All posts by Andreas Neuhöfer

Steinschmätzer am Hohneck

SteinschmätzerDer kratzende Laut ist unüberhörbar. Nicht auf Anhieb würde der geneigte Naturfreund dies als Gesang betrachten. Doch genau das ist es. Damit soll das Revier verteidigt und ein Partner interessiert werden. Obwohl der Steinschmätzer (Oenanthe oenanthe) sich nicht scheut, sich offen zu präsentieren, ist es gar nicht so leicht den kleinen, schwarz-weißen gefärbten Vogel auf einem der Felsblöcke zu entdecken.

Die Bergwiesen in den Vogesen sind in der Sommerzeit ausgesprochen reizvoll. Neben Vögeln der alpinen Zone sieht man auch einige typische Pflanzen dieser Region wie Gelben Enzian (Gentiana lutea), Arnika (Arnica montana), Kleine Alpen-Kuhschelle (Pulsatilla alpina) und gelbe und blaue Vogesen-Stiefmütterchen (Viola lutea) auch Gelbes Vogesenveilchen genant.  Wiesenpieper (Anthus pratensis) und Feldlerchen (Alauda arvensis) sind neben den oben beschriebenen Steinschmätzern sicher die häufigsten Vogelarten. An den schnell fließenden Bachläufen sind Gebirgsstelzen (Motacilla cinerea) zu finden. In den Klippen und Geröllhalden leben neben den Steinschmätzern auch einige sonst seltene Vogelarten. Wanderfalke (Falco peregrinus) und Kolkrabe (Corvus corax) kann man regelmäßig beobachten. Mit etwas Glück erspäht man hier aber auch den ansonsten in den Alpen beheimateten Steinrötel (Monticola saxatilis) oder man kann andere „Hochgebirgsarten“ wie die Alpenbraunelle (Prunella collaris) beobachten.

Zum Steinrötel ist interessant zu wissen, daß ein früher Ornithologe, nämlich Raimund Scheicher, schon kurz vor dem 1. Weltkrieg über seine ornithologischen Ausflüge in die Umgebung von Freiburg und in die Südvogesen berichtete.  Dabei konnte er im Juli in den Vogesen am Rotenbacher Kopf (südlich vom Hohneck) ein Pärchen des Steinrötel beobachten, das sich in den steil nach Osten abfallenden Felsen aufhielt. Leider wurde es schon zur damaligen Continue reading Steinschmätzer am Hohneck

Gelbschnabeltokos im Nationalpark Pilanesberg/ Südafrika

Südlicher GelbschnabeltokoDunst schwebt über dem Wasser. Es ist morgen kurz nach Sonnenaufgang. In den umliegenden Büschen herrscht schon lautstarkes Treiben. In dem Galeriewald um den Tidodi Damm tummeln sich zahlreiche Vögel wie der Südlicher Gelbschnabeltoko (Tockus leucomelas). Die umliegenden Bäume bilden einen kleinen Galeriewald, der viele Vögel wie Gelbschnabeltoko, Graukopfliest (Halcyon leucocephala) oder Haubenbartvogel (Trachyphonus vaillantii) anzieht. Zum Teil kann man sie schon mit einem 70-200 mm-Zoom ausreichend groß fotografieren. Ein wirklich sehr romantisches Wasserloch ist der Tidodi-Damm.

Eine Alternative ist der Malatse-Damm entlang des Dithabaneng Drive. Dieser Damm bietet die Möglichkeit, Schreiseeadler (Haliaeetus vocifer) und andere Vögel wie Ibisse und Löffler an ihren Schlafplätzen zu fotografieren.

Nicht weit vom Malatse-Damm liegt der Dithabaneng-Damm. Wenn das Wasser hoch steht, kann man mit dem Wagen direkt an das Ufer fahren. Das Licht ist morgens wie abends ideal zum Fotografieren. Es lohnt sich am Nachmittag das Ruighoek-Wasserloch anzufahren. An diesem kleinen Damm befindet sich ein relativ tief liegender Ansitz.

Aus der Froschperspektive kann man am Wasserloch der Kwa Maritane Lodge fotografieren. Das Wasserloch der Kwa Maritane Lodge ist wohl mit Abstand die beste Möglichkeiten aus einer ungewöhnlichen Perspektive zu fotografieren. Das Versteck ist unterirdisch angelegt und erlaubt einen einmaligen Blickwinkel auf die Tiere. Die Bilder erhalten so eine besonders dramatische Wirkung. Hier kann man zum Beispiel trinkende Afrikanischer Continue reading Gelbschnabeltokos im Nationalpark Pilanesberg/ Südafrika

Zwergscharben im Pinios-Delta/ Nordgriechenland

ZwergscharbeImmer wieder taucht ein kleiner schwarzer Wasservogel zwischen den im Wasser liegenden Baumstämmen der Kanäle im Pinios-Delta auf. Er hat Ähnlichkeit mit dem in Mitteleuropa häufigen Kormoran (Phalacrocorax carbo). Es ist aber der kleine Vertreter, die Zwergscharbe (Phalacrocorax pygmeus). Der Pinios mündet in einem Delta nördlich der Ortschaft Stomio ins Mittelmeer. Ein Großteil des fruchtbaren Schwemmlandes wurde schon vor Jahrzehnten trockengelegt und landwirtschaftlich genutzt. In den verbliebenen ursprünglichen Biotopen hat sich eine mannigfaltige Tier und Pflanzenwelt erhalten. 370 Hektar des Gebietes stehen unter Naturschutz. Dort bilden mit Lianen überzogene Platanen und Weiden dschungelartige Auwälder. Das Pinios-Delta umfasst eine Vielzahl von Feuchtgebieten und trockeneren Lebensräumen, darunter Fluss- und Küstenwälder, Salzmarschen und Süßwassersümpfe.  Obstgärten und Haine wechseln sich mit Auenwäldern, Küstenlagunen, Sanddünen und Stränden und sogar Steppenlebensräume ab.

Über 200 Vogelarten wurden bisher im Delta festgestellt, darunter alle europäischen Reiherarten, Bienenfresser (europ.) (Merops apiaster) und Blauracken (Coracias garrulus). Schwarzstirnwürger Continue reading Zwergscharben im Pinios-Delta/ Nordgriechenland

Birkhahnbalz in Finnland

BirkhuhnNaturfotografen, die im April nach Finnland fahren um den während eines Workshop jin der Nähe der Ostsee den Bartkauz (Strix nebulosa) zu fotografieren, kann – ganz nebenbei – weitere schneebedeckte Gebiete besuchen um ein ganz besonderes Naturschauspiel beobachten zu können: die Birkhahnbalz. Will man Fotos von der Birkhahnbalz machen, sollte man schon allein aus naturschützerischen Gründen nach Skandinavien fahren und nicht auch noch die letzten Überreste heimischer Populationen dem Streß der Fotografie aussetzen.

Früh muß man aufstehen, um sich vor Tagesanbruch in den stabilen, gut-isolierten Holzverschlägen mit Matraze und alten Schlafsäcken häuslich eingerichtet zu haben. In dem Versteck muß man sich dann vollkommen ruhig verhalten. Nach und nach kommen die Hähne näher an die schneebedeckte Ebene. Der hintere Bereich eines Continue reading Birkhahnbalz in Finnland

Nationalpark Pilanesberg: a heaven not only for Kingfishers

GraukopfliestIn the surrounding bushes of the Tidodi Dam there is  loud bustle already. In the gallery forest around, numerous birds such as the Grey-headed Kingfisher (Halcyon leucocephala) enjoy the first sun beams. Haze floats above the water. It is morning shortly after sunrise. The surrounding trees of the dam form a small gallery forest, which attracts many birds such as Southern Yellow-billed Hornbill (Tockus leucomelas), Grey-headed Kingfisher, Brown-hooded Kingfisher (Halcyon albiventris), Crested Barbet (Trachyphonus vaillantii), Lilac-breasted Roller (Coracias caudatus) and Broad-billed Roller (Eurystomus glaucurus).

An alternative is the Malatse Dam along the Dithabaneng Drive. This dam offers the opportunity to photograph the African Fish-Eagle (Haliaeetus vocifer) and other birds such as Ibisse and Spoonbills at their sleeping retreat.

Not far from the Malatse dam is the Dithabaneng dam. If the water is high, you can go by car directly to the shore. The light is perfect for taking photos in the morning and in the evening. It is worth driving to the Ruighoek waterhole in the afternoon. At this small dam is a relatively low-lying hide.

From the frog’s perspective you can take pictures at the waterhole of the Kwa Maritane Lodge. The waterhole of the Kwa Maritane Continue reading Nationalpark Pilanesberg: a heaven not only for Kingfishers

Graubrust-Strandläufer in der West-Paläarktis

Graubrust-StrandläuferMit einem Graubruststrandläufer (Calidris melanotos) im Mehldorfer Speicherkoog fing vor Jahren die Suche nach Irrgästen, nach nationalen Seltenheiten, in Deutschland an. Wenig später war klar, daß Graubruststrandläufer in Mitteleuropa seltene, aber regelmäßige Gäste sind. Damals vermutet man, daß Graubrust-Strandläufer, wie andere Ausnahmeerscheinungen und Irrgäste, aufgrund starker Stürme über den Ozean verdriftet worden waren. Beim Graubruststrandläufer können damit jedoch lediglich die im September und Oktober vor allem in Westeuropa entdeckten Vögel erklärt werden. Erste (Wegzug-)Nachweise gelingen in Europa alljährlich bereits ab Mitte Juli, das heißt deutlich vor der Zeit der Herbststürme. Zudem konzentrieren sich in Großbritannien die Nachweise zunächst auf die östliche Küste Englands. Auf den Azoren ist der doert als pilrito-de-colete bekannte Graubruststrandläufer bei weitem nicht so dominant in der Irrgästeliste wie in Mitteleuropa. Im November gibt es bisher gar keine Meldung und vom Oktober wurden im Maximum 4 Exemplare allein von der Insel Terceira bekannt. Der Heimzug von Calidris melanotos durch Deutschland erstreckt sich von Mitte April bis Mitte Juni, ab Anfang Juli erscheinen erste Altvögel auf dem Wegzug. Erst vier Wochen später ist mit den ersten Jungvögeln zu rechnen.

Erschwerend kommt dazu, daß die Zahl der an der Ostküste Nordamerikas in ihre Winterquartiere in Lateinamerika wandernden Graubruststrandläufer eher gering ist. Für rund 90% der Population wird eine Zugroute durch das zentrale Nordamerika angenommen – auch wenn das Foto des Blogs von der Atlantikküste North Carolinas stammt. Es fragt sich, ob die recht hohe Zahl von Continue reading Graubrust-Strandläufer in der West-Paläarktis

Nationalpark Bayerischer Wald: Waldlandschaft in grosser Diversität

TannenhäherEingebettet in eine schneereiche, hügelige Kulturlandschaft bietet der Nationalpark Bayerischer Wald an der Grenze nach Tschechien Raum für Wildnis. Für Wälder, die noch – oder schon wieder – wie Urwälder wachsen können. Diese Wälder unterliegen einem ständigen Wandel. Alte und geschwächte Bäume werden nicht gefällt und aus dem Wald entfernt, sondern bleiben stehen, bis sie vom Wind umgeworfen oder vom Schnee niedergedrückt werden. Dieses Mittelgebirge am nord-östlichen Rand Bayerns ist einem ständigen Wandel unterworfen. Alte und geschwächte Bäume werden nicht gefällt und aus dem Wald entfernt, sondern bleiben stehen, bis sie vom Wind umgeworfen oder vom Schnee niedergedrückt werden. Insekten, wie der Borkenkäfer, die im Wirtschaftswald als Schädlinge angesehen werden, dürfen hier ungehindert ihren natürlichen Beitrag zur Waldentwicklung leisten. Mit einer ungeheuren Dynamik verändern sich die Wälder, werden wilder, vielseitiger und für den Naturfreund auch immer attraktiver.

Der Nationalpark Bayerischer Wald grenzt unmittelbar an den Nationalpark Sumava in Tschechien. Zusammen ergeben sie eine Fläche von nahezu 1.000 km². Das ist das größte zusammenhängende Waldgebiet Mitteleuropas. Der Nationalpark Bayerischer Wald bietet somit ein beachtenswertes Potenzial für den Schutz von Wildnis und eine riesige Spielwiese für Naturfotografen. Neben mehreren Arten von Raufußhühnern wie Auerhuhn (Tetrao urogallus) oder Haselhuhn (Bonasa bonasia), die Continue reading Nationalpark Bayerischer Wald: Waldlandschaft in grosser Diversität

Bird photography in the rainforests of Peru

ArakangaAs the name suggests high precipitation characterizes the rainforests. Photographing animals during the rain is a real challenge to people and material. But this particular weather situation gives many motifs an additional charm. An extensive downpour is always a great moment to spot birds in an extraordinary situation. But also the small representatives of the animal kingdom such as frogs, butterflies, insects are hardly to be surpassed in their diversity. A macro should therefore be part of the equipment as a good, powerful flash.

Rainforests of Peru are one of the richest in biodiversity on earth. Although the jungle is full of life, the extreme conditions make animal photography in the rainforest always a tricky. Poor lighting conditions, high humidity and a lot of rain make every photographer face a challenge.

Peru is one of the countries with the highest biodiversity and has astonishingly many endemic species as well as a remarkable variety of ecosystems. Almost 70% of the country’s surface is covered with tropical rain forest. This makes Peru one of the most interesting destinations for passionate nature photographers. Although the Continue reading Bird photography in the rainforests of Peru

Vogelfotografie in den Regenwälder Perus

TrupialRegenwälder Perus gehören zu den artenreichsten Gebieten dieser Erde. Obwohl der Dschungel voller Leben steckt, machen die extremen Bedingungen die Tierfotografie im Regenwald stets zu einer Herausforderung. Schlechte Lichtverhältnisse, hohe Luftfeuchtigkeit und viel Regen stellen jeden Fotografen vor eine Geduldsprobe.

Peru ist eines der Länder mit der höchsten Biodiversität und besitzt erstaunlich viele endemische Arten sowie eine bemerkenswerte Vielfalt an Ökosystemen. Fast 70 % der Landesfläche ist mit tropischem Regenwald bedeckt. Dies macht Peru zu einem der interessantesten Ziele für passionierte Naturfotografen. Obwohl die Regenwälder in unvorstellbarem Maße vor Leben sprühen, sind die Tiere nicht immer zu sehen und auch ihr Verhalten ist meistens nicht so wie man es gerne hätte. Ausdauer ist daher die wichtigste Voraussetzung, um gute Bilder zu machen. Der Regenwald ist auf den ersten Blick ohne Zweifel spektakulär. Und auf dem 2. Blick unglaublich still, manchmal sogar tot. Doch wer sich mit viel Geduld dem zeitlichen Rhythmus der Tiere anpasst, kann zu einzigartigen Fotos kommen.

Hohe Niederschläge prägen den Charakter der Regenwälder. Tiere während des Regens zu fotografieren ist eine wahre Herausforderung an Mensch und Material. Doch gerade diese besondere Wettersituation verleiht vielen Motiven Continue reading Vogelfotografie in den Regenwälder Perus

Black Grouse on leks in the snowy spring of Finland

BirkhuhnNature photographers, who visit the snow-capped central Finland in early April, might observe a very special natural event: the mating display of the Black Grouse (Tetrao tetrix).  If you want to take pictures of the mating display, you should go to Scandinavia for nature conservation reasons alone. For the last remnants of domestic populations the stress of photography is too high.

You have to get up early in order to get a good night’s sleep in the stable, well-insulated wooden cabinets with mattresses and old sleeping bags before daybreak. In the hiding place you have to be completely calm. Gradually, the cocks come closer to the snow-capped plain. A sound makes the presence of the cocks divine; It is a quiet cooing to hear.

In the morning dawn the first cocks of Black Grouse appear on the mating grounds . They announce their arrival with vigorous hissing. Then they begin to walk back and forth with little tripple steps. The wings grind deeply over the ground. They make rolling sounds. With sounds like this: “Kuluku -Lulluku -Kulluku”.

30 cocks run in front of the hiding places in quite a narrow area. If they come close to imaginary limits, they take an imposition. For two or three, they walk along the border parallel to the border. In such moments, they call particularly loudly. They try to force the opponent to turn back. Both cocks are hissing and spitting sounds when they try to persuade the opponent to repent. The images in the gallery show the vigorous fights of the Black Grouse cocks.

All this takes place according to a fixed “ritual”. If none of the Continue reading Black Grouse on leks in the snowy spring of Finland

Dreizehenspecht am Feldberg im Hochschwarzwald

DreizehenspechtNur wenige 100 Meter entfernt vom Trubel an der Piste und dem kahlen „Gipfel“ des Feldbergs gibt es einige Pfade, die kaum von Wanderern frequentiert sind und außerdem mitten durch eine einmalige Gebirgswelt führen: Mannshoher Eisenhut (Aconitum napellus), üppige Trollblumen (Trollius europaeus), Geflecktes Knabenkraut (Dactylorhiza maculata), und Scheuchzers Glockenblume (Campanula scheuchzeri) stehen direkt am Weg. Oben in der Fichte singt vielleicht eine selbstzufriedene Ringdrossel (Turdus torquatus) und mit ein wenig Glück sieht man einen Dreizehenspecht (Picoides tridactylus) an einer toten Kiefer, die ihm die wichtigen Großkäfer im verrottenden Baum liefert. Dieser Vogel, lange Zeit im Schwarzwald verschollen, eroberte aber in den letzten Jahren verlorenes Territorium zurück. Der Specht stochert meist gelassen in dem dichten Geflecht aus Flechten, Rinde und totem Holz nach Spinnen und Käfern. Das wirklich erstaunliche an diesem Vogel ist seine geringe Fluchtdistanz. Ich habe schon Dreizehenspechte aus vier Metern Entfernung beobachten können. Besonders gerne fotografiere ich im Bannwald. Unter den vom Borkenkäfer gemeuchelten Fichten kommt schon wieder die Buchenverjüngung hervor, von der Morgensonne effektvoll in Szene gesetzt. Die knorrigen und bizarren Baumformen, Continue reading Dreizehenspecht am Feldberg im Hochschwarzwald

Kiskunsag Nationalpark im zeitigen Frühjahr

KampfläuferDer Winter hinterläßt ein grau-braunes Landschaftskleid. Im zeitigen Frühjahr werden jedoch große Bereiche der Niederung überflutet, und die ausgedehnten Flachwasserbereiche stellen ein Eldorado für durchziehende Wat- und Wasservögel dar. Hauptsächlich sind es Uferschnepfen (Limosa limosa), Kampfläufer (Calidris pugnax) und andere langbeinige Limikolen, die sich neben diversen Entenarten in riesigen Schwärmen einfinden. Mit Glück sieht man in den Randbereichen auch die seltene Sumpfohreulen (Asio flammeus) jagen, die in manchen Jahren in der Gegend brütet. Spätestens im Mai sind die meisten Flächen dann wieder ausgetrocknet, und nur in einigen Senken halten sich noch Gewässer. Aufgrund der starken Verdunstung entwickeln sich die meisten offenen Gewässer zu Sodaseen, an denen sich die an diesen anspruchsvollen Lebensraum angepaßte Vogelarten wie Stelzenläufer (Himantopus himantopus), Säbelschnäbler (Recurvirostra avosetta) und Seeregenpfeifer (Charadrius alexandrinus) beobachten lassen. Auch Pflanzen, die man sonst nur von der Küste kennt, etwa den Queller oder die Strand-Aster, wachsen in großen Beständen. Jetzt ist auch die Zeit, um den eindringlichen, leisen Rufen der Turteltaube (Streptopelia turtur) zu lauschen. Mit ein wenig Geduld sind diese schön gefärbten, in Mitteleuropa aber Continue reading Kiskunsag Nationalpark im zeitigen Frühjahr