Der Kaiseradler vom Randowbruch

KaiseradlerVor dem stahlblauen Himmel über dem Zichower Wald schrauben sich Greife in die Luft. Einer davon ist auffallend anders. Rotmilane umkreisen ihn und attackieren ihn. Endlich: der immature Kaiseradler (Aquila heliaca) ist gefunden.

Nach einem wunderschönen aber recht kühlen Morgen war der Birdingtag bisher ohne die ersehnte Sichtung des immaturen Kaiseradlers verlaufen. Der Tag war – jetzt gegen 10:30 – zwar noch jung und schon sehr produktiv verlaufen, aber der Ausnahmegast war noch nicht aufgetaucht. Schon Dienstag und Mittwoch wurde der Adler im Randowbruch zwischen Zichow und Zehnebeck innerhalb von fünf Stunden von bis zu 4 Beobachtern nicht gefunden.

Ansonsten blieb an dem sonnigen Sommermorgen fast kein Greifvogel-Wunsch unerfüllt. So waren schon etliche Roter Milane (Milvus milvus) – vor allem diesjährige Vögel – Schwarze Milane (Milvus migrans), natürlich junge und erwachsene Seeadler (Haliaeetus albicilla), Rohrweihen (Circus aeruginosus),

Mäusebussarde (Buteo buteo), mindestens 4 Schreiadler (Clanga pomarina), der ein oder andere Turmfalke (Falco tinnunculus) und als schönes Highlight ein tief vorbeifliegender Baumfalke (Falco subbuteo).

Kurz vorher war eine Sichtung noch ungewiß. Vor allem die jungen Roten Milane waren sehr aktiv und stellten ihre Anfänger-Flugkünste unter Beweis. Ein junger Seeadler war schon seit Stunden auf der gerade gemähten Wiese an einem größeren Stück Aas – vielleicht einem toter Hase – zu Gange. Die Schreiadler in den unterschiedlichsten Kleidern stolzierten auf der gemähten Wiese auf der Suche nach Nahrung.

So gegen 10:30 herrschte dann plötzlich Aktivität über dem Zichower Wald. Vor allem Rotmilane schraubten sich in die Luft. Einer davon ist deutlich größer, massiger und auffallend gelb auf der Unterseite. Der Schwanz ist – anders bei den Roten Milanen – betont geschlossen gehalten. Die Vögel kreisen über den Wald. Die Milane attackieren den immaturen Kaiseradler. Doch der kann elegant in die Höhe entkommen. Dort wird er allerdings von einem kreisenden Seeadler in „Empfang“ genommen. Nah fliegen beide Vögel beieinander, kreisen in immer höhere Höhen, verhaken sich aber auch mal und fliegen dann wieder einträchtig nebeneinander.

Ob es sich hier tatsächlich um einen Annäherungsversuch des Kaiseradlers handelte oder beide Adler einfach die richtige Thermik gefunden haben, sei dahin gestellt.

Das weite Wiesengebiet des Randowbruchs hat immer mal wieder – auch an Seltenheiten – was zu bieten. Adlerbussard (Buteo rufinus) Gleitaar (Elanus caeruleus). Eine Steppenweihe (Circus macrourus) war erst kürzlich aus dem  Randowbruch gemeldet worden.

Das Gebiet ist zwar in intensiver Weidewirtschaft und wirkt daher teilweise etwas ausgeräumt, aber es ist immer noch eine recht naturnahe Niederungslandschaft. Der Randowbruch befindet sich nord-westlich von Passow und östlich von Wendemark nur wenige Kilometer von Schwedt an der Oder entfernt.

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