Tag Archives: Schwarz-Erle

Wintergoldhähnchen im Schnee

Eisiger Ostwind treibt Schneewolken über das weite Feld. Trotzdem sind feine Rufe schon aus einiger Entfernung zu hören. Wintergoldhähnchen (Regulus regulus) machen ihrem Namen alle Ehre. Ein kleiner Trupp trotzt dem Schnee und findet sich an den tief hängenden Zweigen der am Waldrand stehenden Kiefern ein. Trotz der Kälte von -7 °C sind die kleinen Winzlinge – Gewicht nur um die fünf bis sechs Gramm – sehr aktiv. Da hängen die Zwerge der Vogelwelt an der letzten Kiefernnadel, dann wieder hüpfen sie auf eine dick mit Schnee behangenen Zweig. Beim flatternden Flügelschlag stiebt der Schnee dass es nur so eine Wonne ist. Wie man bei dem Schneetreiben überhaupt die kleinen Beutetiere erkennen geschweige denn erhaschen kann, grenzt an ein Wunder. Aber wie die im Verlauf von 15 Minuten erstellten 500 Aufnahmen zeigen, öffnet sich der Schnabel etliche Male in der Zeit – sicher nicht umsonst. Die Bilder in der Galerie zu den im englischen Kinglets in snow genannten Vögeln sind sehr eindrucksvoll.

Tiefe Temperaturen und hoch liegender Schnee bedeuten für viele Tiere Nahrungsengpässe. So sind bei hoher Schneelage manch ungewöhnliche Verhaltensweisen zu beobachten. Wintergoldhähnchen sind im Kiefernland Brandenburg durchaus nicht selten. Sie halten sich nur meistens hoch in den Kiefernspitzen auf. Zu hören sind sie häufig, zu sehen daher nur selten. Die Wintergoldhähnchen so tief an Kiefernnadeln am Waldrand zu sehen, war mir noch nicht gelungen.

Manchmal fallen auch Spuren der Nahrungssuche und der Ernährungsgewohnheiten der Tiere bei einem Spaziergang auf. Unter der Schwarz-Erle (Alnus glutinosa) ist der Schnee schwarz – fast wie Mohn – gesprenkelt und an anderer Stelle von einem Wirrwarr dünner Spuren durchzogen. Erlenzeisige (Spinus spinus), Buchfinken (Fringilla coelebs) haben im Baum die Samenstände geplündert und dabei fallen Unmengen an Samenkörnchen herab. Am Boden freuen sich die Goldammern (Emberiza citrinella) über das Zubrot und trippelten emsig umher, um die Samen aufzupicken.

Um die wachsende Nachfrage nach Top- Aufnahmen der selteneren Arten der Paläarktis zu bewältigen, ist Bird-lens.com bestrebt, das Spektrum der Bilder von Vögeln der Westpaläarktis weiter auszubauen. Trips zu nahen und zu abgelegenen Orten, um Bilder von seltenen Vögeln der Westpaläarktis zu machen, waren sehr erfolgreich. Das schöne Bild des Blogs ist nur ein erster Eindruck, was Sie in der Galerie im “Picture Shop” sehr bald finden können. Hinterlassen Sie doch einfach eine Nachricht, wenn bird-lens.com mit einem Bild dienen kann.

Karmingimpel im Murnauer Moos

KarmingimpelAusgangspunkt unserer Wanderung ist der Parkplatz bei der Gaststätte “Ähndl“. Heute steht eine Rundwanderung im Murnauer Moos auf dem Programm. An einem kleinen Schilfstreifen sind bald aufgeregte, schwätzende, kräftige Laute zu hören. Da die Rufe sehr schnell vorgetragen werden und sie sich nicht wirklich entscheiden können, ob sie zu einem Teichrohrsänger (Acrocephalus scirpaceus) oder einem Gelbspötter (Hippolais icterina) gehören sollen, wird schnell klar, dass hier ein Sumpfrohrsänger (Acrocephalus palustris) ganz ausgezeichnet andere Vögel imitiert. Im Gebüsch sind unzählige Gartengrasmücken (Sylvia borin) zu hören und gelegentlich auch zu sehen. Tatsächlich ist praktisch auf jedem Baum und jedem Busch mindestens eine Grasmücke zu sehen oder zu hören. Auch Fitisse (Phylloscopus trochilus) sind in kopfstarker Zahl in den Weichhölzern entlang des Schilfs unterwegs. Während wir von weiter weg auch den scharfen, weit tönenden Gesang eines Braunkehlchens (Saxicola rubetra) lauschen, hören wir plötzlich den markanten Ruf des Gimpels. Ein wunderschönes Männchen des Karmingimpels (Carpodacus erythrinus) ist schon nach kurzer Zeit auf einem niedrigen Schwarz-Erlenstrauch (Alnus glutinosa) zu sehen.

In der Ferne sind immer wieder Braunkehlchen zu sehen, die im Prachtkleid auf einzelnen Halmen ihren Gesang vorgetragen haben.  Neben den Braunkehlchen sind auf den Rohrhalmen die Männchen der Rohrammer (Emberiza schoeniclus) zu sehen und zu hören.

Die gelben Unterseiten der Schafstelze (Motacilla flava) sind immer wieder schön zu sehen, wenn sie im bogenförmigen Flug über die Continue reading Karmingimpel im Murnauer Moos