Kampf im strömenden Regen in Kolumbien

Ich stehe schön geschützt unter einem Zelt mit tief herunter gezogenem Dach. Es regnet in Strömen. Am Kolibri Feeder war schon eine Menge Action. Aber jetzt scheint es still zu seine. Doch dann wird die Stille jäh unterbrochen. Zwei Fahlschwanzkolibris (Boissonneaua flavescens) sitzen im strömenden Regen auf einem Ast im wunderschönen Glamping-Resort „El Color de mis Rêves“ im kolumbianischen Departamento Caldas. Einen Moment lang herrscht absolute Stille, fast meditativ, und im nächsten Moment ist Action zu verzeichnen. Plötzlich verliert einer der Kolibris offensichtlich die Geduld. Er springt in die Lust, verharrt einen Sekundenbruchteil in der Luft, flattert mit den Füßen voran und dann wird die vormals so traue Zweisamkeit jäh unterbrochen. Eine plötzliche, heftige und aggressive Attacke. Dies ist kein Zufall. Es ist ein persönlicher Kampf.

Fahlschwanzkolibri sind mittelgroße Vögel, die an den Waldrändern der Anden vorkommen. Auf den ersten Blick ist ihr Aussehen auffällig, aber nicht protzig: grünes Gefieder mit einem markanten gelbbraunen Schwanz und einem subtilen Schimmer, der im Licht changiert. Doch das Verhalten der Fahlschwanzkolibris an lohnenden Nahrungsressourcen offenbart einen sehr selbstbewussten Charakter.

Nicht nur an künstlichen Futterstellen zeigt die Art territoriale Aggression gegenüber Artgenossen. Die beobachtete Interaktion ist ein klares Beispiel dafür. Ein Individuum besetzt die Futterstelle und kehrt immer wieder zu einem bevorzugten Sitzplatz in der Nähe zurück. Nähert sich ein zweiter Fahlschwanzkolibri, reagiert der ansässige Vogel sofort – nicht immer, aber oft. Er beschleunigt mit schnellen Flügelschlägen auf den Eindringling zu, erzeugt dabei ein leises Summen und beginnt eine Verfolgungsjagd. Die Jagd ist kurz, aber energisch und endet oft damit, dass sich der Eindringling aus der unmittelbaren Futterzone zurückzieht.

Dieses Muster entspricht dem bei Kolibris häufig beobachteten Ressourcenverteidigungsverhalten. Nektar, ob von Blüten oder Futterstellen, stellt eine energiereiche, aber räumlich begrenzte Ressource dar. Indem das dominante Individuum andere der gleichen Art ausschließt, erhöht es seinen Zugang zu dieser Ressource. Was anthropomorph als „Eifersucht“ erscheint, ist genauer gesagt eine Strategie, die von Energieeffizienz und Konkurrenz geprägt ist.

Die Flugdynamik des Fahlschwanzkolibris spielt bei diesen Interaktionen eine entscheidende Rolle. Wie andere Kolibris kann er lange in der Luft schweben, was er durch schnelle Flügelschläge erreicht, die sowohl beim Ab- als auch beim Aufschlag Auftrieb erzeugen. Bei aggressiven Auseinandersetzungen wird sein Flug jedoch unberechenbarer und kraftvoller. Kurze Beschleunigungsschübe, abrupte Richtungswechsel und enge Loopings sind typisch. Diese Manöver ermöglichen es dem Vogel, in unmittelbarer Nähe seines Rivalen zu bleiben und gleichzeitig Dominanz zu signalisieren.

Bemerkenswerterweise ermöglicht dieselbe Präzision, die ihm das elegante Schweben über Blüten ermöglicht, auch diese rasanten Verfolgungsjagden. Der Übergang zwischen Nahrungsaufnahme und Verteidigung erfolgt nahezu augenblicklich. So zeigt der Fahlschwanzkolibri, wie spezialisierte Fluganpassungen sowohl der Nahrungssuche als auch der Konkurrenz innerhalb seiner ökologischen Nische dienen.

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