Der Ruf ist ein typischer Hintergrund des Regenwaldes, besonders früh am Morgen. Es ist ein monotones „Boop-oop“. Gelegentlich, im Duett, erklingt eine rollende Folge von Rufen. Doch wenn man einen Motmot zum ersten Mal bemerkt, liegt es meist nicht an seinem Gesang. Vielmehr ist es das langsame Schwingen des Schwanzes, die pendelartige Bewegung, die in den charakteristischen, schlägerartigen Spitzen endet, die ins Auge sticht. Im Dämmerlicht des tropischen Regenwaldes wirkt die blaue Krone unwirklich, wie ein Stück Himmel, das in den Schatten gefallen ist. Ein Motmot sitzt ruhig auf einem schattigen Ast, der Schwanz wiegt sich, als ob er im Takt mit etwas schwingt, das älter ist als die Bäume. Die blaue Krone leuchtet sanft, nicht grell, aber selbstbewusst.
In der Ornithologie wurde der Blauscheitelmotmot -Komplex lange Zeit als eine einzige Art betrachtet, der Blauscheitelmotmot (Momotus momota). Sein riesiges, zusammenhängend erscheinendes Verbreitungsgebiet, das sich vom südlichen Mexiko über Mittelamerika bis weit nach Südamerika erstreckt, schien diese Ansicht zu bestätigen. Variationen in Farbe, Größe und Lautäußerungen wurden zwar anerkannt, aber als geografische Formen innerhalb einer anpassungsfähigen Art interpretiert. Die Vorstellung von Populationen derselben Art prägt seit Jahrzehnten Feldführer und Checklisten. Was zunächst einfach erschien, entpuppte sich jedoch als eine Geschichte verborgener Komplexität.
Die Artinterpretation änderte sich mit der Verbesserung wissenschaftlicher Methoden und Verfahren. Detaillierte Vergleiche der Lautäußerungen zeigen konsistente Unterschiede zwischen den Populationen. Morphologische Merkmale wie die Färbung des Scheitels, das Schwanzmuster und die Gesichtszeichnung weisen stabile regionale Unterschiede auf. Genetische Studien bestätigen, dass es sich bei diesen Populationen nicht einfach um lokale Varianten handelt, sondern um separate evolutionäre Linien. Infolgedessen wurde der Blauscheitelmotmot-Komplex in fünf verschiedene Arten unterteilt: Amazonasmotmot (Momotus momota), Diademmotmot (Momotus lessonii), Rötelbauchmotmot (Momotus subrufescens), Trinidadmotmot (Momotus bahamensis) und Hochlandmotmot (Momotus aequatorialis).
Der Hochlandmotmot verdient besondere Beachtung. Er bewohnt feuchte Bergwälder entlang der Anden Südamerikas, von Kolumbien über Ecuador und Peru bis nach Bolivien. Diese Art lebt in mittleren Höhenlagen, typischerweise zwischen 1.000 und 2.500 Metern, wo Nebelwald herrscht. Häufiger Nebel, dichte Vegetation und kühlere Temperaturen prägen seinen Lebensraum und unterscheiden ihn ökologisch von seinen Verwandten im Tiefland.
Der Hochlandmotmot unterscheidet sich nur geringfügig im Aussehen, mit einer weniger leuchtenden Kronenfärbung und markanten Schwanzmerkmalen. Seine Rufe spielen eine entscheidende Rolle bei der Erkennung als eigenständige Art: Sie bestehen aus tieferen, gleichmäßigeren Rufen, die sich gut durch den Bergwald tragen lassen. Sein Verhalten entspricht dem eines typischen Motmots: Er sitzt ruhig auf Ästen, ernährt sich von Insekten, kleinen Reptilien und Früchten und nistet in Erdhöhlen.
Die Anerkennung von fünf Arten innerhalb des Blauscheitelmotmot-Komplexes spiegelt ein breiteres Muster in der tropischen Ornithologie wider. Viele weit verbreitete Vögel, die einst für eine einzige Art gehalten wurden, erweisen sich bei genauerer Betrachtung als Vertreter mehrerer spezialisierter Abstammungslinien. Für Vogelliebhaber mag diese Erkenntnis den Blick für Details schärfen. Einem Hochlandmotmot zu begegnen bedeutet nicht nur, einen vertrauten Vogel der Anden zu sehen, sondern eine Art zu erleben, die von Bergen, Isolation und Zeit geprägt wurde.
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