Mit Beute im Schnabel – ein Turmfalke

Mit hohen kickernden Rufen macht ein Turmfalke (Falco tinnunculus) auf sich aufmerksam. Erst im Fernglas erkennt man die Beute, die er auf den Turm gebracht hat. Dann hebt er ab – mit kräftigem Flügelschlag schiebt er sich vom Simms in die Luft. Im Schnabel hält er seine Beute: eine Maus, reglos und fest im Griff. Kein Zögern, kein Kreisen – er weiß genau, wohin er fliegt. Ein kurzer Blick genügt, und man erkennt: Die Jagd war erfolgreich.

Der Turmfalke ist ein typischer Kulturfolger, der bevorzugt erhöhte Strukturen wie Türme, Hochhäuser oder Masten als Ansitz und Brutplatz nutzt. Von diesen Punkten aus hat er freie Sicht auf angrenzende Wiesen, Felder oder Bahndämme – ideale Jagdgebiete. Seine Hauptbeute besteht aus Kleinsäugern, wobei die Feldmaus (Microtus arvalis) mit Abstand am häufigsten vertreten ist. Auch Waldmäuse (Apodemus spp.), Spitzmäuse (Soricidae sp.) und gelegentlich junge Ratten (Rattus spp.) gehören zum Beutespektrum.

Der Anteil an Kleinsäugern kann während der Brutzeit bis zu 90 % der Nahrung ausmachen. Vor allem in Jahren mit hoher Mausdichte sind Turmfalken in der Lage, erfolgreich mehrere Jungtiere aufzuziehen. In mageren Jahren jedoch erweitern sie ihr Beutespektrum deutlich. Dann jagen sie auch größere Insekten (z. B. Heuschrecken, Grillen, Laufkäfer – Orthoptera und Carabidae), kleine Vögel (z. B. Fringilla coelebs, Passer montanus) oder Reptilien wie junge Zauneidechsen (Lacerta agilis).

Die Jagdtechnik des Turmfalken ist markant: Er nutzt bevorzugt den Rüttelflug – ein flügelschlagender Stillstand in der Luft – um Bewegungen am Boden zu lokalisieren. Alternativ wartet er auf einem erhöhten Ansitz und startet von dort gezielte Sturzflüge. Die Beute wird meist mit den Fängen geschlagen und dann mit dem Schnabel getötet.

Die Wahl des Ansitzes – etwa ein hoher Turm – dient nicht nur der besseren Übersicht, sondern auch dem Schutz vor Bodenprädatoren und dem raschen Abflug bei Gefahr. Besonders im urbanen Raum haben Turmfalken gelernt, die Strukturen des Menschen effektiv zu nutzen.

Um der wachsenden Nachfrage nach Top-Bildern der selteneren Arten der Paläarktis gerecht zu werden, hat Bird-lens.com gezielt Reisen auch an entlegene Orte unternommen. Dies alles, um hervorragende Fotos der Vögel der Westpaläarktis zu gewährleisten. Die Ausbeute an Bildern auch von seltenen westpaläarktischen Vögeln ist sehr gut. Es gibt noch weitere schöne Vogelbilder, die Sie unter der Registerkarte „Picture Shop“ finden. Geben Sie einfach Bescheid, wenn Sie ein Bild von einem Vogel benötigen, der nicht online ist.

Leave a comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *