Der Sperber und die Canon 1DX Mark III: allererste Erfahrungen

SperberIn der dusteren Dämmerung eines Winterabends sitzt plötzlich ein Sperbermännchen (Accipiter nisus) auf einem rostigen Brückengeländer. Eigentlich wollte ich vorbei fliegende Kraniche (Grus grus), Silberreiher (Ardea alba) oder Seeadler (Haliaeetus albicilla) von einem Beobachtungsturm an den Teichen bei Stangenhagen im südlichen Brandenburg mit der neuen Canon 1DX Mark III fotografieren. Die letzte halbe Stunde des Tages ist häufig besonders ergiebig. Außerdem kann man damit die Performance bei LowLight, das Rauschverhalten der Canon 1DX Mark III ausprobieren.

Als der Sperber regungslos auf dem Brückengeländer sitzt, versuche ich sofort auf ihn zu fokussieren. Das gelingt mir nicht auf Anhieb. Vielleicht, weil ich als AF-Messfeldauswahl die in einer großen Zone ausgewählt hatte. Als ich Einzelfeld AF stelle, stellt die Kamera scharf und läßt den ruhig sitzenden Sperber auch nicht mehr los. Der Vogel scheint konzentriert auf ein Blickfeld, das sich auf gleicher Höhe befindet. Vielleicht ist er aber auch durch die geringe Lichtintensität beeinträchtigt. Jedenfalls bekommt er meine Aktivitäten aus dem Turm – Höhenunterschied so 4 – 5 Meter – herunter nicht mit und läßt sich so gut in mehreren Schritten fotografieren. Ich starte – noch von den Flugaufnahmen – von einer 1/ 500sec und gehe in Stufen herunter auf 1/30 sec. Beim Silent Mode ist man bei der Canon EOS 1D X Mark III zwar leiser geworden. Ihn gibt es sogar – im Gegensatz zur EOS 1D X – in 3 Varianten und ist deutlich weicher und leiser als bei der EOS 1D X.

Gut läßt sich in der Aufnahme des Sperbers vor einem eintönigen Hintergrund (das Wasser im Kanal) die Abbildungsleistung der Canon 1DX Mark III erkennen.

Freitag kam die lang ersehnte Canon 1DX Mark III per DHL. Die mußte ich natürlich prompt ausprobieren. Ich fuhr zu einem beliebten Seengebiet, das eigentlich die ganze Saison über mit fliegenden Vögeln punkten kann.

Zuerst mußte die 1DX Mark III aber eingestellt werden. Interessanterweise mußte ich einige Anläufe nehmen, um die Uhrzeit in der richtigen Zeitzone einzustellen. Dann wollte ich zur besseren Vergleichbarkeit alle Funktionen so einstellen, wie ich sie beim Vorgängermodell, der Canon EOS 1D X, auch schon eingestellt hatte.

Voreingestellt in der 1DX Mark III waren JPG-Aufnahmen, kein RAW. Das änderte ich ebenso wie die Belichtungsautomatik von P auf Tv (Blendenautomatik).

Schnell widmete ich mich den AI Servo AF- Eigenschaften. Ich stellte aus Neugierde auf Case A, bei dem sich das Tracking automatisch an die Motivbewegung anpaßt. Die Beschreibung dieser Funktion im Handbuch ist – gerade im Vergleich zum Case 1 – nichtssagend. Da bleibt also nur der Praxistest. Überschlägig bin ich begeistert, wie schnell und zuverlässig die Schärfe gehalten wird. Auch die – zumindest in ihrer Bandbreite – neue AF-Messfeldauswahl in einer Zone, wollte ich unbedingt ausprobieren. Bei der Canon EOS 1D X war die AF-Messfeldauswahl in einer Zone (hieß da noch AF-Feldwahl in Zone (Man.) kein wirklich geeignetes Messverfahren, um sich bewegende Objekte – vor allem fliegende Vögel – gegen einen strukturierten Hintergrund zu fotografieren. Viel zu schnell verlor der Autofokus den Vogel und „hing sich auf“ am Schilf oder dem Waldrand. Das scheint bei der 1DX Mark III deutlich besser zu funktionieren.

Als ersten Eindruck läßt sich wohl sagen, daß die Canon 1DX Mark III in der Autofokus-Performance und dem Rauschverhalten deutlich zugelegt hat. Im Vergleich zur EOS 1DX hat die Mark III um gute 2 Blendenstufen zugelegt. Die nächsten Tage werden zeigen, wie sich die Canon 1DX Mark III ansonsten schlägt.

Wie bereits von anderen Vorbestellern beschrieben, liegt der Kamera zwar zum Glück ein 64 GB CFexpress aber kein Card Reader bei. Mit dem mitgelieferten Schnittstellenkabel gemäß SuperSpeed US 3.1 – Standard, ist der Download auf einen Desktop überhaupt kein Problem. Einfach mit dem Windows Explorer die Dateien „herüberziehen“ und sich dann in der neuesten Version des Digital Photo Professional (DPP) anschauen und bewerten. Auf die Möglichkeiten der Kommunikationsverbindungen (u.a. WLAN-Verbindung mit EOS-Utility) sei hingewiesen. Insofern scheint die Aufregung um den fehlenden Card Reader doch etwas übertrieben zu sein.

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