Friedhofs-Amseln im Schnee

AmselWintereinbruch in Deutschland. In den letzten Nächten hatte es geschneit. Nun taut es aber schon wieder. Die Luft ist kalt und klar. Die meisten Flächen auf einem ausgedehnten Parkfriedhof liegen noch still wie in Watte gepackt unter einer 5 cm dicken Schneedecke. Nur die Wege werden von einem Schneepflug provisorisch geräumt. Das ist zwar noch kein richtiger Winter, aber es liegt Schnee und zwischendurch kommt sogar die Sonne heraus. Ideale Bedingungen für einen Spaziergang auf einem Parkfriedhof. Von den Singvögeln hört man nur vereinzelt ein verhaltenes Zwitschern. Bei aufmerksamer Betrachtung sind auf dem Friedhof über den Winter ständig viele Amseln anzutreffen. Nun bei Schnee scheinen sich die Bestände der Amsel (Turdus merula) noch mal vermehrt zu haben. Überall sieht man sie von einer Wegseite zur nächsten huschen. Unter jedem zweiten (Nadel-)Baum ist der Boden intensiv aufgekratzt. Eine Regelmäßigkeit ist nicht wirklich zu erkennen. Jedoch scheint es eine Präferenz für Koniferen zu geben, unter denen dann besonders intensiv umgedreht, gegraben und gepickt wird.

Ein Parkfriedhof, der nicht zu stark gepflegt wird, ist ideal. Winterfutter für Amseln, aber auch Buchfinken (Fringilla coelebs) bietet neben dem, was unter Laub und Streu liegt z.B. der Sauerdorn Der Sauerdorn (Berberis vulgaris), auch Berberitze genannt, ist ein fast 3 Meter hoch werdender, bunter Strauch mit roten Früchten. Vor allem Amsel und Wacholderdrosseln (Turdus pilaris) ernähren sich von den roten Früchten im Winter. Beeren und Blätter können bei der Berberitze bis spät im Winter an den Zweigen hängen.

Die Individualdistanz der Amseln zu Menschen ist sehr unterschiedlich. Manche haben sich offensichtlich an die Friedhofsbesucher gewöhnt und lassen die Näherung auf weniger als 8 Meter zu. Andere fliegen beim ersten Auftauchen fort. Wenn man Geduld aufbringt und vielleicht noch vor einem Baumstamm in die Hocke geht, kann man hoffen, daß sich eine Amsel bei der Futtersuche doch noch was näher traut. Die Bilder sind so entstanden.

Beim Fressen schauen Amseln immer wieder nach oben. Es könnte ja ein Sperber oder eine andere Drossel von oben angreifen. Im Winter müssen Amseln besonders wachsam sein. Die Feinde wie der Sperber (Accipiter nisus) und der Habicht (Accipiter gentilis) lauern überall.

In der Nähe der Altstadt von Solingen-Gräfrath befindet auf einer Höhe der Gräfrather Parkfriedhof. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden große Friedhofsanlagen mit parkartiger Gestaltung. Beispielhaft seien der Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg und der Zentralfriedhof Friedrichsfelde in Berlin genannt. Diese “Parkfriedhöfe” sind in der Tradition des Ruhegartens, einer Idee vom Friedhofs des 19. Jahrhunderts zu sehen. Zur Konzeption des Ruhegartens gehörte es, alle Aktivitäten fernzuhalten,die nicht im Einklang mit dem Bestattungszweck standen. DerFriedhof wurde bewusst aus dem täglichen Leben ausgegrenzt. Im Ruhegarten des 19. Jahrhunderts war das Grün wichtiger Bestandteil von Grabanlagen: Bodendeckende und rankende Pflanzen, Hänge- und Säulenformen, Blumen und Bäume wurden kunstvoll arrangiert und prägten gemeinsam mit architektonischen Grabmälern das romantische Gesicht der Friedhöfe in jener Zeit. Efeu erhielt eine zentrale Rolle in der Gestaltung und dominiert noch heute das Erscheinungsbild vieler Begräbnisstätten. Aus Sicht der Naturschützer hat der Friedhof an sich eine große Bedeutung. Sie sind ein Rückzugsgebiet seltener und gefährdeter Arten. Bei Untersuchungen wurde festgestellt, dass überall dort, wo ältere Gehölzbestände und dichte Gebüsche vorhanden sind, selbst Waldvögel und Bodenbrüter inmitten der Stadt hervorragende Nistmöglichkeiten finden. Auch für die Winterzeit scheinen Friedhöfe mit ihren alten Gehölzbeständen und dichte Gebüschen eine willkommene Abwechslung zur ausgeräumten Agrarlandschaft oder den versiegelten Flächen in der Stadt zu bieten.

In der Winterzeit sind in den einschlägigen Fotoforen immer einige Amsel-im-Schnee-Bilder zu sehen. Amseln sind zwar keine besonders “spektakulären” Tiere, aber das Motiv einer Amsel im Schnee ist wegen der hohen Kontraste immer wieder schön. Ausgiebig pickte die Amsel die unter einer dünnen, verharschten Schneeschicht liegenden Birkenzweige und schmiss sie zur Seite. Sie ging dabei recht rabiat vor und hatte schnell eine gute Fläche freigeräumt. Vor der Aufnahme war die Amsel offensichtlich hungrig und daher ständig in Bewegung; glücklicherweise hielt die Amsel für das Foto aber mal kurz still.

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