Eisvögel bei Schnee und Eis

EisvogelNebelschwaden steigen aus dem gemächlich dahinfließenden Wasser der Nuthe in die kalte Luft empor. Ein relativ später Wintereinbruch überrascht mit Kälte und sogar Schneefall bis in tiefere Lagen. In Brandenburg schneit es bis in die tieferen Lagen erheblich. Dick aufgeplustert sitzt ein Eisvogel (Alcedo atthis) auf einem seiner Lieblingsplätze, einem bis dicht über die Wasseroberfläche hängenden dicken Ast, von dem aus er auch gerne jagt.

Heute scheint er allerdings nicht ganz so motiviert. Das Wetter will ihm wohl nicht gefallen. Jedenfalls schaut er ein wenig grimmig in die Umgebung.

Schnee und Eis stellen für Eisvögel eine große Gefahr da. Eisvögel müssen – um zu überleben – täglich fischen. Wenn zugefrorene Gewässer ihnen den Zugang zu ihrer Nahrung verwehren, verhungern sie in kürzester Zeit; wenn Gewässer vereist sind, findet er keine Beute. Das kann schon relativ schnell passieren. Eisvögel leben von kleinen Fischen, Insektenlarven, Fröschen und Kaulquappen. Mit Meisenknödeln oder Vogelfuttermischungen aus dem Supermarkt kann man Eisvögel nicht füttern und ihren über die kalte Jahreszeit helfen.

Ab Ende Januar 2021 brachte ein gut einwöchiger Kälteeinbruch mit in weiten Teilen Mittel- und Norddeutschlands starken Schneefällen und Tiefsttemperaturen von unter -20 ° Celsius viel Bewegung in der Vogelwelt. Der starke Schneefall brachte hohe Zahlen von Mäusejägern wie Sumpfohreule (Asio flammeus), Kornweihe (Circus cyaneus) und Rauhfußbussard (Buteo lagopus) von Norden in mitteleuropäische Breiten, da die Nahrung weiter im Norden unter der hohen Schneedecke kaum noch erreichbar war. Trotzdem gab es auch in Brandenburg Ausfälle, was vor allem bei Großvögeln auffällt. So wurden im Niederen Fläming mindestens 4 tote Mäusebussarde (Buteo buteo), 1 toter Turmfalke (Falco tinnunculus) und leider auch mindestens 2 Schleiereulen (Tyto alba).

 

Eisvögel sind klein. Tote Eisvögel fallen da nicht so schnell auf wie ein toter MÄuserbussard. Aber auch für den Eisvogel war die Kombination aus Hochwasser und Minusgraden bis unter -20 Grad fatal, die Beobachtungen lassen in manchen Gegenden auf einen Rückgang bis zu 80 % schließen.

 

So brauchte es im Februar 2021 in Berlin nur etwas mehr als eine Woche mit Schnee, Minustemperaturen und Eis damit rund die Hälfte der Eisvögel die kalte Zeit nicht überlebt hat. Um die 50 Paare leben normalerweise in der deutschen Hauptstadt. Ihre Reviere liegen u.a. am Tegeler Fließ, dem Müggelsee, am Teltowkanal in Lichterfelde oder auch am Buschgraben in Zehlendorf. Doch auch wenn viele Eisvögel in einem eisigen Winter ihr Leben verlieren, so gibt es auch gegengesetzte Strategien. Um mit solchen Herausforderungen umzugehen brüten sie dann häufiger. Statt einmal im Jahr ziehen sie nach strengen Wintern bis zu drei Generationen von Jungvögeln groß.

 

Doch hier im südlichen Brandenburg ist das Wasser in diesem Jahr noch nicht ganz zugefroren. An einigen ehemaligen Stauwerken, die dann mit Fischtreppen zurück gebaut wurden, plätschert das Wasser sogar ganz munter. Doch ich habe mir einen etwas stilleren Ort ausgesucht. Am Ufer des träge fließenden Gewässers warte ich eine Weile. Doch kein Eisvogel taucht auf. Ich habe schon die Befürchtung, dass auch dieses Revier verwaist ist. Doch dann durchdringt ein Pfiff die Stille, und plötzlich flitzt ein azurblauer Blitz dicht über der Wasseroberfläche dahin.

 

Der Eisvogel wurde bereits 2009 zum Vogel des Jahres gewählt. Es werden meistens solche Vögel gewählt, die mit ihrem Lebensraum Probleme haben. Eisvögel bevorzugen klare, ruhige Gewässer mit vielen kleinen Fischen. Man sieht sie an Flüssen, Kanälen, Entwässerungsgräben und Fischteichen. Ich habe ihn auch schon mitten in einem Gewerbegebiet an einem Regenrückhaltebecken, einem kleinen, dicht mit Schilf bestandenen See angetroffen, wo ich ihn gar nicht vermutet hätte.

 

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