Tag Archives: Gallinago gallinago

Doppelschnepfe bei Balz

DoppelschnepfeEin knarzendes Stakkato. Eine Doppelschnepfe (Gallinago media) schüttelt sich in Balzekstase. Dann springt die Doppelschnepfe auch noch kurz in die Luft. Das kann am mitternächtlichen Balzplatz, einem Lek, viele Stunden gehen. Auch Bekassinen (Gallinago gallinago) betreiben ihre Balz mit Lauten. Aber diese sind ganz anders als die der Doppelschnepfe.

Laute, wie in Panik ausgestoßene Rufe dienen wahrscheinlich mehreren Zwecken. Vielleicht sollen sie Artgenossen in der Nähe warnen. Oder das Raubtier erschrecken, um eine zusätzliche Millisekunde für die Flucht zu gewinnen. Sobald sie in der Luft sind, fliegen Bekassinen wie Fledermäuse aus der Hölle mit einem unregelmäßigen, sich drehenden Zick-Zack-Flug. Dieses Flugmanöver erschwert die Verfolgung – ob für Jäger oder auch für Vogelfotografen.

Die Doppelschnepfe ist da von der gemütlicheren Sorte obwohl auch sie zu einem einen schnellen Fluchtflug fähig ist. Die Herausforderung bei der Doppelschnepfe-Fotografie ist die Kombination eines kryptischen und geheimnisvollen Vogels, der in unzugänglichen Feuchtgebieten lebt, einen bemerkenswerten Tagesrhythmus hat und eine aufregende Balz. Das macht die Schnepfe zu einem begehrten Fotomotiv.

So machte ich  mich auf, eine im englischen „Great Snipe“ genannte Continue reading Doppelschnepfe bei Balz

Graureiher im Kampf mit Teichmolch

GraureiherElegant fliegt der Graureiher (Ardea cinerea) an dem sogenannten „Schlucker“, einem Feuchtgebiet mitten in der Agrarlandschaft des Niederen Fläming, ein.  Vorsichtig sichert er nach allen Seiten bevor er am schlammigen Ufer, der bis zum Oberrand gefüllten Senke mit der Nahrungssuche anfängt. Wobei er anfangs einfach nur still am Rand steht und die ganze Szenerie offensichtlich nur auf sich wirken läßt. Eine ganze Weile betrachte ich aus einem Ansitz heraus den Graureiher und seine Nahrungsstelle. Dann widme ich mich wieder dem einsamen Waldwasserläufer (Tringa ochropus), der sich vom Graureiher hat verscheuchen lassen und am gegenüberliegenden Ufer nach Nahrung sucht. Die Limikole bekommt dann auch noch Gesellschaft in Form einer Bekassine (Gallinago gallinago).

Der Graureiher hat sich nach einer Weile anscheinend von der Unergiebigkeit des Platzes überzeugen können. Nach einiger Eingewöhnung läuft er am Ufer entlang; die anderen Vögel (die Bekassine und der Waldwasserläufer) suchen das Weite. Die Nähe des ja gut 5-mal so großen Reihers ist ihnen offensichtlich suspekt. Plötzlich höre ich einen lauten Platscher im Wasser. Der Graureiher hat schwimmend einen Teichmolch (Lissotriton vulgaris) erbeutet. Er bringt ihn an Land und kaut ausgiebig auf dem Molch. Ich wundere Continue reading Graureiher im Kampf mit Teichmolch

Photographing birds on the Shetland island Foula

SchmarotzerraubmoeweA barely inhabited island, rugged cliffs, changing light moods and unusual species of animals: this is how the Shetland island of Foula presents itself. A terrain made for nature photographers. As long as the wind does not blow the equipment or the showers from the sea put everything under water.

When I visited the Shetland island of Foula in June, this was mainly with the aim of taking photos of the Great Skua (Stercorarius skua). On Foula you will find the world’s largest breeding colony of this species. The Skua is the highwayman of the island. She is also a true flying artist. Nobody – except perhaps the Parasitic Jaeger (Stercorarius parasiticus), which is found mainly in the south of the island – can take it with her in terms of agility and aggressiveness. It is impressive to see how Skuas keep track of Parasitic Jaegers again and again on its heels. It is amazing to which turning maneuvers both Jaegers are capable. A special feature of the Skua is the attacking of birds, heavily laden with food. Many seabirds return from the sea to their offspring. The victim is pursued by Parasitic Jaeger and Skuas as well and attacked until it vomits the prey. Still in free fall, the vomited prey is seized by the Skua in an artistic dive and brought to its own offspring to the nest.

I was deeply impressed not only by the almost unlimited possibilities to document the interesting behavior of the Great Skuas, but also by the other possibilities for taking pictures. Scenic Foula has a lot to offer. Da Kame is the second highest sea cliff in the UK at about 400 meters. In order to take the many seabirds, plants and the landscape into the viewfinder, I returned to the island at the end of July again. Continue reading Photographing birds on the Shetland island Foula

Pintail Snipe: ID for a WP vagrant

SpießbekassineThe genus Gallinago provides observers with difficulties in field identification, chiefly because of the rather similar general plumage patterns of snipes and their concealed lifestyle. Most views are of flushed birds flying away from the observer. Difficulties generally arise between large-looking Snipe (Gallinago gallinago) and Great Snipe (Gallinago media) but emphasis on these two species should not preclude the possibility of other Palearctic snipes, especially the Pintail Snipe (Gallinago stenura), occurring as vagrants in western Europe. The inclusion of the Pintail Snipe in a popular European field guide has attracted the attention of observers to the species, but the brief description given there is of little use in the field. The small Jacksnipe (Lymnocryptes minimus) should not be discussed here, as it looks different due to the short beak and acts significantly different and also differs greatly when flushed from a Gallinago snipe.

The Pintail Snipe breeds widely across Siberia, from the western foothills of the Urals east to Anadyrland. Field identification on the ground is not easy as the distinctions between the Snipe and the Pintail Snipe on the ground are not so obvious as in flight. If the two species are seen together, however, the Pintail Snipe can be picked out by the buff stripes along the Continue reading Pintail Snipe: ID for a WP vagrant

Die Spießbekassine als Irrgast in Europa

SpießbekassineDie Gattung Gallinago bereitet Vogelbeobachtern nicht unerhebliche Schwierigkeiten bei der Identifizierung vor Ort. Dies ist auf ein sehr ähnliches allgemeines Gefiedermuster und die eher zurückgezogenen Lebensweise zurück zu führen. Die meisten Beobachtungen entstehen von aufgescheuchten Vögeln, die vom Beobachter wegfliegen. In der Westpaläarktis ergeben sich die meisten Schwierigkeiten zwischen den gleich groß aussehenden Bekassine (Gallinago gallinago) und der Doppelschnepfe (Gallinago media). Die Wahl zwischen diesen beiden Arten sollte jedoch die Möglichkeit noch andere paläarktische Schnepfe insbesondere die Spießbekassine (Gallinago stenura), nicht ausschließen. Die Zwergschnepfe (Lymnocryptes minimus) soll hier nicht thematisiert werden, da sie durch den kurzen Schnabel deutlich anders wirkt und auch sich im Abflug stark von den Gallinago-Schnepfen unterscheidet.

Die Aufnahme der Zeichnung der Spießbekassine in einen beliebten europäischen Feldführer hat die Aufmerksamkeit der Beobachter auf die Art gelenkt. Allerdings ist die dort gegebene kurze Beschreibung im Feld von eher geringem Nutzen.

Weltweite Verbreitung Die Spießbekassine brütet in ganz Sibirien, vom westlichen Uralvorland bis nach Anadyrland. Die Identifizierung des Feldes am Boden ist nicht einfach, da die Continue reading Die Spießbekassine als Irrgast in Europa

Das Bingenheimer Ried – ein Vogelparadies

BlaukehlchenInmitten eines einzigartigen Naturraumes in Mittelhessen liegt der Auenverbund Wetterrau. 4 Flüsse, die alle vom Vogelsberg kommen, bilden die Aue. Die breiten Bänder der Flussauen der Wetter, der Horloff, der Nidder und der Nidda bilden den Auenverbund, der sich mit dem Fluss Nidda – bei Frankfurt in den Main entwässert. Mitten drin liegt in die Horloffaue. Ein besonderer Schatz ist das 87 Hektar große Naturschutzgebiet „Bingenheimer Ried“, dessen herausragende Bedeutung für brütende, rastende oder überwinternde Wat- und Wasservögel weit über die Grenzen Hessens bekannt ist. Das Gebiet ist ein wichtiger Rastplatz für Zugvögel wie unter anderem dem Kranich (Grus grus) und ist auch ein Brutgebiet von nationaler Bedeutung. Im Norden des Gebiets befindet sich die „Kuhweide“, die durch Feuchtwiesen, Schilfflächen und niedrige Sträucher gekennzeichnet ist. Die Gegend ist besonders interessant während der Zugzeiten für Watvögel. Aufgrund seiner Lage auf der Zugroute vieler Wasservogelarten und verschiedenen Biotopelementen bestehend aus Feuchtwiesen, Röhrichten, Seggenrieden, Flachwasserbereichen, Wiesenbrachen und Gräben gehört das Gebiet zu den bedeutendsten Naturschutzgebieten Hessens. So verwundert es nicht, dass seltene Arten wie Großer Brachvogel (Numenius arquata), Uferschnepfe (Limosa limosa), Wasserralle (Rallus aquaticus), Tüpfelsumpfhuhn (Porzana porzana) Blaukehlchen (Luscinia svecica), Löffelente (Anas clypeata), Knäkente (Anas querquedula), Rohrweihe (Circus aeruginosus) und Kuckuck (Cuculus canorus) hier brüten. Auch der Weißstorch (Ciconia ciconia) brütet Continue reading Das Bingenheimer Ried – ein Vogelparadies

Foula: Heimat der grössten Skua-Brutkolonie

SkuaEtwas kam wie ein Bomber aus dem Zweiten Weltkrieg aus Richtung der hochstehenden Sonne heruntergestürzt, schwankte gefährlich mit seinen Flügeln auf mich zu, bevor es im letzten Moment abbrach und mich atemlos und erschüttert zurückließ. Der braune Vogel bringt mir bei, dass ich zu nahe an sein Nest komme, dachte ich. Denn irgendwo auf dem sumpfigen Boden neben dem Bohlenweg mußte sich ein kleines, flauschiges Küken befinden, das vor Eindringlingen geschützt werden musste.

Skuas (Stercorarius skua) sind beeindruckende Vögel. Mit ihrem dunkelbraunen Gefieder und den breiten Flügeln sehen sie eher aus wie eine Kreuzung zwischen Bussard und Möwe allerdings mit doppelt so viel Aggressionspotential. Sie sind auch eher seltene Vögel, die man abseits des Atlantiks und seiner Küste sehen kann. Weit über die Hälfte der Population weltweit – ungefähr 10.000 Paare – brütet in Schottland. Die meisten auf den Shetlandinseln, wo sie unter dem altnordischen Namen „Bonxie“ bekannt sind. Auf Foula befindet sich die weltweit größte Brutkolonie dieser Art.  Die Berge und weiten Moor- und Heideflächen der Shetlandinsel Foula sind die Heimat für die weltgrößte Kolonie der Großen Raubmöwen, wie die Art auch genannt wird. In der Sprache der Einheimischen Continue reading Foula: Heimat der grössten Skua-Brutkolonie

Grey Heron fighting with a Common Newt

GraureiherThe Grey Heron (Ardea cinerea) flies elegantly on the wetland in the middle of the agricultural landscape of the Lower (Niederer) Fläming. Carefully the bird secures to all sides before it starts on the muddy shore with the search for food. Although at the beginning it just stands silently on the edge and obviously lets the whole scenery work on it in contemplation. For a long time, I look at the Grey Heron and its feeding site from a hide. Then I return my eyes to the lonely Green Sandpiper (Tringa ochropus), who has been scared off by the Grey Heron and is looking for food on the opposite bank. The wader gets then society in the form of a Common Snipe (Gallinago gallinago) as well.

After a while, the Grey Heron apparently managed to convince himself of the lack of space. After some settling in, he walks along the shore; the other birds (the Common Snipe and the Green Sandpiper) are on the lookout. The proximity of the good 5 times as big heron is obviously suspect for them. Suddenly I hear a loud splash in the water. The Grey Heron has captured swimming a Smooth Newt (Lissotriton vulgaris).  Smooth Newt, also known as the Common Newt is a species of amphibian, the most common one in Germany. The Heron brings the Smooth Newt ashore and chews extensively on the newt. I am surprised that the Grey Heron does not swallow the Smooth Newt directly down. But the Newt probably does not taste that well. At some point the Grey Heron leaves the Smooth Newt fall on the land and returns – clearly disgusted – back Continue reading Grey Heron fighting with a Common Newt

Limikolen im fränkischen Wiesmet

Ein wohlklingender, weit tragender und flötender Gesang trägt weit über die Wiesen im Morgentau. Großer Brachvogel (Numenius arquata), Uferschnepfe (Limosa limosa) und Kiebitz (Vanellus vanellus) staksen durch die nassen Wiesen, Bekassinen (Gallinago gallinago) stochern in den Feuchstellen im fränkischen Wiesmet. Diese Vögel gehören zu den selten gewordenen Wiesenbrütern, die in den feuchten Wiesen rund um die Altmühl noch ihren Lebensraum finden.

Das Wiesmet ist auch heute noch ein Feuchtwiesenbiotop im Nordosten an den Altmühlsee angrenzt. Auch heute noch beherbergt einen Großteil des süddeutschen Uferschnepfenbestands und einen beachtlichen Teil des Bestands der Großen Brachvögel Bayerns. Außerdem ziehen hier nach wie vor Rotschenkel (Tringa totanus) und Wachtelkönig (Crex crex) ihre Jungen groß. Um den Bestand der seltenen Brutvögel nicht zu Continue reading Limikolen im fränkischen Wiesmet

Kampfläufer an der Nuthe

KampfläuferDie Dammwiesen zwischen Thyrow und Christinendorf sind schon seit den Regenfällen des Frühwinters überschwemmt. Die Kanäle können die Wassermassen nicht in den Amtgraben und dann weiter zur Nuthe weiterleiten. Ein Glück für die Kampfläufer (Philomachus pugnax). Gestern konnten bei einem Abendbesuch der weit überstauten Flächen ein Trupp von mindestens 26 Kampfläufern, einige davon schon in fast vollständigem Prachtkleid entdeckt werden. Die Kampfläufer gingen eifrig der Nahrungssuche in den überstauten Wiesen nach. Von Zeit zu Zeit flogen sie einzeln oder in kleinen Trupps ohne erkennbaren Grund etwas weiter und gingen dann anschließend einer Beschäftigung nach.

Auch mindestens 3 Bekassinen (Gallinago gallinago) standen im seichten Wasser und waren meist nur mit ihren Köpfen zu erkenne. Ein Waldwasserläufer (Tringa ochropus) stand einsam an einer Schlenke direkt neben einem Wirtschaftsweg und 4 Kiebitze (Vanellus vanellus) flogen aus den angrenzenden Wiesen herüber.

Die meisten Meldungen von Limikolen in der Gegend kommen von den traditionellen Plätzen in den Körziner Wiesen und den Ungeheuerwiesen, die rund um den Blankensee im Westen von Trebbin gelegen sind. Wie man an dieser Meldung aber sieht, lohnt Continue reading Kampfläufer an der Nuthe

Land unter Wasser im Nationalpark Slonsk

SeeadlerStill weiden nur noch wenige Bauern ihre Kühe und Pferde in der breiten Flußaue. Auf vielen, schon lange nicht mehr bewirtschafteten Flächen im heutigen Nationalpark breiten sich verstärkt Krautdickichte und Weidenbüsche aus. Der einfachste Zugang zum Nationalpark führt von Kostrzyn aus über die Landstraße 133 bis nach Slonsk, einem größeren Dorf, das einst Stadtrecht besaß. Man befindet sich praktisch direkt hinter der deutsch-polnischen Grenze, nördlich der Stadt Frankfurt an der Oder. Das Überschwemmungsgebiet der Warthe am Mündungsdelta der Oder zählt zu den bedeutendsten Feuchtgebieten Mitteleuropas und dient in manchen Jahren über 200.000 Singschwänen (Cygnus cygnus),

Saatgänsen (Anser fabalis), Bläßgänsen (Anser albifrons) und Graugänsen (Anser anser) als Rast- und Überwinterungsplatz. Nach dem Ortseingang zweigt links an einem Lebensmittelladen die Straße nach Przyborow ab. In diesem Dorf führt rechts von der asphaltierten Straße eine Pflasterstraße zu einem Plattenweg, der für Autos an einer Brücke endet. Dahinter schlängelt sich die Betonpiste über drei Kilometer entlang der Postomia bis zur Continue reading Land unter Wasser im Nationalpark Slonsk

Meerstrandläufer auf Wangerooge

MeerstrandläuferDer erste Gang nach der Ankunft auf die Insel führt zum Hauptstrand. Eigentlich nicht Weltbewegendes. Aber die Meerstrandläufer (Calidris maritima) zwingen mich doch in die Knie. Geduldig wartend an einer Buhne lassen sie sich aus wenigen Metern mit Steinwälzern (Arenaria interpres) im westlichen Bereich des Hauptstrands beobachten und fotografieren. Interessant dabei war vor allem, wie nah man sich den Vögeln nähern konnte bzw. wie nah sie an einen herankommen.

Bekannt bei Birdern ist Wangerooge wegen seiner Kurpromenade und der tiefen Wasserrinne, die nicht weit vom Sandstrand in Ost-West-Richtung verläuft. Einige Bänke oberhalb des Strands sind überdacht. Hier läßt es sich also wind- und wettergeschützt aushalten, wenn man sein Spektiv aufgebaut hat und sich die Augen ausguckt beim Pelagic Birding, dem Seawatchen. Die Tage nach Herbststürmen sind geradezu optimal. In den letzten Jahren ließen sich immer wieder heißbegehrte Arten wie Balearensturmtaucher (Puffinus mauretanicus), Atlantiksturmtaucher (Puffinus puffinus), Gelbschnabel-Sturmtaucher (Calonectris borealis) und natürlich der Dunkler Sturmtaucher (Puffinus griseus). Der Eissturmvogel (Fulmarus glacialis) ist dagegen schon fast eine „normale“ Sichtung. Für den Wellenläufer (Oceanodroma leucorhoa) ist die Continue reading Meerstrandläufer auf Wangerooge