Fast immer ist er plötzlich da. Auch wenn die Bilder einen leisen, fast schwebender Anflug nahelegen, die Flügel weit ausgebreitet, im Schnabel ein Bündel zappelndes Leben, ist der Wiedehopf (Upupa epops) ein erstaunlich schneller Flieger. Schnelles Handeln vom Fotografen ist nun gefragt. Denn wenig später landet der Wiedehopf am Brutplatz, hängt sich kurz ans Nestloch, stopft den Jungen die Nahrung in den Rachen und ist ebenso rasch wieder unterwegs.
Die Nestlinge sind zu diesem Zeitpunkt bereits weit entwickelt und werden mit einer bemerkenswert vielfältigen tierischen Nahrung versorgt. Zu den typischen Beutetieren gehören Heuschrecken, darunter beispielsweise das Gemeine Heupferd (Tettigonia viridissima). Ebenfalls charakteristisch sind Maulwurfsgrillen (Gryllotalpa gryllotalpa), die der Wiedehopf mit seinem langen, schlanken Schnabel aus lockerer Erde oder von der Bodenoberfläche aufnimmt.
Bei den größeren Käfern kommen verschiedene Arten infrage, unter anderem Laufkäfer (Carabidae), Mistkäfer (Geotrupidae) oder Blatthornkäfer (Scarabaeidae). Welche Käferart tatsächlich verfüttert wird, hängt stark vom lokalen Nahrungsangebot ab.
Die Jungvögel bleiben nicht bis zum Ausfliegen vollständig auf die Versorgung im Nest angewiesen. Nach einer Brutdauer von etwa 25 bis 29 Tagen verlassen sie das Nest. Auch danach werden sie von den Eltern weitergefüttert. Die Bettelphase außerhalb des Nestes dauert meist noch etwa zwei bis drei Wochen, bevor die Jungvögel zunehmend selbstständig Nahrung finden und aufnehmen.
Es ist natürlich nicht einfach, den anfliegenden Wiedehopf einigermaßen scharf im Flug abzulichten. Unter anderem kam auch hier eine Kombination, eine fernausgelöste Aufnahme mit der Canon EOS 1DX Mark III, zum Einsatz, die bereits in anderen Blogs beschrieben wurde. Dazu wurde ein Canon EF 85mm f/1.8 USM Objektiv an einer Canon EOS 1DX Mark III auf einem Gitzo-stativ ca. 2 Meter entfernt vom Nistkasten in Position gebracht. Aus einem Tarnzelt konnte ich in etwas weiterer Entfernung unter Zuhilfenahme des sogenannten Wireless File Transmitter WFT-E9 mit einer Geschwindigkeit von 5 GHz fernsteuern. Nachdem sich Kamera und Laptop über EOS Utility am Laptop einerseits und die „Kommunikationsfunktion“ (Registerkarte in der Kamerasteuerung) gegenseitig erkannt hatten, konnte es losgehen.
Das funktionierte – wie man den Bildern ansieht – recht gut. Der Ausschuß ist natürlich enorm. Von anfangs 900 Bildern, würde ich 58 mit Top und Sehr gut bewerten.
Zuerst wurde mit dem Einzelfeld-AF gearbeitet, dann mit Umfeld-AF. Alles bei 1/800 sec. Es ist aber immer wieder erstaunlich wie gering die Tiefenschärfe doch ist. Mit der Einstellung eine Minimum-Blende von 5,6 im Menü der EOS 1 DX Mark III im manuellen Modus versuchte ich etwas mehr Tiefe in der Fokussierung zu bekommen. Die ASA-Zahlen bewegten sich damit zwischen 2500 und 5000 ASA.
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