Amsel mit dicker Made am Futterplatz

AmselEine dicke, fette Made ist aus der Erde an dem ehemaligen Komposthaufen herausgepuhlt worden. Die männliche Amsel (Turdus merula) hatte nur kurz die Oberfläche mit ihrem gelben Schnabel geritzt und schon hatte sie eine dicke Maden – wohl eine Groß-Käferlarve – sehr geschickt aus einer dunkel-schwarzen Erdschicht, seiner Entwicklungsstätte, herausgeholt. Es ist erstaunlich wie zielsicher die Amsel zwei Stellen angeht und dann auch nach nicht mehr als dreimaligen Kratzen jeweils eine Made freilegt. Sie ist trotzdem vorsichtig und packt die Made anfangs nur kurz am schwarzen Kopf und läßt sie anschließend schnell wieder fallen. Nachdem sie sich nach mehrmaligen Vorgehen offensichtlich  von der relativen Harmlosigkeit der Beute überzeugt hat, wird der die Made am Übergang Kopf-Körper gepackt und gewalkt. Schließlich überwiegt der Hunger die Furcht und die Made verschwindet kopfüber im Schnabel der Drossel.

Für den Futterplatz interessieren sich jetzt im fortgeschrittenen Frühling nur noch die Spatzen (Passer domesticus). Etwas unlustig gesellt sich von Zeit zu Zeit die auf andere Weise erfolgreiche Amsel dazu und vertreibt die Haussperlinge. Manchmal – wenn die Spatzen in der Überzahl sind – muß allerdings auch sie Reißaus nehmen. Amsel sind das was man gemeinhin „normale“ Vögel nennt. Doch ihr Verhalten bietet immer mal wieder Überraschungen und ist auch für ein paar schöne Action-Aufnahmen gut. Vorher war noch schön eine furiose Verfolgungsjagd zu sehen, um einen Eichelhäher (Garrulus glandarius) zu vertreiben, der sich vielleicht dem Nest zu nah genähert hatte. Die Meisen (Parus sp.) wußten es zu schätzen.

Es war an einem recht frischen Morgen nachdem es in der Nacht endlich mal geregnet hatte im südlichen Brandenburg.  In der Früh war es nur um die 8°, später bei Sonnenschein wurde es natürlich wärmer; so um die 16°C. Ein Holzhackplatz wird immer wieder von Vögeln angesteuert, weil sie dort noch Körner zu finden meinen. Eine gute Gelegenheit immer wieder die Canon EOS 1DX Mark III und vor allem ihren Autofokus zu testen. Die Amsel war allerdings so nah, daß die Naheinstellgrenze am Canon EF 600mm f/4L IS III USM auf eine schwere Probe gestellt wurde.

Ich hatte vorher schon im AF-Bereich-Auswahlmodus auf das 2. Register, die sogenannte „Einzelfeld-AF“ eingestellt. Bei der wird der AF-Bereich nur durch einen Rahmen eines AF-Felds eingegrenzt, für den die Fokussierung verwendet wird. Das AF-Messfeld war für die Aufnahmen zum Glück schon mittig-zentriert eingestellt. Mit der Ansteuerung durch den neuen AF-On Button hätte ich den Vogel, der sich formatfüllend durch den Sucher bewegte, natürlich noch besser verfolgen können. Aber ich bin da noch im Lernmodus. Gerade bei der formatfüllenden Amsel könnte sich bei der neue AF-On Button der EOS-1D X Mark III als bedeutsam und hilfreich für die Ansteuerung des Ausgangs-AF-Felds entpuppen. Bei dem neuen AF-On Button, dem sogenannten Smart Controller, verschiebt der Daumen des Fotografen gleitend die angesteuerten AF-Felder. Der Smart Controller arbeitet dabei ähnlich wie eine optische Maus. Hier muß ich mich noch disziplinieren und tatsächlich das Arbeiten noch trainieren. Ich bin aber überzeugt, daß der AF-On Button ein viel schnelleres Arbeiten als mit dem Wählknopf oder mit dem bisherigen Joystick ermöglicht.

Ich habe die Canon EOS 1DX Mark III nun seit gut 1 Jahr in der täglichen Praxis ausprobiert. Daß die Canon 1DX Mark III in der Autofokus-Performance und dem Rauschverhalten deutlich zugelegt hat, hatte ich bereits ganz am Anfang in einem Blog über die Canon EOS 1DX Mark III und den Sperber (Accipiter nisus) geschrieben. Weitere Erkenntnisse habe ich in einem Ersten Erfahrungsblog dargelegt. Bisher kann ich sagen, daß die Canon EOS 1DX Mark III im Vergleich mit ihrer Vorvorgängerin (also zur EOS 1DX; die Mark II habe ich mir gespart) beeindruckend in der Performance zugelegt hat.

Insbesondere der Autofokus hat mich schon mehrmals zum Stauen gebracht. Es ist bemerkenswert, wie schnell und zuverlässig die Schärfe gehalten wird. Früher – bei der Canon EOS 1DX  – hatte ich vor allem den Einzelfeld-AF verwendet. Gerne nutze ich nun bei der Canon EOS 1DX Mark III auch die neuen AF-Messfeldauswahlverfahren in den jeweiligen Zonen. Bei der Canon EOS 1D X war die AF-Messfeldauswahl in einer Zone (hieß da noch AF-Feldwahl in Zone (Man.) kein wirklich geeignetes Messverfahren, um sich bewegende Objekte – vor allem fliegende Vögel – gegen einen strukturierten Hintergrund zu fotografieren. Viel zu schnell verlor der Autofokus den Vogel und klebte dann am Hintergrund. Das funktioniert bei der 1DX Mark III tatsächlich deutlich besser.

Bird-lens ist vor allem eine Website, die die wachsende Nachfrage nach hochwertigen Aufnahmen der Vögel der Westpaläarktis befriedigen soll. Um die Nachfrage nach Top- Aufnahmen seltener Vogelarten befriedigen zu können, hat Bird–Lens.com auch gezielt Reisen an entfernte Orte unternommen. Dies alles um exzellente Fotos von Vögeln machen zu können. Die Ausbeute an Bildern, nicht nur von seltenen westpaläarktischen Vögeln, ist sehr gut. Das schöne Bild des Blogs ist nur ein erster Eindruck, was Sie in hinter dem Reiter “Picture Shop” sehr bald finden können. Hinterlassen Sie doch einfach eine Nachricht, wenn bird-lens.com mit einem Bild dienen kann.

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