Stellen Sie sich vor, Sie spazieren an den ruhigen Küsten der Irischen See und des Atlantiks entlang und die rhythmischen Wellen berühren sanft den Sand. Plötzlich fällt Ihnen ein zarter Vogel ins Auge – seine schlanke Form und sein anmutiger Flug sind ein Beweis für die Eleganz der Natur. Dabei handelt es sich um die Rosenseeschwalbe (Sterna dougallii), einen sehr hellen, anmutigen Seevogel, der gelegentlich einen leichten blassrosa Schimmer auf der Brust zeigt, was ihn zu einem wahren Vogeljuwel des Küstenökosystems macht.
Die Schönheit der Rosenseeschwalbe ist legendär. Die Rosenseeschwalbe ist bekannt für ihr markantes Aussehen und ihren agilen Flug. Typischerweise haben diese Vögel einen auffallend weißen Körper, eine schwarze Kappe und tief gegabelte Schwänze, die mit Recht als „Schwalbenschwanz“ beschrieben werden.
Während der Brutzeit kommt es jedoch – wohl abhängig vom Brut- bzw. Nahrungsareal – zu einer subtilen Verwandlung. Bei einigen Individuen entsteht auf der Brust ein schwacher rosiger Farbton, der vermutlich auf eine krebstierreiche Ernährung zurückzuführen ist.
Rosenseeschwalben kommen an Küsten und auf Inseln vor und bevorzugen zum Brüten Sand- oder Felsstrände sowie Salzwiesen. In Irland und damit im östlichen Atlantik erstreckt sich ihr Verbreitungsgebiet in Europa vor allem auf die Azoren, die Region der Irischen See bis zur Nordküste der Bretagne in Frankreich. In den letzten Jahren ist die Zahl der Individuen weltweit gleich geblieben. In Europa hat sie überall außer in Frankreich stetig zugenommen. Beschränkt auf zwei Hauptkolonien ist die Art in Irland, eine auf der Insel Rockabill vor Skerries, Grafschaft Dublin, und eine auf Lady’s Island, in der Nähe von Rosslare, in der Grafschaft Wexford. Vögel haben in letzter Zeit auch an anderen Standorten gebrütet. Rockabill beherbergt die bedeutendste Kolonie Europas mit bis zu 1.200 Vogelpaaren. Die Kolonie auf Lady’s Island ist mit etwa hundert Paaren viel kleiner.
Diese Seeschwalben sind Zugvögel mit einer extrem weiten Verbreitung. Sie legen weite Strecken zwischen ihren Brut- und ihren Überwinterungsgebieten zurück. Außerhalb der Brutzeit kann man sie bis zu den Küsten Brasiliens und Argentiniens im Süden antreffen. Sie beweisen dabei bemerkenswerte Ausdauer und Navigationsfähigkeiten.
Wie bei anderen Lariden ist die Brutzeit der Rosenseeschwalbe eine Zeit geschäftiger Aktivitäten und komplexer sozialer Interaktionen. Sie nisten typischerweise in Kolonien und teilen sich oft Räume mit anderen Seeschwalbenarten wie Flußseeschwalben (Sterna hirundo), Brandseeschwalben (Sterna sandvicensis) und Küstenseeschwalben (Sterna paradisaea). Auch Brutplätze der Lachmöwe (Larus ridibundus) sind meist nicht weit. Die Investitionen der Eltern sind hoch; Sowohl männliche als auch weibliche Seeschwalben teilen sich die Verantwortung für das Ausbrüten von Eiern und das Füttern von Küken. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus kleinen Fischen, die sie bei teils beeindruckenden rasanten Tauchgängen fangen.
Die Kolonie auf Lady’s Island – inmitten eines brackigen Gewässers gelegen – bezog ihre Nahrung anscheinend komplett aus dem angrenzenden Meer. Die Dünen, die den Abschluß zwischen Brackwasser und Meer bilden, sind ein sehr guter Standort, um die zur und von der Jagd fliegenden Seeschwalben zu beobachten und auch zu fotografieren. Die Flugroute ist so einigermaßen absehbar und überschaubar. So weit erkennbar flogen vor allem Rosenseeschwalben und zu einem geringeren Prozentsatz Brandseeschwalben von der Kolonie zur See hinaus. Flußseeschwalben und Küstenseeschwalben nutzen dagegen das Meer deutlich seltener als Nahrungsraum. Die Jagd fand aber auch bei den Rosenseeschwalben recht nah am Strand statt und konnte teilweise ebenfalls verfolgt und fotografiert werden.
Aufgenommen wurde die Aufnahmen mit einer Canon EOS R5 und einem Canon-Objektiv EF 400mm 1:4 DO IS II USM bei Belichtungszeiten bis 1/1600 sec in der Blendenautomatik. Die Fähigkeit der Canon EOS R5, sich schnell bewegende Vögel im Flug zu fotografieren, konnte wieder mal perfekt unter Beweis gestellt werden. Ich nutzte die Fähigkeit der Kamera, Aufnahmen mit bis zu 20 Bildern pro Sekunde mit elektronischem Verschluss zu machen, in Kombination mit anfangs der Mehrfeldmessung, anschließend aber auch dem Tierverfolgungs-AF. Irgendwann wechselte ich zur Manuelle Steuerung von Blende und Zeit und ließ den Auto-Iso für eine einigermaßen ausgeglichene Belichtung sorgen, was aufgrund des bewölkten Himmels und der hellen Seeschwalben sowieso eine gewisse Herausforderung darstellte.
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