der vielen tausend Seevögel zu hören. Jedes Jahr im Frühjahr vollzieht sich die Wandlung vom einsamen Felsklotz in der Nordsee zur quirligen Großstadt der Seevögel. Im vergangenen Jahr zählte man rund viele tauschend Paare Dreizehenmöwen (Rissa tridactyla), fast 100 Eissturmvögel (Fulmarus glacialis) und einige wenige Tordalken (Alca torda) neben den bereits genannten Basstölpeln. Besonders bemerkenswert ist die innerhalb der letzten zwölf Jahre Continue reading Helgoland, die Vogelinsel

Dreizehenmöwen im Fowlsheugh RSPB

DreizehenmöweDer Lärm ist durchdringend. In den Felsen nisten offensichtlich viele Seevögel. Wir stehen erst kurze Zeit direkt am Absturz des Kliffs. Da kommt auch schon die erste Dreizehenmöwen (Rissa tridactyla) praktisch im Wind stehend, angeflogen.

Ohne die Beschreibung in den einschlägigen Feldführern wäre ich total aufgeschmissen gewesen. Das Fowlsheugh RSPB ist zwar gar nicht weit südlich von Stonehaven, aber die Gegend hier ist schon sehr einsam. Nur ein paar Häuschen stehen direkt am Kliff. Außer uns ist offensichtlich keiner im Gebiet. Nur 2 Angler haben sich unten am Felsenstrand eingenistet. Leider gibt es kein B&B weit und breit. Das Reservat ist nur ein paar Meilen die Küste südlich von Stonehaven entfernt. Eigentlich könnte man einen schönen Küstentrail entlang der Klippen nehmen. Wir laufen nur die ersten 200m die Klippen entlang. Die ganze Szenerie ist nicht so spektakulär wie Handa. Aber immerhin! Und man ist viel näher dran. Continue reading Dreizehenmöwen im Fowlsheugh RSPB

Fotografie von Seevögeln: Wann und wo

BasstölpelSeevögel sind generell sehr dankbare Fotoobjekte. Die Möglichkeiten die Kombination aus Brutgeschäft und Luftkämpfen vor steilen Klippen fotografisch zu nutzen, ist außergewöhnlich. Manchmal führt an den besten Gebieten ein schmaler Pfad dicht am Brutfelsen entlang. Wenn dann morgens die Sonne scheint, herrschen ideale Bedingungen für Aufnahmen von brütenden und anfliegenden Seevögeln wie Gryllteisten (Cepphus grylle), Trottellummen (Uria aalge), Tordalken (Alca torda), Papageitaucher (Fratercula arctica), Sturmmöwen (Larus canus), Mantelmöwen (Larus marinus), Dreizehenmöwen (Rissa tridactyla), und Krähenscharben (Phalacrocorax aristotelis). Der Vorteil ist, daß die Vögel im Flug überhaupt nicht scheu sind.

Der Futterneid ist groß. Mit Kampfszenen ist immer zu rechnen. Möwen packen sich manchmal an den Schnäbeln und fallen kreisend 20 bis 30 Meter abwärts. Aufnahmen von wie Pfeile ins Wasser stoßender Basstölpel (Morus bassanus) sind vom Boot aus möglich. Von St. Abb’s an der Ostküste Englands kann man beim Continue reading Fotografie von Seevögeln: Wann und wo

Papageitaucher: Die Clowns der Vogelkolonie

PapageitaucherEin Riesenkrach herrscht besonders in der Brutzeit auf einem typischen Vogelfelsen. Mitten drin kann der aufmerksame Beobachter manchmal einen farbenfrohen, untersetzten Burschen mit leuchtend orangenfarbenen Füßen und Schnäbeln entdecken, der still am Rand der Klippen steht, als würde ihn die ganze Sache nichts angehen. Dies ist der Papageitaucher (Fratercula arctica). Man sieht Papageitaucher oft in mehr oder weniger großen Gruppen auf Felsvorsprüngen stehen. Widmet man sich diesem Vogel eine Weile, sieht man, wie ein Papageitaucher nach dem anderen in hummelartigem Schwirrflug angeflogen kommt und sich dann gerne zu seinen Artgenossen gesellt. Nicht nur bei den Touristen ist er eine besonders beliebte Vogelart. So elegant und geschickt  Papageitaucher unter Wasser sind, so tolpatschig wirken sie bei der Landung und beim Herumtapsen auf den Klippen. Deswegen ist dem Papageitaucher wohl auch das besondere Wohlwollen der Touristen sicher. Er wirkt wie der hilfsbedürftige Komiker Continue reading Papageitaucher: Die Clowns der Vogelkolonie

Handa, eine Vogelinsel Schottlands

SchmarotzerraubmoeweGischt schäumt meterhoch, die Luft ist bis zur Sättigungsgrenze in Salzschwaden getränkt. Vehement donnern die von Stürmen über Tausende von Kilometern getriebenen und aufgewühlten Brecher des Nordatlantiks an die wildzerklüfteten Gestade, die unbezwingbar und majestätisch senkrecht in die Höhe ragen. Eben noch hatte man bei stiller See den kleinen Fischerhafen von Tarbet im County Lairg, Highland verlassen. Die Überfahrt auf die Vogelinsel ist von kurzer Dauer. Der Landeplatz ist ein unberührt wirkender, einsamer Sandstrand. Dies ist aber die meerabgewandte Ostseite. Auf der Westseite sieht die Welt ganz anders aus. Sonnenstrahlen brechen durch die dichte Wolkendecke und geben der wilden Szenerie einen in warme Farben gehüllten melancholischen Reiz. Die Luft ist erfüllt von den durchdringenden Rufe einer unzählbaren Schar Kälte, Sturm und Wasser trotzender Meeresvögel, die hier an Schottlands Westküste ihre Brutkolonie eingerichtet haben.

Der Besucher ist zuerst einfach nur überwältigt, wenn die ersten Sonnenstrahlen der wilden Szenerie aus Moosen und Felsen einen in warme Farben gehüllten melancholischen Reiz abgeben. In der Ferne sind die anrollenden Brecher des Atlantiks zu hören. Übertönt Continue reading Handa, eine Vogelinsel Schottlands

Klippenmöwen auf den Pribilofs

KlippenmöweLausiges Wetter. Grauverhangen ist der Himmel; eine salzgeschwängerte Luftfeuchtigkeit kriecht durch die Thermo-Kleidung. Nebel liegt über dem Meer. Ein schmaler Weg führt zu den Klippen – den sogenannten Bluffs – am südlichen Rand der Insel St. Paul, der größten Insel der Pribilofs. Drumherum ist nichts als die Beringsee.

Schemenhaft zeichnet sich ein weißer Vogel vor dem Grau des Himmels ab. Leise und scheinbar mühelos passiert er die Kolonien von Seevögeln an den Klippen in gemächlicher Geschwindigkeit. Eindeutig eine Dreizehenmöwe (Rissa sp.). Aber einige der aus der westlichen Paläarktis bekannten Merkmale passen nicht mit der auch von Helgoland bekannten Dreizehenmöwe (Rissa tridactyla) überein. Der Schnabel wirkt kürzer und nicht so elegant-lang. Die Unterhanddecken wirken schmutzig grau und nicht weiß. Als der Vogel beim Herabgleiten seine Beine aus dem weißen Körper herausfährt, leuchtet dem Beobachter ein knalliges Rot entgegen. Kein Zweifel, das ist die rätselhafte Klippenmöwe (Rissa brevirostris).

Das rotbeinige Klippenmöwe (Rissa brevirostris) ist eng mit Continue reading Klippenmöwen auf den Pribilofs