Empfehlungen für Natur-Fotografen im Nationalpark Stilfser Joch

SteinadlerIm Herzen der majestätischen Alpen, wo schroffe Gipfel in den Himmel ragen und sich unberührte Landschaften erstrecken, soweit das Auge reicht, liegt der bezaubernde Nationalpark Stilfser Joch. Eingebettet in diese atemberaubende Weite liegt das Stilfser Joch, ein bergiges Wunderland, das sowohl Abenteurer als auch Naturliebhaber anlockt. Für begeisterte Vogelbeobachter ist der Nationalpark Stilfser Joch ein Paradies voller Vogelwunder, die darauf warten, entdeckt zu werden. Beispielhaft seien nur Steinhuhn (Alectoris graeca), Birkhuhn (Tetrao tetrix), Auerhuhn (Tetrao urogallus), Haselhuhn (Bonasa bonasia) und Alpenschneehuhn (Lagopus muta) genannt.

Wer Natur und Tiere entdecken möchte, tut gut daran, allein oder höchstens zu zweit loszuziehen. Nur dann hat man die Ruhe, um den „Atem der Natur“ in jeder Jahreszeit, die Stille oder die natürlichen Geräusche tatsächlich wahrzunehmen. Was kann man nun einem Besucher des Parks empfehlen? Gibt es besonders lohnende Plätze? Die gute Nachricht ist zweifellos, dass man überall im Park gleichermaßen interessante Beobachtungen und Entdeckungen machen kann. Einige Besonderheiten lassen sich aber dennoch feststellen. So finden sich im Vinschgau mächtige eiszeitliche Schuttkegel. Imposant ist das Martelltal, ein langgezogenes Hochtal dessen Abschluss der Cevedale bildet. Das Ultental ist waldreich und weist eine Vielzahl von Seen auf.

Recht einfach ist am Passo dello Stelvio hochalpiner Lebensraum zu finden. Hier trifft man auf den sonst nur schwer zu beobachtenden Mauerläufer (Tichodroma muraria), der einerseits ein Meister der Tarnung ist, der sich mühelos in die felsige Umgebung einfügt. Wenn er jedoch seine purpurroten Flügel entfaltet, staunt man über die Buntheit und das komplizierten Flügelmuster. Ein lebendiges Kunstwerk! Aber auch andere typische Bewohner alpiner Landschaften wie die Felsenschwalbe (Ptyonoprogne rupestris), die Gebirgsstelze (Motacilla cinerea), der Tannenhäher (Nucifraga caryocatactes) und die Wasseramsel (Cinclus cinclus) sind zu sehen.

Gibt es eine beste Jahreszeit? Oder gibt es eine besonders empfehlenswerte Jahreszeit für einen Besuch im Park? Eigentlich nicht. An jedem Tag des Jahres besteht die Chance, faszinierende Motive zu entdecken. Im Winter gilt es natürlich, sich entsprechend vorzuberei­ten. Auf Skiern oder Schneeschuhen kann man sich dann bequem durch die Landschaft bewegen. Aufgrund der beträchtlichen Höhenunterschiede ziehen sich Frühling und Herbst über lange Perioden hin. Je nachdem auf welcher Höhe man sich befindet, kann man im Juni noch frühlingshafte Blumenwiesen bestaunen oder bereits im August erste Herbstimpressionen, manch­mal sogar verschneite Winterland­schaften fotografieren.

Das Wegenetz im Park ist recht gut ausgebaut und ermöglicht Wanderungen in allen Schwierigkeitsgraden vom Spaziergang bis zur anspruchsvollen Bergtour. Ein Erkunden des Parks ist im Sommer und Herbst am einfachsten. Dann sind bis in die hohen Lagen zahlreiche Hütten geöffnet, die Möglichkeiten zum Übernachten bieten. Komfortable Hotels dagegen sind in der Nationalpark-Region natürlich ganzjährig geöffnet und in jedem noch so kleinen Ort verfügbar. Im Schweizer Nationalpark Engadin ist das Verlassen der Wege grundsätzlich nicht erlaubt, im italienischen Park dagegen wird lediglich „nicht empfohlen“, die Wege zu verlassen.

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