Tag Archives: Triel

Senegaltriel auf Sandbank bei Edea / Kamerun

SenegaltrielSo schön der Morgen mit seinem Licht war. Nun ziehen dicke Wolken auf. Es ist noch nicht Regenzeit. Aber hier, nicht weit von der Küste, bei Douala kommen immer mal wieder Regengüsse herunter. Träge fließt der mächtige Sanaga dahin. Wir versuchen uns mit dem Kanu – eher einen Einbaum – flussabwärts wieder an Land zu retten, bevor der Wolkenbruch mit Macht seine Wassermassen entlädt. Die letzte Sandbank in der Mitte des Flusses ist schon fast genommen.

Still steht ein Paar des Senegaltriels (Burhinus senegalensis) vor einem stark verschilften Ufer. Unser Bootsführer ruft zum Aufbruch. Die ersten Regentropfen sind schon auf dem Wasser zu sehen. Doch ich muß diesen – auch für die Westpaläarktis relevanten – Vogel gebührend ablichten. Einer der Vögel läuft auf eine Sandbank hinaus und wunderschön im ersten Regen. Als wir uns weiter nähern, ruft er auch. So nähern wir uns mit dem Boot schließlich bis auf 10 Meter dem Senegaltriel, der im englischen Senegal Thick-knees heißt.

Schon während der Rockjumper-Tour im April 2017 waren wir mit dem Senegaltriel im Benoue Nationalpark fündig geworden. Diesmal war der Eindruck aber noch deutlich stärker.  Würde man den Senegaltriel hier nicht erwarten,  wäre die Gefahr groß, ihn für einen Continue reading Senegaltriel auf Sandbank bei Edea / Kamerun

Vögel der Steppen Valencias

GänsegeierEin Flug nach Spanien ist immer mal für eine Woche drin. Die spanische Provinz Valencia wurde daher im Sommer aufgesucht, in der Hoffnung, etwas zu entspannen und ein Gefühl für die Vogelfreuden eines Landes zu bekommen, das normalerweise im Mainstream-Tourismus versinkt. Als gewöhnlicher Besucher der bekannteren Vogelbeobachtungsdestination von Andalusien hatte ich nicht zu viel erwartet, aber war angenehm überrascht von der Anzahl und Vielfalt der dort heimischen Vogelbewohner – und zwar praktisch von dem Moment an, als ich aus dem Flugzeug stieg. Eines Tages machte ich mich auf den Weg in den Steppenlebensraum außerhalb von Castilla de la Mancha. Dieses Gebiet ist mit einer unglaublichen Vielfalt an Lebensräumen und ausgezeichneten Gebieten zur Vogelbeobachtung gesegnet.

Ein Halt auf dem winzigen Friedhof von Bonete auf dem Weg in die Castilla de la Mancha bedeutete, dass wir einen kleinen See und ein paar Bäume entdecken konnten. Dabei sahen wir sehr schön Schmutzgeier (Neophron pernocterus), den Maurensteinschmätzer (Oenanthe hispanica), die Reiherente (Aythya fuligula), eine einsame Kolbenente (Netta rufina). Ein echtes Highlight war das gelb- Continue reading Vögel der Steppen Valencias

Vielfältige Lebensräume auf Rhodos

ZwergdommelEine Blumenwiese in einem Olivenhain wirkt wie aus einem Van Gogh entsprungen. Die natürliche Szenerie auf dieser größte Inseln des Dodekanes präsentiert sich dem Betrachter harmonisch und vielfältig: lange Sandstrände, steinige Garrigue und schattige Schluchten, dichte Macchia und satt grüne Nadelwälder, ausgedehnte Oliven- Haine sowie dichte Teppiche bunter Wildblumen. Besonders im Innern finden sich, anders als auf den meisten übrigen griechischen Inseln, zahlreiche Wälder und Gehölze.

Nur wenige Kilometer vor der türkischen Küste liegt Rhodos in der südöstlichen Ägäis. Die Insel wird von einer in Längsrichtung verlaufenden Bergkette dominiert. Der Ataviros stellt mit 1215 m NN die höchste Erhebung der Insel dar. Mit breitem Abstand folgen der Akramitis (825 m) und der Profitis Ilias (798 m). Diese Berge zählen zusammen mit dem nahe gelegenen Kap Armenistis zu den bedeutendsten Naturräumen Griechenlands. Die Berge von Rhodos sind Teil des Dinarianischen Bogens, der sich über die Inseln Gythera, Karpathos und Kreta, den Peloponnes bis nach Continue reading Vielfältige Lebensräume auf Rhodos

Eurasian Thick-knee (Burhinus oedicnemus) in Croatia´s karstic landscape

TrielOn the southern edge of the island Pag you can enjoy the ample stony lowlands of the island´s disorientating karstic landscape. With large, sideways eyes, the Eurasian Thick-knee peers into the twilight. It is still almost dark; only the first glimmer of the morning over the mountains on the coast of Croatia is visible. A family group of Eurasian Thick-knees stands quietly on the edge of a gravel road. It is the two parents and a young one. The feathers of the young Eurasian Thick-knee are still standing on and off on the head. As the car slowly approaches and then stops, the Eurasian Thick-kneee runs without too much haste into the wide landscape of the karstic steppe. A little later they are swallowed by darkness.

It is just a coincidence that on the way back, a revival is possible. A former farmyard is covered with higher grasses. Suddenly, one Eurasian Thick-knee appears. Before, the bird was so well hidden in the grass-stone mosaic that one of the Eurasian Thick-knee parents’ now stands only 10 meters from the car. The bird remains motionless. The reason is obvious a little later. A young bird with its up and down standing feathers on its head stands between the grasses. If the Eurasian Thick-knee parents were alone, they would Continue reading Eurasian Thick-knee (Burhinus oedicnemus) in Croatia´s karstic landscape

Triel in Karstlandschaft

TrielMit großen, seitwärts stehenden Augen guckt der Triel (Burhinus oedicnemus) in die Dämmerung. Gerade erst ist der erste Morgenschimmer über den Bergen an Kroatiens Küste zu erkennen gewesen. Ein Familientrupp steht still am Rand der Schotterpiste. Es sind die beiden Eltern und ein Junges, das noch auf- und abseits stehenden Federn auf dem Kopf aufweist. Als der Wagen langsam heranfährt und dann hält, laufen die Triele ohne allzu große Hast in die Weite der Karststeppe. Wenig später hat sie die Dunkelheit verschluckt.

Es ist purer Zufall, daß auf dem Rückweg noch ein mit höheren Gräsern bewachsenes ehemaliges Bauernhofgelände abgefahren wird. Plötzlich steht ein Triel auf. Vorher war er in dem Gras-Stein-Mosaik so gut verborgen, daß eines der Elterntiere nun nur gut 10 Meter neben dem Wagen steht. Regungslos bleibt der Vogel stehen. Der Grund ist wenig später zu sehen. Ein Jungvogel mit seinen auf- und abseits stehenden Federn auf dem Kopf steht zwischen den Gräsern. Wären die Triel-Eltern allein, wären sie wohl einfach nur Continue reading Triel in Karstlandschaft

Senegaltriel in ausgetrockneten Bachbett/ Kamerun

SenegaltrielStill steht ein Paar des Senegaltriels (Burhinus senegalensis) unter einer Abbruchkante des ausgetrockneten Bachbetts. Gut, daß wir uns im Schatten eines Nebenlaufes des Benoue Rivers befinden. Die Hitze ist unerträglich. Wir sind auf der Suche nach der Adamawa Turtle-Dove. Diese Taube, dunkler als die anderen Turtle Doves, hält sich wohl gerne in beschatteten Nebenläufen des Benoue Rivers auf.

Auf der Suche nach der Taube und in Erwartung von Schatten laufen wir einen schmalen Zufluß –ohne Wasser – zum Hauptstrom hinein. Das Bachbett ist ausgetrocknet. Dicht wachsen die Lianen vom Ufer her in das Flußbett hinein. Im Schatten einiger großer Bäume tummeln sich einige Vögel. Der Grund ist klar: es steht Wasser an. Nicht viel, aber genug, um Vögeln ein Bad oder auch Wasser zum Trinken zu ermöglichen. Ein Cabanis’s Bunting ist als erstes beim Trinken zu beobachten. Dann auch ein Lesser Honeyguide, der ein hochwillkommener Neuzugang ist. Ein Greater Honeyguide, eine Continue reading Senegaltriel in ausgetrockneten Bachbett/ Kamerun

Balz der Trappen in La Serena/ Estremadura

GrosstrappeIm Osten der spanischen Provinz Badajoz findet man eine weite, trockene Landschaft, deren besonderer Reiz in dem Wechsel zwischen steppenartigen Gebieten und locker bewaldeten Flächen liegt. La Serena ist ein Steppengebiet, das für Naturfotografen ein sehr lohnendes Fotoziel mit exzellenten Aufnahmemöglichkeiten darstellt. Die überwiegend baumlose Gegend wirkt auf den ersten Blick eintönig und leer. Doch wer in der weiten Landschaft steht und ganz in Ruhe über die sehr sanft gewundenen, niedrigen Hügel in die Ferne blickt, überkommt ein Gefühl der Unbegrenztheit. Zusätzlich sind die Steppen von La Serena berühmt für ihre Steppenvogelwelt. Spiessflughuhn (Pterocles alchata), Sandflughuhn (Pterocles orientalis), Steinkauz (Athene noctua), Blauracke (Coracias garrulus), Kalanderlerche (Melanocorypha calandra) und dann vor allem die Trappen. Zwergtrappe (Tetrax tetrax) und Großtrappe (Otis tarda) sind in der Steppenlandschaft das Highlight.

Das für Vogelfotografen beeindruckendes Motiv ist zweifelsohne die Balz der Männchen der Zwergtrappen und der Großtrappen. Die Balzzeit der Großtrappen beginnt in den Steppen der Serena Continue reading Balz der Trappen in La Serena/ Estremadura

Kiskunsag: ein Pussta-Juwel in Ungarn

TrielDer Winter hinterläßt ein grau-braunes Landschafskleid. Im zeitigen Frühjahr werden jedoch große Bereiche der Niederung überflutet, und die ausgedehnten Flachwasserbereiche stellen ein Eldorado für durchziehende Wat- und Wasservögel dar. Hauptsächlich sind es Uferschnepfen (Limosa limosa), Kampfläufer (Calidris pugnax) und andere langbeinige Limikolen, die sich neben diversen Entenarten in riesigen Schwärmen einfinden. Mit Glück sieht man in den Randbereichen auch die nur in Mäusejahren häufige Sumpfohreule (Asio flammeus) jagen, die in solchen Jahren in der Gegend auch brütet. Spätestens im Mai sind die meisten Flächen dann wieder ausgetrocknet, und nur in einigen Senken halten sich noch Gewässer. Aufgrund der starken Verdunstung entwickeln sich die meisten zu Sodaseen, an denen sich die an diesen extremen Lebensraum angepaßten Vogelarten wie Stelzenläufer (Himantopus himantopus), Säbelschnäbler (Recurvirostra avosetta) und Continue reading Kiskunsag: ein Pussta-Juwel in Ungarn

Steppengebiet La Serena/ Spanien

ZwergtrappeWeite, trockene Landschaft so weit das Auge reicht. Wer weite Steppenlandschaften liebt und das im Blog über die Steppen um Belchite beschriebene Gebiet nicht besuchen kann oder auf dem Weg nach Portugal, einen fotografischen Zwischenstopp in der Estremadura einlegen will, dem bietet sich ein kürzerer oder längerer Aufenthalt in einem der größten Steppengebiete Spaniens mit einer erstaunlichen Artenvielfalt an. Dieses Gebiet heißt La Serena. In der Nähe der Stadt Merida kann man in Dörfern mit dem Name Castuera, Cabeza del Buey oder Puebla de Alcocer schön übernachten und von da aus die Vögel und die Landschaft erkunden. Nicht immer steht der Name Estremadura für grüne Steineichenwälder bis zum Horizont. Im Osten der spanischen Provinz Badajoz findet man eine kontrastreiche Landschaft, deren besonderer Reiz in dem Wechsel zwischen steppenartigen Gebieten und locker bewaldeten Flächen liegt. La Serena ist ein Steppengebiet, das für Naturfotografen ein sehr lohnendes Fotoziel mit exzellenten Aufnahmemöglichkeiten darstellt.

Die Steppen von La Serena sind berühmt für ihre Steppenvogelwelt. Spiessflughuhn (Pterocles alchata), Sandflughuhn (Pterocles orientalis), Kalanderlerche (Melanocorypha calandra) und dann erst Continue reading Steppengebiet La Serena/ Spanien

Kiskunsag Nationalpark im zeitigen Frühjahr

KampfläuferDer Winter hinterläßt ein grau-braunes Landschaftskleid. Im zeitigen Frühjahr werden jedoch große Bereiche der Niederung überflutet, und die ausgedehnten Flachwasserbereiche stellen ein Eldorado für durchziehende Wat- und Wasservögel dar. Hauptsächlich sind es Uferschnepfen (Limosa limosa), Kampfläufer (Calidris pugnax) und andere langbeinige Limikolen, die sich neben diversen Entenarten in riesigen Schwärmen einfinden. Mit Glück sieht man in den Randbereichen auch die seltene Sumpfohreulen (Asio flammeus) jagen, die in manchen Jahren in der Gegend brütet. Spätestens im Mai sind die meisten Flächen dann wieder ausgetrocknet, und nur in einigen Senken halten sich noch Gewässer. Aufgrund der starken Verdunstung entwickeln sich die meisten offenen Gewässer zu Sodaseen, an denen sich die an diesen anspruchsvollen Lebensraum angepaßte Vogelarten wie Stelzenläufer (Himantopus himantopus), Säbelschnäbler (Recurvirostra avosetta) und Seeregenpfeifer (Charadrius alexandrinus) beobachten lassen. Auch Pflanzen, die man sonst nur von der Küste kennt, etwa den Queller oder die Strand-Aster, wachsen in großen Beständen. Jetzt ist auch die Zeit, um den eindringlichen, leisen Rufen der Turteltaube (Streptopelia turtur) zu lauschen. Mit ein wenig Geduld sind diese schön gefärbten, in Mitteleuropa aber Continue reading Kiskunsag Nationalpark im zeitigen Frühjahr

Dupontlerche in Gefahr durch Windkraftanlagen in Spanien

DupontlercheWindkraft wird gerne als „grüne“ Energie, d.h. umweltfreundliche oder ökologische Energie bezeichnet. Was den CO-2-Ausstoß angeht, ist das natürlich richtig. Die ökologischen Risiken dagegen finden erst allmählich Eingang in das Bewußtsein der Öffentlichkeit. In Deutschland wird vor allem der Rote Milan, Milvus milvus, als Vogelart genannt, die sich als eines der größten Hindernisse für den Windkraft-Ausbau in Deutschland darstellt. Das Kollisionsrisiko für den Rotmilan wird bei den Diskussionen besonders herausgestellt. Während in Deutschland Windkraftanlagen meistens auf landwirtschaftlich genutzten Flächen stehen und nun zunehmend Waldstandort genutzt werden (sollen), haben andere Länder noch ganz andere Risiken. In Ländern wie Spanien und Rumänien bestehen noch ausgedehnte (Pseudo-)Steppenhabitate. Diese Gebiete werden häufig als Ödland bezeichnet und sind damit prädestinierte Standorte für neue Windfarmen. Der Flächenverbrauch, der mit der Aufstellung von Windrädern gerade in – angeblich –  unproduktiven Continue reading Dupontlerche in Gefahr durch Windkraftanlagen in Spanien

Triel (Burhinus oedicnemus) bei Erding

TrielIn praktisch baumloser, freier Feldflur westlich des Erdinger Vororts Siglfing in Bayern ist (bzw. war bis zum 6. Juni) ein Triel (Burhinus oedicnemus) zu bewundern. Seit Anfang dieser Woche ist der Triel dort zu sehen Der Triel wurde das erste Mal am Dienstag, 3. Juni 2014 von Ingo Weiss und Christian Wagner beobachtet. Der Vogel war natürlich nicht immer auf Anhieb zu sehen. Aber er ist nicht recht mobil und ist in der Regel in einem überschaubaren Gebiet Continue reading Triel (Burhinus oedicnemus) bei Erding