Sperlingskauz im Nationalpark “Sächsische Schweiz”

SperlingskauzAls die Sonne hinter dem Horizont versinkt und lange Schatten über den Waldboden wirft, soll das Reich der Eulen im Nationalpark “Sächsische Schweiz“ aufgesucht werden.  In den geheimnisvollen Stunden zwischen Dämmerung und Morgengrauen werden sie lebendig. Bei jedem Schritt scheint der Wald den Beobachter in eine Symphonie aus raschelnden Blättern und fernen Rufen einzuhüllen.

Während sich die Wanderung tiefer in den Wald fortsetzt, sind in der Ferne die eindringlichen Rufe eines Waldkauzes (Strix aluco) durch die hohen Hallen der Bäume zu hören.

Entschlossen, den schwer fassbaren Sperlingskauz (Glaucidium passerinum) zu entdecken, wage ich mich in ein dichtes Dickicht, in dem sich angeblich diese kleinen Eulen in der Vergangenheit aufhielten. Plötzlich höre ich eine Reihe hoher Rufe, die mir einen Schauer über den Rücken jagten. Vorfreude brodelte in mir, als ich ein Paar Sperlingskauze entdecke, die auf einem moosbedeckten Ast sitzen. Ihre geringe Größe und ihre markanten Markierungen machen sie zu einem faszinierenden Anblick.

Die Interaktionen der Sperlingskäuze – kleine Gesten, sanfte Schreie und eine faszinierende Balz. Es ist ein magischer Moment, eine Verbindung zwischen der nächtlichen Welt und dem geduldigen Beobachter.

Der Sperlingskauz besiedelt im rechtselbischen Sandsteingebiet fast alle Waldtypen, meidet aber die großen geschlossenen Rotbuchenwälder der Basaltberge. Bruthöhlen finden sich in Tallagen ab gut 200 m NN bis hoch in den Riffkiefernwald bei 420 m. Überwiegend siedelt er aber in den Unterhanglagen – den Fichtendickungen – und auf den niedrigeren Felsriffen (hier eher Kiefern – Fichten – Wälder in der Mischung). Die Käuze haben ihre Einstände und Jagdgebiete jedoch eher in den tieferen Lagen. Die in der Literatur benannte enge Bindung der Kauzvorkommen an über 80 -jährige Wälder kann für die Sächsische Schweiz nicht festgestellt werden . Wichtig scheint vor allem das Vorhandensein von Höhlenbäumen. Die Sperlingskauzbruten finden in der Regel in vom Buntspecht (Dendrocopus major) angelegten Höhlen statt. Als Brutbäume werden in der Sächsischen Schweiz Kiefer (Pinus sylvestris), Fichte (Picea abies), Tanne (Abies alba), Birke (Betula pendula) und Rotbuche (Fagus sylvatica) – diese aber nur in abgestorbenem Zustand – genutzt. Einige Sperlingskauzbrutbäume weisen mehr als nur eine Höhle auf. So kommt es mitunter auch zum Wechsel der zur Brut genutzten Höhlen innerhalb eines Baumes. Als Mitbewohner in solchen Höhlenbäumen wurden schon Buntspecht, Mauersegler (Apus apus), Siebenschläfer (Glis glis), und Kleiber (Sitta europaea) beobachtet. Die Bevorzugung einer Himmelsrichtung und Höhe der Höhlen im Baumstamm scheint nicht zu bestehen.

Auffallend bei Untersuchungen in der Sächsische Schweiz ist ein hoher Vogelbeuteanteil, welcher wohl weit über 50 % liegt. Typische Singvogelarten der dichten Wälder in der Sächsischen Schweiz sind zum Beispiel der Kleiber, die Haubenmeise (Lophophanes cristatus) und die Tannenmeise (Periparus ater), die dann natürlich auch in der Beuteliste vorkommen. Im Bayerischen Wald stellte man dagegen nur 25% Vögel an der Gesamtbeute fest. Demnach spiegeln Beutelisten – ähnlich wie bei vielen Beutegreifern – immer die Präsenz der Tiergruppen im Lebensraum wider. Bemerkenswert erscheint das Auftreten des Mauerseglers als Nahrung des Sperlingskauzes im Elbsandsteingebiet.

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