Goldregenpfeifer auf dem Frühjahrszug im Fläming

Ein Goldregenpfeifer rastet in einem Trupp während des Frühjahrs-Vogelzugs auf einem Stoppelfeld. Das auf Anhieb monochrom erscheinende Bild des bräunlichen Vogels auf dem im Herbst abgeernteten Feld lässt erst im zweiten Blick die wunderschöne Gefiederzeichnung seines Schlichtkleides erscheinen. Richtig schön ist es aber als der Trupp auffliegt und die gelb-gold-braunen Vögel vor dem blauen Himmel fliegen.

 

Ein strammer Wind aus Ost bei ca. 7° C legt Vogelbeobachtung auf den Kuppen des Niederen Flämings nicht unbedingt nahe. Aber die Strecke liegt auf dem Weg, es ist Mitte März und der wolkenlose Himmel tut sein Übriges. Erstaunlich wie viel „Betrieb“ herrscht am Himmel und vor allem auch auf den Äckern. Häufig fliegen die Vögel erst auf, wenn das Auto die entsprechende Raststelle passiert. Trotzdem sind sie schwer zu erkennen. Es ist immerhin deutlich, daß massiver Zug der Buchfinken (Fringilla coelebs) herrscht. Weitere durchziehende Vogelarten sind Arten wie Ringeltaube (Columba palumbus), Feldlerche (Alauda arvensis) und Star (Sturnus vulgaris).

 

Zuerst waren leicht silbrig glänzende Punkte in einige Entfernung auf einem Kohlacker sichtbar. Das Licht steht ungünstig aber im Fernglas können 50 Exemplare des Goldregenpfeifers ausgezählt werden. Wenig später fliegt im eleganten Flug ein weiterer – wohl noch zahlenstärkerer – Trupp von Goldregenpfeifern ein. Jetzt sind gut 100 Goldregenpfeifer beisammen. Ein Teil verschwindet über ein Grünland und landet auf dem Stoppelfeld, auf dem das Foto entstand. Dort steht hinter einem Zaun – gut erreichbar über einen staubigen Feldweg – ein Trupp mit Kiebitzen (Vanellus vanellus), Staren und Wacholderdrosseln (Turdus pilaris).

Als ein Turmfalke (Falco tinnunculus) im (spielerischen?) Überflug den Goldregenpfeifern zu nahe kommt, fliegt der ganze Trupp auf, landet wenig später aber nicht weit. Die Näherung des Wagens hatten die Goldregenpfeifer noch auf eine Entfernung von noch nicht mal 30 Metern zugelassen.

 

In Hessen ist der Goldregenpfeifer dafür bekannt, dass er nur einige Rastplätze besitzt, die er offenbar traditionell nutzt. Dort ist er dann auch regelmäßig zu beobachten. Die Tiere erscheinen in Hessen meist Ende Februar und halten sich bis Mitte März an den Rastplätzen auf, um dann in ihre skandinavischen oder sibirischen Brutgebiete weiterzuziehen. Im Herbst können sie zwischen September und November angetroffen werden, doch ist ihre Zahl dann viel kleiner als im Frühjahr. Offenbar wählen die Tiere zu beiden Jahreszeiten unterschiedliche Zugwege. Zwar ist allen hessischen Rastplätzen die weithin offene Landschaft gemein, doch gibt es aktuell keine überzeugende Erklärung, warum der Vogel in nach menschlichem Ermessen ebenso gut geeigneten weiteren Gebieten nur äußerst selten oder nie angetroffen wird.

 

Für eine ähnliche Konstellation spricht, daß ein Trupp mit 12 Exemplaren mitten im Winter (Ende Dezember) – bei sonnigen aber kaltem Wetter und Südwind – nicht weit von der oben beschriebenen Stelle angetroffen wurden.

 

Die Beobachtungsflächen liegen im Bereich des Niederen Flämings im Süden Brandenburgs. Sie umfassen das intensiv landwirtschaftlich genutzte  Gebiet  westlich,  südlich  und  östlich  von  Jüterbog,  von  Marzahna  im  Westen  bis  Dahme/Mark im  Osten.  Die flach gewellte, leicht hügelige Landschaft auf einer Höhe zwischen etwa 70 und 90 m ü. NN erstreckt  sich über  eine Ost-West-Ausdehnung von  knapp 50  km und über eine Fläche von bis zu 400 km². Mit einer Jahresdurchschnitts-Temperatur von 9,2 °C und einem Jahresniederschlag von 561 mm ist  die Hochebene etwas  wärmer  und  deutlich  trockener  als  der deutschlandweite Durchschnitt.

 

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