Vögel in Eis und im Schnee

Tiefe Temperaturen und hoch liegender Schnee bedeuten für viele Tiere, dass sie sich die Nahrung nicht auf vertraute Weise suchen können. So sind bei hoher Schneelage manch ungewöhnliche Verhaltensweisen zu beobachten. Manchmal fallen auch Spuren der Nahrungssuche und der Ernährungsgewohnheiten der Tiere bei einem Spaziergang auf. Unter der Schwarz-Erle (Alnus glutinosa) ist der Schnee schwarz – fast wie Mohn – gesprenkelt und an anderer Stelle von einem Wirrwarr dünner Spuren durchzogen. Erlenzeisige (Spinus spinus), Buchfinken (Fringilla coelebs) haben im Baum die Samenstände geplündert und dabei fallen Unmengen an Samenkörnchen herab. Am Boden freuen sich die Goldammern (Emberiza citrinella) über das Zubrot und trippelten emsig umher, um die Samen aufzupicken.

Gerade auf Friedhöfen kann man im Winter interessante Beobachtungen machen. Hier sind über den Winter ständig Drosseln, darunter mehrere Amseln (Turdus merula) anzutreffen. Die Amseln haben hier einen gemeinsamen Schlafplatz, wie auch die Wacholderdrosseln (Turdus pilaris). In langanhaltenden Wintern haben Amseln es in Mitteleuropa schwer. Durch den vielen Schnee und den lang anhaltenden Winter kommen dann viele Wintergäste in die Gärten. Amseln fressen gerne die Äpfel, Rosinen, Nüsse, Mais, auch mal Hühnerfutter und natürlich Haferflocken.

Ein weiteres Beispiel sind Wintergoldhähnchen(Regulus regulus), die im Kiefernland Brandenburg durchaus nicht selten sind. Sie halten sich nur meistens hoch in den Kiefernspitzen auf. Zu hören sind sie häufig, zu sehen daher nur selten. Ein besonderes Erlebnis im tiefen Schnee war, die Wintergoldhähnchen tief an Kiefernnadeln an einem Waldrand zu sehen. Feine Rufe waren schon aus einiger Entfernung zu hören. Wintergoldhähnchen machen ihrem Namen alle Ehre. Ein kleiner Trupp trotzte dem Schnee und fand sich an den tief hängenden Zweigen der am Waldrand stehenden Kiefern ein. Trotz der Kälte von -7 °C sind die kleinen Winzlinge – Gewicht nur um die fünf bis sechs Gramm – sehr aktiv. Da hingen die Zwerge der Vogelwelt an der letzten Kiefernnadel, dann wieder hüpften sie auf eine dick mit Schnee behangenen Zweig. Beim flatternden Flügelschlag stob der Schnee dass es nur so eine Wonne ist. Wie man bei dem Schneetreiben überhaupt die kleinen Beutetiere erkennen geschweige denn erhaschen kann, grenzt an ein Wunder. Aber wie die im Verlauf von 15 Minuten erstellten 500 Aufnahmen auf mehreren Bildern zeigten, öffnete sich der Schnabel etliche Male in der Zeit – sicher nicht umsonst. Die Bilder in der Galerie zu den im englischen Kinglets in snow genannten Vögeln sind sehr eindrucksvoll.

Das winzige Wintergoldhähnchen ist in unseren Nadel- und Mischwäldern weit verbreitet. Im Winter ist es grundsätzlich einfacher zu sehen, da dann sein orangegelber Scheitel eher im kahlen Geäst zu entdecken ist als im Sommer. Durch die großen Knopfaugen und den schwarzen Zügelstreif besitzt der Vogel einen sehr possierlichen Gesichtsausdruck. Kaum vorstellbar, aber Wintergoldhähnchen sind sogar noch kleiner als Zaunkönige. Sie sind die kleinsten und leichtesten Vögel Europas.

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