Bartmeisen am Blankensee, Brandenburg

BartmeiseVon den kleinen Flachlandflüssen Nuthe und Nieplitz wird südwestlich von Berlin eine einzigartige Niederungslandschaft begrenzt. Ein besonderes Vogelparadies ist mitten drin der flache (nur ca. 60cm tiefe) Blankensee, der über einen ausgedehnten Röhrichtgürtel verfügt. Dieser soll angeblich bis zu 300 Meter breit sein. Verschiedene Rohrsängerarten (Acrocephalus sp.), Blaukehlchen (Luscinia svecica) und Bartmeisen (Panurus biarmicus) besiedeln den See. Ein Bohlensteg mitten durch das Schilf bietet auf der Ostseite des Blankensees dem Beobachter gerade morgens – bei Sonnenaufgang – eine hervorragende Möglichkeit, die Vogelwelt unmittelbar mitzuerleben. Das wollte ich mir nicht entgehen lassen.

Vielleicht könnte ich doch noch die ein oder andere Art entdecken. Und ich wurde prompt fündig. Eine dieser Arten war eine Zwergdommel (Ixobrychus minutus), die schon sehr früh – gegen 4:30 – deutlich ihren dumpfen Gesang ertönen ließ. Anschließend war sie deutlich als Männchen zu identifizieren, als sie vorbei flog.

Der andere Vertreter der Schilfbewohner am Blankensee war die Bartmeise (Panurus biarmicus). Wie die Zwergdommel ist auch dieser Vertreter aus einer Familie, die früher zu den Timalien gezählt wurde, ein in vieler Hinsicht hochspezialisierter Rohrbewohner. Bisher war ich davon ausgegangen, daß die beste Zeit zur Beobachtung im Winter sei. Nun konnte ich mindestens 7 Vertreter dieser Vogelart mitten im Sommer Mitte Juli sehen und sehr gut fotografieren.

Die Bartmeise lebt in ausgedehnten Röhrichten der Verlandungszone nährstoffreicher Binnengewässer aller Art. Über das ganze Jahr – also nicht nur zur Brutzeit – hält sich die Bartmeise im Schilfröhricht auf. Während Teichrohrsänger (Acrocephalus scirpaceus)) und auch die größeren Drosselrohrsänger (Acrocephalus arundinaceus), auch kleine Schilfgebiete wie etwa verschilfte Kleingewässer wie z.B. Feuerlöschteiche besiedeln, kommt die Bartmeise nur in ausgedehnten Rohrwäldern in lagunenartigen Seenlandschaften vor. Offensichtlich bewohnt sie kein determiniertes Revier, sondern jede Gesellschaft von Bartmeisen hat mehrere kleine, abwechselnd aufgesuchte Reviere. So sieht man Bartmeisen in kleinen Trupps zwischen einzelnen Abschnitten im Röhricht hin –und herziehen. Dabei sind häufig die typischen Kontaktrufe zu hören. So war es auch am Blankensee. Nachdem ein kleiner Trupp am Rand eines Röhrichts lokalisiert war, konnten wenig später einzelne Individuen auch am Rand des Schilfs beobachtet werden. Auffällig war die Eile; die Vögel blieben nie lange an einer Stelle. Nur selten, blieben sie mal auf einem Halm sitzen, balancierten elegant auf einem Schilfstengel oder Blatt und putzen sich. Wiederholt konnte die auch bei anderen Schilfbewohnern zu beobachtende Eigenart gesehen werden, sich zwischen zwei Schilfhalme mit den Beinen zu klammern und im Spagat balancierend zu verharren. Bartmeisen sind zwar grundsätzlich Tagvögel. Ihre Aktivität ist aber morgens am größten und sinkt gegen Mittag bei aufkommender Hitze stark ab. Insofern war ich wohl gerade zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Neben dem Blankensee bieten auch die Flachwasserseen bei Stangenhagen und Rieben einer Vielzahl von Gründel- und Tauchenten, Wasser-, Bläss- und Teichhühnern eine Heimat. In anderen Teilen Deutschlands schon selten gewordene Limikolen (Watvögel) wie Kiebitz (Vanellus vanellus), Bekassine (Gallinago gallinago) und Rotschenkel (Tringa totanus) brüten in den Feuchtwiesen. Viele Greifvögel, zum Beispiel Fischadler (Pandion haliaetus), Roter Milan (Milvus milvus), Schwarzer Milan (Milvus migrans), Seeadler (Haliaeetus albicilla) und Rohrweihe (Circus aeruginosus) verfügen über Horste im Gebiet. Auch Silberreiher und Kraniche sind häufig anzutreffen.

Im Herbst und Frühjahr suchen bis zu 180.000 Wasservögel ihre Rast- und Sammelplätze im Naturpark auf. Beobachtungstürme am südlichen Ufer des Blankensee und bei Stangenhagen und die Bohlenstege – neben dem Blankensee auch am Riebener See – bieten Beobachtern hervorragende Möglichkeiten, die Vogelwelt unmittelbar mitzuerleben.

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