Tag Archives: Montagu’s Harrier

Anhänglicher junger Mäusebussard wird von Wiesenweihen vertrieben

Noch hängt Nebel über den abgeernteten Feldern und Wiesen. Im Windpark drehen sich die riesigen Rotoren bedächtig. An einem schönen Spätsommertag Anfang August war ich gerade an einem ehemaligen Wiesenweihen-Brutplatz angekommen und beobachtete einerseits ein Junges der Wiesenweihe (Circus pygargus) auf einem goldbraunen Stoppelfeld, zwei Jungen bei Flugübungen und die anderen, bräunlichen Jungen flatternd auf der Kante des Schutzgatters, da hörte ich die eindringliche Rufe eines männlichen Vogels. Wenig später war auch das Weibchen des dort ansässigen Brutpaares in der Luft zu sehen. Eigentlich meinte ich nur einige Großvögel, wohl ein Mäusebussard (Buteo buteo) und 2 Nebelkrähe (Corvus cornix) in der Luft zu sehen. Schnell erkannte ich aber einen weiteren, bräunlichen Greif, der sich dem Nest ungebührlich genähert hatte und recht neugierig Kontakt mit der Wiesenweihen-Familien aufzunehmen schien. Der langgezogene Kopf und die intensive Bänderung auf der Unterseite ließ mich zuerst an einen jungen Wespenbussard (Pernis apivorus) denken. Der Bussard war ausgesprochen hartnäckig und versuchte anhänglich mit den Jungweihen gemeinsam zu fliegen. Weder die Eltern noch die begehrten jungen Wiesenweihen wollten sich darauf einlassen und der junge Mäusebussard wurde von Wiesenweihen nach einigen akrobatischen Luftmanövern vor allem von dem weiterhin rufenden Männchen vertrieben. Auch ein Junges Continue reading Anhänglicher junger Mäusebussard wird von Wiesenweihen vertrieben

Extremadura, a paradise for birders

WiesenweiheThe steppes and extensive dehesas of Caceres and Trujillo are famous for their steppe bird life. Short-toed Eagle (Circaetus gallicus), Montagu’s Harrier (Circus pygargus), Lesser Kestrel (Falco naumanni), Little Bustard (Tetrax tetrax), Great Bustard (Otis tarda), Eurasian Thick-knee (Burhinus oedicnemus), Pin-tailed Sandgrouse (Pterocles alchata), Black-bellied Sandgrouse (Pterocles orientalis), Azure-winged Magpie (Cyanopica cyana) and Calandra Lark (Melanocorypha calandra) share the fruits of the holm oak with the black Iberian domestic pigs. Many birds that have rarely or completely disappeared in the rest of Europe can still be observed very well in this almost deserted area.

The Extremadura in southwestern Spain has always been a magical attraction for nature lovers. Nowhere else in Europe you can find a higher biodiversity of plants and especially birds. A particularly large number of birds of prey circle in the thermals above the mountain ranges and plains, which are covered with evergreen oak and cork oaks and are particularly reminiscent of the African savannah in summer. Over 80,000 Common Crane (Grus grus) spend the winter Continue reading Extremadura, a paradise for birders

Steppe habitat just outside Castilla de la Mancha

The Spanish province of Valencia was visited in summer. One reason was to relax for a week. The second argument was to get a feel for avian delights of an area of the country normally thought of in mainstream tourism terms. As a habitual visitor to the more well-known birding destination of Andalucía and Portugal, I wasn’t expecting too much but was enjoyably surprised by the numbers and variety of Valencia’s avian inhabitants. One day I headed for the steppe habitat just outside Castilla de la Mancha. This area is blessed with an incredibly diverse range of habitats and excellent birding sites.

A stop at the tiny Bonete Municipal Cemetery en route meant we could search a small lake and a few trees, giving us great intimate views of Egyptian Vulture (Neophron pernocterus), Black-eared Wheatear (Oenanthe hispanica), Tufted Duck (Aythya fuligula), a lonesome Red-crested Pochard (Netta rufina) and – best of all – a yellow-and-black male Eurasian Golden Oriole (Oriolus oriolus). European Bee-eaters (Merops apiaster) are common in these lowland Continue reading Steppe habitat just outside Castilla de la Mancha

Die Steppenweihe: ein (fast) regelmässiger Irrgast im Havelland

Die Steppenweihe (Circus macrourus), ein Männchen im 2. Kalenderjahr / bzw. ein vorjähriges Exemplar, kröpft sehr nahe am Turm Beute und hält sich danach ausgiebig in dem Sauerampfer auf der nahegelegenen Weide nahe am Turm Buckow im Havelländischen Luch bei Märkisch Luch auf. Die Steppenweihe ist stationär seit mindestens dem 3. Juni 2019. Immer wieder ist die Weihe erfolgreich Nahrung suchend zu beobachten. Schön sind Jagdflüge oder auch Verfolgungsflüge zu sehen. Eindrucksvoll sind die eleganten Verfolgungsjagden hinter einer jungen Wiesenweihe (Circus pygargus) zu sehen. Lange steht die männliche Steppenweihe im Gras und betrachtet aufmerksam die Büschel vor sich. Wenn sie zum Flug – aus welchen Gründen auch immer – antritt, ist aber Konzentration gefragt. Schnell ist ein grauer, vorbeifliegender Greif mißinterpretiert; er stellt sich dann – wie in der Galerie der Greife vom Havelländischen Luch zu sehen – als Wespenbussard (Pernis apivorus) heraus.

Am Samstag, den 13. Juli waren Beobachtungen praktisch über den gesamten Zeitraum von 2 Stunden etwa 100m nördlich des Turms auf der inzwischen gemähter Wiese mit einigen stehen gelassenen Streifen und ansonsten losem Heu möglich. Einmal packte die Weihe eine Maus unter dem Heu hervor, hält sie kurz im Schnabel und frisst sie dann. Der in den ersten Fotos noch sehr auffallende hell-weiße Halsring und auch der weiße Unteraugenstreifen hat sich zwischenzeitlich deutlich reduziert. Der auf den ersten Fotos blassgelb-beiger Bauch ohne Strichelung scheint nun deutlich Continue reading Die Steppenweihe: ein (fast) regelmässiger Irrgast im Havelland

Steppenweihen auf dem Zug

Spektakuläre Zahlen von Steppenweihen (Circus macrourus) und Rotfußfalken (Falco vespertinus) sind Anfang September an den Hauptdurchzugs-Orten zu erwarten. Diese Vögel sollten nun wieder an der rumänischen Schwarzmeerküste nördlich von Constanta in kopfstarken Trupp zu finden sein. Vor allem die dünn besiedelte Gegend um das Dorf Vadu mit ihren Stranddünen kann an manchen Tagen voll  mit Zugvögeln sein. Südlich des Donaudeltas erstreckt sich eine breite sandige Küstenlinie mit flachen Lagunen. Dies ist ein Teil der rumänischen Schwarzmeerküste. Das Gebiet der Dobrudja mit seinen weiter westlich gelegenen Steppenhabitaten ist eher im Frühjahr und Sommeranfang sehr produktiv. September ist die Migrationszeit für Rumänien im Herbst überhaupt; so dass eine gute Artenvielfalt gesehen werden kann. Viele der Vogelarten kommen in einer beträchtlichen Anzahl vor; das gilt insbesondere für Greifvögel. Man sieht aber auch Watvögel, Möwen, Reiher, Pelikane und Singvögel. Die Küste ist dafür ideal.

Aber auch in Deutschland ist es wichtig, bei Zugvogelbeobachtungen die Augen offen zu halten. Bei einer Sichtung einer Steppenweihe kann man zuerst an eine Wiesenweihe (Circus pygargus) denken. Auch andere Greife sind vom Flugbild auf Continue reading Steppenweihen auf dem Zug

Wiesenweihen über Fläminghügeln

WiesenweiheErst seit ein paar Tagen schweben wieder weiß-graue schlanke Greifvögel über den Hügeln des Fläming. Zuerst wurden Männchen der Wiesenweihe (Circus pygargus) gesichtet. Über den gelb-blühenden Rapsfeldern ist nun der fantastische Flug der grazilen Weihen zu sehen. Mal hoch oben in Luft, dann wieder tief über den Feldern. Sofort nach Ankunft startete das Männchen mit seinen Tänzen in der Luft. Jetzt kommt es darauf an, daß das Paar eine enge Bindung bildet und sich auf das Geschäft des Nistplatzfindens, Nestbaus und der Brut stürzen kann. Dazwischen werden die Wiesenweihen gefordert sein, den ein oder anderen frechen Eindringling, wie eine Rabenkrähe (Corvus corone) oder einen Schwarzen Milan (Milvus migrans) zu verjagen.

Die Wiesenweihe legt eine Gelege mit zwischen 3 und 7 Eiern (in der Regel vier) über einen Zeitraum von einer Woche. Nur das Weibchen bebrütet die Eier über einen Zeitraum von 27 bis 40 Tagen. Derweil füttert das Männchen das Weibchen über diesen Zeitraum und im Anschluß während der Jungenaufzucht. Wenn die Umstände günstig sind und es sich um ein großes Gelege handelt, wird auch das Weibchen zu jagen beginnen. Ansonsten wird sie Continue reading Wiesenweihen über Fläminghügeln

Steppenweihe wieder am Schröcker Feld bei Marburg

SteppenweiheWie im Juli 2014 ist nun auch Anfang September eine Steppenweihe (Circus macrourus) über dem Schröcker Feld bei Marburg gesichtet worden. Gegen Abend (19:15 Uhr) war die männliche Steppenweihe im 2. Kalenderjahr auf dem Schröcker Feld kurz gesichtet worden. bevor der Vogel hinter einer Anhöhe verschwandt. Leider war eine kurzzeitige Nachsuche erfolglos, doch das war bei den bisherigen Sichtungen auf den Höhen oberhalb des Lahntals auch nicht anders gewesen.

Bei den Beobachtungen des im Blog Steppenweihe – Weihentreff auf dem Schröcker Feld bei Marburg beschriebene Greif im Juli 2014 dürfte es sich um eine Einzelbeobachtung gehandelt haben. Ab dem 19. Juli 2014, hielt sich auf dem Plateau östlich von Marburg, das Schröcker Feld genannt wird, eine männliche Steppenweihe (auf. Die Weihe wirkte sehr hell, fast weiß, hatte aber – wie auf dem Foto des fliegenden Männchens der Steppenweihe erkennbar – einen schmutzigen Anflug auf der Oberseite und wurde daher Continue reading Steppenweihe wieder am Schröcker Feld bei Marburg

Steinhuhn: Beobachtungen auf Pag/ Kroatien

SteinhuhnSterne funkeln von einem wolkenlosen Firmament. Es ist 3:25 – und damit eigentlich mehr als eine Stunde zu früh. Denn der Sonnenaufgang ist erst für 5:16 angekündigt. Das Steinhuhn (Alectoris graeca) fehlt aber noch in meiner persönlichen Liste der Vögel Mitteleuropas. Da kann man auch schon mal früh aufstehen. Wenig später ist im Osten schon ein Schein von Dämmerung zu erkennen. Es windet ein wenig – für morgens früh sogar ziemlich viel. Ob das das Steinhuhn vom Rufen abhält? Wie auch immer. Ich fahre erst mal aus dem Ort, halte und höre auch schon eindeutig Ziegenmelker (Caprimulgus europaeus). Die Rufe kommen aus einem kleinen Wäldchen direkt gegenüber dem neu erbauten Supermarkt.

Ich bin zwar etwas müde, bei solchem Anfang geht es aber direkt viel besser. Dann fahre ich die Hauptstraße von Povljana nach Pag. Dabei passiere ich noch im Dunkeln den Malo Plato und die an Malo Blato angrenzenden Meeresbucht (Uvala Mlinica). Auch hier entdecke ich bzw. höre ich den Ziegenmelker; ebenfalls aus einem winzigen Kiefernwäldchen. Beim rund 80 ha großen Malo Blato („Kleiner Sumpf“) handelt es sich um ein brackisches Seggen-Binsen-Feuchtgebiet, in dem zahlreiche Paare der Montagu’s Harrier (Circus pygargus) brüten. Gestern hatten wir ja schon im Continue reading Steinhuhn: Beobachtungen auf Pag/ Kroatien

Bird Migration in Eilat/ Israel

SteppenadlerBirding in Israel in general is unique. But the observation of the spring migration of thousands of raptors is literally breathtaking. The Steppe Buzzard (Buteo buteo vulpinus) is one of the first raptors, you can observe migrating. On good days, migration starts as early as before 8 am. Then the birds pass the city of Eilat between Sholmo and Mount Yoash in about 300-400 meters above sea level (asl). During the morning, migration normally moves a little to the northwest of the area between Mount Yoash and Moon Valley. However, the migration may also switch to southeast, directly over Eilat if there is bad weather in the Negev desert. The Honey Buzzard (Pernis apivorus) forms the conclusion of migratory events in the spring around the end of May. Approx. 1 million birds of this species migrate within just two weeks through the area, in some years, the birds migrate even in the course of just one week. In early May usually the temperature drops at night below 25 degrees Celsius, which means that the Honey Buzzards do not have to wait until the air is heated by daybreak. Therefore, you can already Continue reading Bird Migration in Eilat/ Israel

Rohrweihe im Anflug

RohrweiheIm gaukelnden Flug kommt ein Greifvogel tief über dem Schilf angeflogen. Eine markante Gesichtsmaske, eine helle Vorderflügelkante und ein brauner Körper macht die Art-Identifikation leicht. Es ist eine Rohrweihe (Circus aeroginosus). Als Alternativen käme im Winter die Kornweihe (Circus cyaneus) und die Wiesenweihe (Circus pygargus) Frage. In den Niederungsgebieten Brandenburgs sind vor allem Rohrweihen aber auch Wiesenweihen nicht selten.

Im Flugbild zeigt die Rohrweihe im Vergleich zur Wiesenweihe breitere, an der Spitze rundere Flügel. Die Oberseite der Männchen ist dreifarbig – überwiegend braun mit hellem Kopf, der Schwanz und die Armschwingen sind grau und die Flügelspitzen schwarz. Das Weibchen ist durchgängig dunkelbraun gefiedert, hat einen gelblichen Kopf und eine gelblich-weiße Kehle. Im Vergleich zum nur wenig größeren Mäusebussard ist die Rohrweihe schlanker und ihr Schwanz ist länger. Der Flug im Vergleich zur Wiesenweihe ist nicht gar so elegant und leicht. Die typische Flugweise besteht aus einer Reihe von Flügelschlägen, auf die eine Gleitphase mit flach V-förmiger Flügelhaltung folgt. Im Gleitflug wird der Flügelbug nach vorne geschoben. Die Flügel werden weniger stark angehoben als bei den beiden anderen heimischen Arten.

Der abgebildete Vogel weist Merkmale beider Geschlechter auf. Im Jugendkleid wirkt die Rohrweihe Continue reading Rohrweihe im Anflug

Wie kommt man zu schönen Wiesenweihenfotos?

WiesenweiheEin frischer Frühsommermorgen, die aufgehende Sonne im Osten, das Jubilieren der Feldlerchen (Alauda arvensis) im Ohr. Da kommt in leicht schaukelnden Flug  elegant ein Greifvogel tief über dem noch niedrig-gewachsenen Getreidefeld eingeschwebt. Beim Näherkommen fällt der zierliche Körperbau der Wiesenweihe (Circus pygargus) auf, die hier, im Bereich des Niederen Flämings, im Süden Brandenburgs einen Verbreitungsschwerpunkt hat und seit etwa Ende April zu sehen ist. Der Flug der Wiesenweihe ist elegant und leicht. Besonders während des Patrouillierens über der ebenen Agrarlandschaft schlägt sie langsam und tief mit den Flügeln.

Anfang Mai liegen die morgendlichen Temperaturen noch deutlich im einstelligen Bereich, bei Sonnenschein wird es später aber schon recht warm. Da stellt sich schon die Frage, wann und wie der Naturfotograf zu schönen Fotos dieser Greife kommt; selbstverständlich ohne die Weihen in irgendeiner Weise zu stören oder gar zu belästigen.

Dazu ist es wichtig, sich mit dem Tagesrhythmus der Wiesenweihen vertraut zu machen. Beobachtungen ergaben, daß an heißen Tagen Flugaktivitäten des Männchens meist am frühen Morgen bzw. späten Abend zu vermelden sind. In der Regel startet das Männchen bei Sonnenschein schon kurz nach Sonnenaufgang, so gegen 6.30 Uhr, um zunächst für sich selbst Beute zu schlagen. Mit der Beute fliegt es dann in Horstnähe und kröpft dort. Die späteste Rückkehr erfolgt zwischen 21:00 Uhr und 22.15 Uhr – also noch im Hellen. Bei Regen oder auch dichtem Nebel bricht das Männchen erst dann auf, wenn sich z.B. der Nebel lichtet. Continue reading Wie kommt man zu schönen Wiesenweihenfotos?

Luftkampf Wiesenweihe und Schwarzer Milan

WiesenweiheLaut und schrill rufend nähert sich die weibliche Wiesenweihe (Circus pygargus) dem gemächlich am Himmel kreisenden Schwarzen Milan (Milvus migrans). Über der Feldflur bei Oehna /Niedergörsdorf fand ein eindrucksvoller Luftkampf zwischen einer weiblichen Wiesenweihe und einem deutlich größeren, aber ebenfalls sehr gewandten, Milan über einem Getreidefeld statt. Dabei ging sie den Milan meistens von unten an, drehte sich kreischend auf den Rücken und präsentierte die Krallen. Obwohl sehr heftig der Flugfeind angegangen wurde. Ein direkter Körperkontakt konnte nicht beobachtet werden; es wurden wohl keine Federn gelassen. Doch die weibliche Wiesenweihe ließ – wohl direkt über dem ausgesuchten Brutplatz – nicht locker. Immer wieder attackierte die Weihe auf den Milan, der schließlich das Weite suchte und in Richtung Jüterbog abstrich.

Feststellungen in der Literatur, wonach sich Wiesenweihen am Brutplatz ängstlicher als Kornweihen verhalten, können zumindest für dieses Weibchen und seinen Partner nicht bestätigt werden. Neben der oben beschriebenen Attacke auf den Schwarzen Milan war auch ein Anflug auf Continue reading Luftkampf Wiesenweihe und Schwarzer Milan