Bartmeisen: Fotografie im Winter am See

BartmeiseBartmeisen (Panurus biarmicus) sind sehr geschickte Kletterer. Ein vielleicht nicht erwartete gute Foto-Möglichkeit besteht im Winter. Dann wenn eine Einfall sibirischer Kälte einen richtigen Winter mit vereisten Seeflächen zaubert. Es ist ein hinreißendes Schauspiel, die zierlichen Bartmeisen, in der großen Kälte zu kleinen Federbällchen aufgeplustert, auf dem glatten Eisparkett umherlaufen und manchmal ausrutschen zu sehen. Bisweilen verweilten sie und saugen dann die Sonnenwärme in sich auf. Sonnenbaden ist auch zu anderen Jahreszeiten sehr beliebt. Ein sehr schönes Fotomotiv. Für den Fotografen bedeutete das die Horizontale auf dem Eis zu suchen, um eine interessante Perspektive zu gewinnen. Allein dazu muß es einige Tage vorher stark gefroren haben, da man mit seinem Gewicht sonst einbricht. Ein Tarnzelt braucht man nicht. Eine gute Fotografierposition reicht vollkommen aus. Dabei ist auf die richtige Höhe zu den Schilfstengeln und ausreichend Manövrierraum zu achten, um auch mal kurzfristig auf Standortverlagerungen der Bartmeisen reagieren zu können. Ansonsten verhalten sich die Vögel kooperativ. Sie sind mehr mit der Nahrungsaufnahme beschäftigt. Den Menschen scheinen sie nicht in ihrem Feindbild zu führen, während das plötzliche Auftauchen eines Greifvogels wie eines Sperbers (Accipiter nisus) oder eines Merlin (Falco columbarius) den Bartmeisentrupp in helle Aufregung versetzt. Die Strategie der Bartmeisen ist es, sich auf einen aufmerksamen Artgenossen zu verlassen, der den hart klingenden Alarmrufen ausstößt. Dann lassen sich die kleinen Vögel ins Dickicht der umgeknickten Halme dicht über dem Wasser bzw. Eis fallen zu lassen. In den Verstecken aus trockenen Schilf und Rohrkolben schlüpfen sie dann wie Mäuse. Nach einiger Zeit klettern sie dann wieder geschickt nach oben. Auch hierbei halten sie stets mit ihren charakteristischen Rufreihen Kontakt zueinander. Mit einem Teleobjektiv – mindestens der Brennweite 500 – lassen sich die besten Perspektiven erarbeiten. Eine Näherung mit kürzeren Brennweiten erbringt bei den oft mehr als 3 Meter hohen Schilfwedeln nachteilige Aufnahmestandorte. Leicht ist es dennoch nicht, sehr gute Aufnahmen zu machen, weil die Tiere ständig in Bewegung sind und der große Kopf stets nach unten, den Samen zugewandt, gehalten wird. Es sei denn, der Vogel hängt im Klimmzug, dann ist aber die zimtfarbene Rückenfärbung nicht sichtbar. Wunderschöne Haltungen, wie z.B. das Klammern an zwei Halmen wie an zwei Kletterstangen dauern oft nur Sekunden, dann endlich, wenn die Scharfstellung erfolgt, ist der Kopf abgewendet, und schließlich wenn durch eine leichte Kopfdrehung die Haltung perfekt ist, spielt ein leichter Wind mit den Halmen und irgendein anderer Wedel schiebt sich vor die Bartmeise. Oder der Halm bewegt sich aus der Schärfezone, oder ein abstreichender Vogel reißt mit seinem „ping” die anderen mit. Generell verhalten sich die Vögel ja recht vertraut und kümmern sich nicht groß um den Beobachter oder Fotografen. Trotzdem braucht man Zeit und Geduld um zu den oben beschriebenen guten Action-Aufnahmen zu kommen. Aber das ist beim Fotografieren wildlebender Tiere meistens so.

Ein sehr gutes Fotorevier sind die sehr gut entwickelten Schilfflächen des Blankensees südwestlich von Berlin. Ein Bohlensteg mitten durch das Schilf bietet auf der Ostseite des Blankensees dem Beobachter vor allem morgens sehr gute Möglichkeiten, die Vogelwelt des Schilfs zu fotografieren. Der Bohlensteg kann entweder vom Parkplatz am Ortsausgang Blankensee Richtung Schönhagen oder vom Parkplatz mitten im Ort Blankensee (Nähe Schloß Blankensee) auf einem kurzen Spaziergang erreicht werden. Er stellt die einzige Möglichkeit dar, auf dem Blankensee gut Vögel zu beobachten, da der See ansonsten komplett von breiten Verlandungszonen mit Röhricht und Erlenbruch umgeben ist. Neben den Bartmeisen lassen sich noch andere Wasservögel – vor allem Enten und Reiher – beobachten. Im Sommer besiedeln verschiedene Rohrsängerarten (Acrocephalus sp.) und Blaukehlchen (Luscinia svecica) ebenfalls den See.

Um die wachsende Nachfrage nach Top- Aufnahmen der selteneren Arten der Paläarktis befriedigen zu können, hat Bird-lens.com gezielt Reisen an Gebiete wie die Seen Brandenburgs, den Neusiedler See aber auch an entfernte Orte unternommen. Dies alles um exzellente Fotos der Vögel der Westpaläarktis machen zu können. Die Ausbeute an Bildern auch von seltenen westpaläarktischen Vögeln ist sehr gut. Die schönen Bilder, die Sie in der Galerie sehen, sind nur ein erster Eindruck, was Sie in hinter dem Reiter “Picture- Shop” sehr bald finden werden. Geben Sie bird-lens.com über das Kontaktformular einfach Bescheid, wenn Sie das Bild einer Vogelart benötigen, bevor die neuen Bilder online sind.

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