Kurzschnabelgans auf dem Oberland/ Helgoland

Daß Helgoland für Kleinvögel in der Zugsaison so etwas wie eine Oase in einer endlosen Wasserwüste ist, ist allgemein bekannt. Hier finden sie Süßwasser und können auf einer kurzen Rast Nahrung von den übervoll früchtetragenden Hecken aufnehmen.

Aber auch für Großvögel ist Helgoland ein Anziehungspunkt. So ist schon seit einigen Tagen – mindestens seit dem 7. September 2020 – eine bzw. zwei  Kurzschnabelgänse (Anser brachyrhynchus) zu beobachten. Zuerst wurden sie auf der Düne von Helgoland insbesondere um den Golfteich gesehen, dann tauchten sie einzeln oder zusammen vor allem auf dem Oberland auf der Hauptinsel Helgoland auf. Immer wieder waren sie auf der Kuhwiese ruhend anzutreffen. Die Kurzschnabelgans läßt sich immer wieder auch auf der Weide südlich des Fanggartens von Helgoland blicken. Sehr schön ist die rosa Binde vor der schwarzen Schnabelspitze, das blaugrau-überfrorene Rückengefieder, der insgesamte kompakte Eindruck mit dem kurzen Hals und beim Abflug die breite weiße Endbinde am Schwanz zu sehen.

Dieses Individuum scheint zumindest unberingt zu sein. An dem frühen Morgen im September laufe ich am nördlichen Oberland entlang bis zu einer Weide mit Schafen und Rindern. Hier ist eine 5.000 kg Bombe im Krieg eingeschlagen. Etliche kurzgehaltene Sträucher von Hagebutte und Weißdorn bieten Singvögeln Schutz. Plötzlich fliegt stimmgewaltig die Kurzschnabelgans auf und kommt über die Nordklippe angeflogen. Leider reagiere ich zu spät. Sie fliegt praktisch direkt auf die Weide südlich des Fanggartens. Zum Glück fliegt sie wenig später wieder zurück und landet praktisch direkt vor mir – keine 100 m – wieder auf der Kuhweide. Mit einer 1/1.250 sec. kann ich mit 14 Bildern/ sec. mit dem Canon EF 600mm f/4L IS II USM Objektiv an der Canon EOS 1DX Mark III fotografieren. Der Landeanflug ist nun sehr schön zu fotografieren. So werden auch die charakteristischen Merkmale dieser Gänseart im Flug sichtbar.

Neben dem Graureiher (Ardea cinerea) von der Düne nun also eine weitere Großvogelart. Ansonsten ist ja der Fitis (Phylloscopus trochilus) einer der häufigsten Vögel und der häufigste Vertreter der Laubsänger. Besonders interessant für Vogelbeobachter und Fotografen sind die vielen, für die Region seltenen Arten, die immer wieder auf Helgoland Station machen. Alljährlich sind so Goldhähnchen-Laubsänger (Phylloscopus proregulus) und Gelbbrauen-Laubsänger (Phylloscopus inornatus) zu beobachten. Als echte Seltenheit ist auch mal ein Dunkellaubsänger (Phylloscopus fuscatus) zu sehen. Eine solche Rarität wird dann förmlich von den häufig im Oktober auf Helgoland anwesenden Birdwatchern „überrannt“. Ansonsten fallen an manchen Tagen zu Tausenden vor allem Kurzstreckenzieher, wie die Singdrossel (Turdus philomelos), die Heckenbraunelle (Prunella modularis), die Mönchsgrasmücke (Sylvia atricapilla), die Rotdrossel (Turdus iliacus) oder auch der Wiesenpieper (Anthus pratensis) ein.

 

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