Rotfußfalke und Turmfalke im Fläming

RotfußfalkeWieder ist Zugzeit. An der Feuchtfläche mitten in der Agrarsteppe fliegen rätschend 6 Bekassinen (Gallinago gallinago) auf. Der Grund scheint mir unklar, bis ich 2 Greife über dem Gebiet kreisen sehen. Ein Greif, der mit einer grauen Oberseite, wirkt wie ein Sperber; nicht viel größer oder gleich groß wie der folgende Greif, der eindeutig ein Falke ist. Aber irgendwie wirkt der erste Greif anders. Außerdem wird er vom folgenden Greif nicht einfach nur begleitet, sondern offensichtlich verfolgt oder angehaßt. Der Blick durch das Fernglas bestätigt die Vermutung. Ein Exemplar des Rotfußfalken (Falco vespertinus) fliegen zusammen mit einem Turmfalken (Falco tinnunculus) eine Runde. Der Turmfalke ist dann verschwunden, der Rotfußfalke dreht aber gemächlich noch eine Runde und ist dabei schön zu bewundern.

Es dauert ungefähr eine halbe Stunde bis die ersten Bekassinen flatternd wieder einfliegen und dann still, auf die Tarnung des Gefieders vertrauend, zwischen abgestorbenen Gräsern und Weidenzweigen stehen. Wenig später kommen auch weitere Individuen wieder zurück an ihren Herbstrastplatz. Das Gelände ist im feuchten Sommer bei Starkregen großflächig überschwemmt worden.  Nun haben sich die höchsten Wasserstände schon zurückgezogen und geben schlammige Wiesenflächen frei, die die nicht nur für die Bekassine wichtige gute Nahrungsgründe aufweisen.

Die sanfte Hügellandschaft des Niederen Fläming ist stark landwirtschaftlich geprägt. Viel Platz für Vögel scheint da nicht zu bleiben. Aber schon vor 4 Jahren hatte ich in der Nähe einer Trafostation bzw. eines Pumpwerks in der Nähe von Bochow auf den Leitungen zwei recht zierliche Vögel sitzen sehen, die schon aus der Ferne wahrnehmbar waren. Ich fragte mich, ob es sich um Turteltauben handelt? Ein Blick durch das Spektiv zeigte dann aber zwei einjährige Rotfußfalken

Charakteristisch ist beim Rotfußfalken sein anmutiges und wendiges Flugverhalten, das im Allgemeinen zwischen Turmfalke und Baumfalke (Falco subbuteo) angesiedelt wird, aber auch typische Merkmale beider Falken aufweisen kann. Es hat einen schnellen und agilen Streckenflug auf zurückgezogenen Flügeln, hebt oft im letzten Moment die Fänge, um Beute zu fangen (also wie ein Baumfalke); aber er jagt auch immer wieder noch von einer festen Position aus oder rüttelt wie ein Turmfalke. Rotfußfalken fliegen mit einem ziemlich steifen, regelmäßigen Flügelschlag und können dann sogar im Flug an den Kuckuck (Cuculus canorus) erinnern. Dieser Effekt wird nun durch seinen vergleichsweise langen Schwanz verstärkt.

Aktuell ist kein besonderer Einflug von Rotfußfalken zu beobachten. Schwerpunkte liegen aber weiterhin vor allem im Osten und im Norden Deutschlands.

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