Der Wiedehopf mit seinem Schopf

Wiedehopf, europ.Der Wiedehopf (Upupa epops) mit seinem sonnenähnlichen Schopf und dem markanten Federkleid hat in der menschlichen Kultur seit Jahrtausenden einen wichtigen Platz eingenommen und wurde in verschiedenen Kulturen verachtet oder gepriesen. Im Südosten Sibiriens kündigt sein Erscheinen für die traditionellen burjatischen Kulturen eine bevorstehende Tragödie an, während er in der alten Mongolei als Beschützer galt. Im mittelalterlichen Europa war er ein böses Omen, während der Wiedehopf heute in Israel der Nationalvogel ist. Ob geliebt oder gehasst, der Wiedehopf ist ein faszinierender und faszinierender Vogel, der in der Menschheitsgeschichte einen besonderen Platz einnimmt.

Der Wiedehopf ist eine weit verbreitete Art, die in den meisten Teilen Eurasiens südlich des 53. Breitengrads sowie in weiten Teilen Afrikas brütet, mit Ausnahme von hohen Bergen, rauen Wüsten und ausgedehnten tropischen Wäldern. Tatsächlich brütet er fast überall, wo es Nisthöhlen und weichen (normalerweise sandigen), spärlich bewachsenen Boden gibt, in den er auf der Suche nach Beute mit seinem Schnabel eindringen kann. Manchmal nutzt er als Nistplatz sogar Nischen in Felswänden und Löcher in Termitenhügeln. Sein Winterlebensraum ist ähnlich, außer dass er keine Nistlöcher mehr benötigt, doch gefrorener Boden bringt größere Einschränkungen mit sich. Da ist es kein Wunder, daß der Vogel während des borealen Winters sich aus Europa weitgehend zurückzieht. Das gilt auch für die kälteren Teile Asiens (etwa nördlich von 35°N). Vögel, die in wärmeren Klimazonen brüten, neigen dazu, nicht zu ziehen oder nur kurze Strecken zurückzulegen, was größtenteils auf die Nass-Trocken-Zyklen zurückzuführen ist. Die Frühlingszieher tendieren dazu, die üblichen Gebiete ihrer Brutregionen zu überschreiten. In Großbritannien werden pro Frühling mehr als 50 Vögel gesichtet und mehrere schaffen es jedes Jahr bis nach Japan. Gelegentlich fliegt ein Wiedehopf richtig weit. So stammen mindestens zwei Nachweise aus Australien und vier aus Alaska in Nordamerika.

Der lange, anmutig geschwungene Schnabel tastet den Boden nach Heuschrecken (Grillen, Heuschrecken und deren Verwandten) und Käfern (sowohl ausgewachsene Tiere als auch Larven) ab, während er sich auch gerne von Schmetterlingen (adulte Exemplare, aber meist Larven und Puppen) ernährt. Gelegentlich werden Muscheln, Eidechsen und Schlangen, Frösche und Kröten sowie Vogeleier erbeutet, wobei erbeutete Wirbeltiere manchmal bis zu 15 cm groß sein können. An manchen Orten ist der Wiedehopf während der Brutzeit stark von einer Beute abhängig, so z. B. von der Maulwurfsgrille (Gryllotalpa gryllotalpa) in der Schweiz und dem Kiefernprozessionsspinner (Thaumetopoea pityocampa) in Teilen Südwest-Europas. Diese enge Nahrungsnische läßt ihn besonders empfindlich auf Lebensraumveränderungen reagieren.

Der Wiedehopf ist ein sekundärer Höhlenbrüter, was bedeutet, dass er sein Loch nicht selbst gräbt, sondern natürliche Hohlräume, Spalten in menschlichen Bauten oder Löcher anderer Tiere wie Spechte (Picidae) nutzt. Gelegentlich nistet ein unerschrockener Wiedehopf an wirklich ungewöhnlichen Orten wie einem Kaninchenbau, einem zusammengerollten Teppich oder einem verlassenen Auto. Ich habe ihn mal aus einer Waschmittelflasche herausgezogen, die in einem bewässerten Garten in den Vereinigte Arabische Emirate (VAE) lag. Der Plastikflaschenhals war dann wohl doch zu eng, um noch aus dem Gefäß herauszukommen; und rückwärts wollte der Vogel sich nicht bewegen.

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