Tag Archives: Chlidonias hybrida

Doppelschnepfe bei Balz

DoppelschnepfeEin knarzendes Stakkato. Eine Doppelschnepfe (Gallinago media) schüttelt sich in Balzekstase. Dann springt die Doppelschnepfe auch noch kurz in die Luft. Das kann am mitternächtlichen Balzplatz, einem Lek, viele Stunden gehen. Auch Bekassinen (Gallinago gallinago) betreiben ihre Balz mit Lauten. Aber diese sind ganz anders als die der Doppelschnepfe.

Laute, wie in Panik ausgestoßene Rufe dienen wahrscheinlich mehreren Zwecken. Vielleicht sollen sie Artgenossen in der Nähe warnen. Oder das Raubtier erschrecken, um eine zusätzliche Millisekunde für die Flucht zu gewinnen. Sobald sie in der Luft sind, fliegen Bekassinen wie Fledermäuse aus der Hölle mit einem unregelmäßigen, sich drehenden Zick-Zack-Flug. Dieses Flugmanöver erschwert die Verfolgung – ob für Jäger oder auch für Vogelfotografen.

Die Doppelschnepfe ist da von der gemütlicheren Sorte obwohl auch sie zu einem einen schnellen Fluchtflug fähig ist. Die Herausforderung bei der Doppelschnepfe-Fotografie ist die Kombination eines kryptischen und geheimnisvollen Vogels, der in unzugänglichen Feuchtgebieten lebt, einen bemerkenswerten Tagesrhythmus hat und eine aufregende Balz. Das macht die Schnepfe zu einem begehrten Fotomotiv.

So machte ich  mich auf, eine im englischen „Great Snipe“ genannte Continue reading Doppelschnepfe bei Balz

Chlidonias-Seeschwalben im immaturen Kleid unterscheiden

Die Weißbartsees-chwalbe (Chlidonias hybrida) kommt weit über die Welt verteilt in Europa, Asien, Afrika und Australien vor. In Deutschland ist sie selten und brütet nur in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Auch in Brandenburg wurden zuletzt Brutnachweise gemeldet. In anderen Gegenden der Erde ist diese Chlidonias-Seeschwalbe allerdings die häufigste der Gattung.

Schon im Brutkleid sind Chlidonias-Seeschwalben untereinander oder von Sterna-Seeschwalben nicht immer leicht zu unterscheiden. Das gilt umso mehr, wenn das Brutkleid noch nicht entwickelt wurde oder sich die Art in das Schlichtkleid gemausert hat. Besonders tricky empfinde ich die Chlidonias-Seeschwalben im ersten Kalenderjahr, wenn sie das auffällige Jungengefieder verloren, das Gefieder eine Mischung aus vermauserten (hellen) und alten (dunklen) Federn ist und die kontrastreiche Zeichnung des Prachtkleids bei weitem  noch nicht angelegt haben.

Ich habe daher versucht, soviel Informationen wie möglich für die bestmögliche Artbestimmung der jungen Chlidonias-Seeschwalben  zu bekommen. Viele Bestimmungsbücher betonen die Unterschiede im Körperbau. Das beste Buch ist sicher immer noch der (englische) Helm Identification Guides „Terns“ von Klaus Malling Olsen aus dem Dezember 1994. Er wird inzwischen als Antiquariat zu einem deutlich höheren Preis als damals im Laden verkauft und ist leider nicht wieder aufgelegt worden. Die Zeichnungen sind aber immer noch sehr hilfreich, wenn auch die Fotos eine Auffrischung vertragen könnten. Durch die technische Entwicklung sollten auch Flugaufnahmen, die viele Körpermerkmale viel besser darstellen Continue reading Chlidonias-Seeschwalben im immaturen Kleid unterscheiden

Oriental Reed-Warbler in Laem Pak Bia Watertreatment / Thailand

Chinarohrsänger2 warblers are calling out of the reeds in the early morning in the middle of Thailand. The one is a Black-browed Reed-Warbler (Acrocephalus bistrigiceps) this is clear. Checking some older images I stumbled over an Acrocephalus-Warbler, which at the time, I called a Blunt-winged Warbler (Acrocephalus concinens). I shot the image in January 2011 in the Laem Pak Bia Watertreatment plant in middle Thailand. I checked the Helm ID-guide “Warblers of Europe, Asia, and North Africa” and I start thinking due to the streaks on the breast and the thick bill it might have been a Oriental Reed-Warbler (Acrocephalus orientalis) instead. I opened a threat in www.birdforum.com.

Quite shortly, a specialist confirmed the ID with the words “…is indeed an Oriental Reed Warbler. Note in particular combination of grey streaked breast, strong supercilium, rather heavy bill and blue-grey legs.”

In the Laem Pak Bia Watertreatment plant, there are pools designed to purify the water a biological cleaning process with reeds. Continue reading Oriental Reed-Warbler in Laem Pak Bia Watertreatment / Thailand

Vogelfotografie im Biebrza-Nationalpark im Frühjahr

Weissbart-SeeschwalbeIm Nordosten Polens, etwa 200 Kilometer nordöstlich von Warschau, erstreckt sich eine einmalige Sumpflandschaft, die von vielen deutschen Tierfotografen inzwischen nicht mehr vernachlässigt wird. Der Biebrza-Nationalpark liegt zwar eigentlich nicht gleich vor unserer Haustür, doch stellt er für etliche Arten die westlichste Verbreitungsgrenze dar. So kann man an der Biebrza nach wie vor viele in Europa sonst schwierig zu sehende Arten wie Doppelschnepfe, Seggenrohrsänger oder Schreiadler relativ leicht sehen. Mit dem Auto schafft man die Fahrt an einem Tag. Von Berlin führt die Route über die A2 und dann ab Frankfurt/Oder weiter nach Poznan-Warschau-Bialystok.

Der Biebrza-Nationalpark, der „Europäische Amazonas” schützt ein riesiges Flußsystem mit ausgedehnten Feuchtwiesen, Wasserflächen, Sümpfen und Auwäldern. Der Park hat eine Größe von etwa 60.000 Hektar. Geprägt wird das Gebiet von dem Biebrza-Becken, einem außergewöhnlich weitläufigen Continue reading Vogelfotografie im Biebrza-Nationalpark im Frühjahr

Moorhen chases Snipe at Rieselfelder Munster

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Migration season starts in Germany right now. One of the best places to see especially the early fall migrants – the waders – is the old sewage farm in the north of Muenster, called Rieselfelder Munster. Early morning, 6:30 am. Still dawn. Haze over the water and I am watching through a well located hide here on the edge of the best lagoon, called E1. Waders are my main interest, but I would not complain, if an early Spotted Crake (Porzana porzana) or Continue reading Moorhen chases Snipe at Rieselfelder Munster

Identifcation of flying Chlidonias Terns in breeding plumage

 Looking at field guides like „ Collins Bird Guide“ from Peter Grant, Dan Zetterstrom, Lars Svenson and Killian Mullarney the ID look quite simple. But even in the breeding plumage Chlidonias – or Marsh – Terns can cause some headache identifying in the field. Then even the Whiskered Tern (Chlidonias hybridus) can be confused with the Black Tern (Chlidonias niger) especially if seen in poor light facing the sun when both terns look remarkably dark.

Whiskered Tern, Chlidonias hybridus
Black Tern, Chlidonias niger

  A remarkable fact is, that the scientific name arises from Whiskered Tern´s similarities in appearance to the Black Tern but also to the (more whitish) Sterna – Terns.
To distinguish Black Tern (Chlidonias niger) and the 3rd member of the genus, the White-winged Tern (Chlidonias leucopterus) is even more sophisticated. The wings do not always look decidedly white – as the name suggests. Often the upper parts of the wings do not look so much brighter than in the Black Tern. On the other hand a good deal of black is shown in the underwing-coverts. Hence the black & white contrast of the underwings might be the best criterion to distinguish flying White-winged Tern from Black Tern in the field.  

White-winged Tern, Chlidonias leucopterus

 

Black Tern, Chlidonias niger

 In flight, all these terns appear slim – less so the Whiskered Tern. The wing-beats are full and dynamic, and flight is often erratic as they descend to the surface for food. Chlidonias – or Marsh – Terns do not dive for fish, but forage on the wing picking up items at or near the water’s surface or catching insects in flight. They mainly eat insects and fish as well as amphibians. The feeding habit is quite unlike Continue reading Identifcation of flying Chlidonias Terns in breeding plumage