Tag Archives: Nuthe-Urstromtal

Wood Ducks on small pond in Brandenburg

BrautenteOn the reedy pond of a pumping station in southern Brandenburg, mist clouds rise above the water in the early autumn morning. A quick visit shows a surprise. It is a pair of Wood Duck (Aix sponsa) sitting on the rusty railing of a staircase. The male is in full breeding plumage. This was the first record of a pair for the Nuthe-Nieplitz-Niederung for me.

The primary breeding habitats of Wood Ducks are wooded sections of slow-flowing rivers and their oxbow lakes, as well as marshy lowlands interspersed with old trees. During the ice-free months, the Wood Ducks living in Europe mostly inhabit water bodies in urban settlement areas, especially tree-lined park ponds and/or those with half-tame water fowl.

The Wood Duck has been kept in German zoos and private facilities since the middle of the 19th century and is often bred in captivity. Observation reports show a focus in urban settlement areas or even in the middle of big cities. The focus seems to be more in the west of Germany. There were targeted settlements more than 100 years ago, in e.g. the Berlin Zoo. The pairs multiplied initially, but went out with the ceasing of additional feeding. Because of numerous breeding in captivity and mostly good reproduction rates, there are regularly field observations of individuals. The Wood Duck, however, is (still?) a non-established neozoon. One of the causes is said to be the high predation of the raccoon, which is actually quite common in the area.

With little or no inclination of local birds to migrate, it can be assumed that the same individuals stay in the territory throughout Continue reading Wood Ducks on small pond in Brandenburg

Brautentenpaar auf kleinem Teich

BrautenteAm schilfbestandenen Teich eines Pumpwerks im südlichen Brandenburg steigen Dunstwolken am frühen Herbstmorgen über dem Wasser auf. Ein kurzer Besuch zeigt eine Überraschung. Es ist ein Paar der Brautente (Aix sponsa), das auf dem rostigen Geländer einer Treppe Platz genommen hat. Das Männchen, der Brauterpel, ist im schönsten Prachtkleid.

Die primären Bruthabitate bilden bewaldete Abschnitte langsam strömender Flüsse und deren Altarme sowie von Altbäumen durchsetzte Sumpfniederungen. Die in Europa als Neozoon lebenden Brautenten bewohnen während der eisfreien Monate meistens Gewässer in urbanen Siedlungsräumen, vor allem von Bäumen gesäumte Parkteiche oder solche mit halbzahmem Wassergeflügel.

Die Brautente wird seit Mitte des 19. Jahrhunderts in deutschen Zoos und Privatanlagen gehalten und häufig nachgezüchtet. Auch die Meldungen in Ornitho.de zeigen einen Schwerpunkt in urbanen Siedlungsräumen bzw. sogar mitten in Großstädten. Der Schwerpunkt scheint eher im Westen Deutschlands zu liegen. Es gab vor mehr als 100 Jahren gezielten Ansiedlungen, u.a. durch den Berliner Zoo, auf den Parkteichen des benachbarten Tiergartens. Die Paare vermehrten sich zunächst, erloschen aber mit dem Continue reading Brautentenpaar auf kleinem Teich

Schwarzkehlchen: ein später Sommergast in der Nuthe-Niederung

SchwarzkehlchenSpinnweben hängen tropfennass zwischen Gräsern, Stauden und vertrockneten Sonnenblumen. Der Tag startet mit Nebel, der sich nun besonders in den weiten Flußauen bildet. Auch jetzt – Mitte Oktober – kann man in weiten Landesteilen noch einen Hauch von Altweibersommer genießen. Denn die Temperaturen klettern tagsüber auf fast 20 °C. Die Sonne geht aber erst spät auf.

Ein Schwarzkehlchen (Saxicola rubicola), wohl ein Weibchen, sitzt noch klamm auf einer umgeknickten, vertrockneten Sonnenblume. Ein Bild Ton in Ton.  Es ist schon Zeit für den Zug in die Winterquartiere. So spät der Zeitpunkt – Mitte Oktober – auch sein mag. Der Vogel ist hier in Nuthe-Urstromtal im Süden Brandenburgs nicht allein.

Auch aus anderen Ecken Brandenburgs werden vereinzelt Exemplare gemeldet. So gab es zuletzt Meldungen aus dem Spreewald, dem Naturpark Heideseen, den Poldern an der Oder und vor allem aus dem Tagebau Welzow-Süd. Gerade die Renaturierungsgebiete mit ihren Ackerbrachen weisen schon seit Wochen rastende Schwarzkehlchen auf. Der Lebensraum ist in der heutigen Zeit nämlich nicht mehr häufig. Das Schwarzkehlchen besiedelt Brachflächen, Ödland, sowie Heide- und Wiesenlandschaften.

Das Weibchen ist (wie auf dem Bild erkennbar) deutlich matter als ein Männchen gezeichnet. Der dominierende Ton ist rötlich-braun. Gerade die Unterseite ist bräunlich gefärbt, Kopf und Rücken sind grau. Schwarzkehlchen sitzen gerne auf recht exponierten Warten, auffallend ist sonst das häufige Flügelzucken und Schwanzwippen. In Continue reading Schwarzkehlchen: ein später Sommergast in der Nuthe-Niederung

Ein sibirischer Irrgast: der Gelbbrauen-Laubsänger

Gelbbrauen-LaubsängerEin leise rufendes Gewusel in Hochstauden. Alljährlich findet ein ausgeprägter Zug von Wintergoldhähnchen (Regulus regulus) statt. Es lohnt sich aber genauer hinzusehen. In den gemischten Trupps können sich nämlich kleine Vertreter der Phylloscopus-Laubsänger aufhalten. Einer davon, der Gelbbrauen-Laubsänger (Phylloscopus inornatus), stammt wie die später im Jahr ziehenden Goldhähnchen-Laubsänger (Phylloscopus proregulus) aus den Taigawälder zwischen der Insel Sachalin im Ochotskischen Meer, Petschora und Ural.

Beim Gelbbrauen-Laubsänger handelt es sich um einen typischen kleinen Laubsänger mit feinem, spitzem Schnabel und relativ kurzem Schwanz. Vom Aussehen her ähnelt dieser Phylloscopus-Laubsänger einem Goldhähnchen (am ehesten einem Sommergoldhähnchen (Regulus ignicapilla)). Je nachdem wie er sich positioniert, wirkt er nicht zierlicher als der heimische Zilpzalp (Phylloscopus collybita), obwohl seine Körperlänge um acht Millimeter kürzer ist. Die Oberseite ist olivgrün mit etwas hellerem Bürzel und Oberschwanzdecken. Zwei deutliche, aber unterschiedlich intensiv ausgeprägte Flügelbinden, die von den hellen Säumen der Armdecken hervorgerufen wurden, sind meist das auffälligste Merkmal. Der Oberkopf ist dunkelgrün mit sehr schwach angedeutetem hellerem Scheitelstreif. Namensgebend ist Continue reading Ein sibirischer Irrgast: der Gelbbrauen-Laubsänger

Zwergschnepfen im Rasthabitat

ZwergschnepfeFür den ornithologisch Interessierten sind Zwergschnepfen (Lymnocryptes minimus) sicher eine der Vogelarten der Westpaläarktis, die jeder noch auf seiner Liste hat. Viele Vogelbeobachter haben Zwergschnepfen noch gar nicht gesehen. Einige Beobachtungen, die mit Fotos belegt sind, stammen dann von Helgoland, wo doch praktisch alljährlich am Hafen – in der Nähe des sogenannten Kringels – die Zwergschnepfen im Oktober beobachtet werden können. Diese Zwergschnepfen sind dann von der Reise über die See so erschöpft, daß sie sich ausgiebig betrachten lassen. Das richtige Rasthabitat für die Zwergschnepfe stellen die Wellenbrecher am Kringel jedoch nicht dar. Wer Zwergschnepfen daher in der Rast- oder Überwinterungsumgebung beobachten möchte, ist darauf angewiesen, die richtigen Stellen in der Landschaft zu finden.

Zuerst sollte man sich darüber klar sein, daß die Zwergschnepfe ein Vogel des Tieflandes ist. Die meisten Vögel werden auf Gebieten unter 100 m (NN) Höhe berichtet. Meldungen von Hügelländern auf  Continue reading Zwergschnepfen im Rasthabitat

Gänse im Nuthe-Urstromtal

GraugansWildgänse aus dem arktischen Norden überwintern alljährlich zu Tausenden in Brandenburg auf den vielen Seen der Gegend südlich von Berlin und auch im ehemaligen Tagebaugebiet etwas weiter entfernt. Die Beobachtung dieser Wintergäste ist für Ornithologen wie auch für interessierte Naturfreunde eine ganz besondere Attraktion. Im vorliegenden Fall führte ein frühmorgendlicher Ausflug in das Rauhe Luch nördlich von Luckenwalde im Landkreis Teltow-Fläming. Die Sicht an diesem Herbstmorgen betrug unter 50 Meter und daß Tiere auf den abgeernteten Maisäckern stehen würden, war eher zu hören als zu sehen. Plötzlich rissen die Nebelschwaden über dem Acker direkt neben der Straße auf. Auf einmal waren Saatgänse (Anser fabalis), Graugänse (Anser anser), Kraniche (Grus grus) und Continue reading Gänse im Nuthe-Urstromtal