Making-of der anfliegenden Bachstelze mit Nestlingsnahrung

BachstelzeEine Bachstelze (Motacilla alba) sitzt in der Kopfweide direkt vor dem Vogelbeobachtungsturm. Mit einem dicken Paket im Schnabel bestehend aus kleinen Dipteren wie Fliegen und Mücken (Nematocera), Köcherfliegen (Trichoptera) und kleine Libellen (Odonata), wartet sie geduldig vor dem Vogelbeobachtungsturm auf ein Verschwinden des Ornithologen. Während die ebenfalls im Turm brütenden Rauchschwalben (Hirundo rustica) sich nicht groß um den (temporären) Mitbesucher des Brutplatzes gekümmert hatten und kontinuierlich mit Nahrung und Nistmaterial angeflogen kamen, waren die Bachstelzen deutlich zurückhaltender, ja sie trauten sich nicht einmal in den Turm, um die Jungen zu füttern. Zwischenzeitlich flog erst der eine, dann auch der andere Partner wieder davon. Nur, um sich ein paar Minuten später wieder auf der gleichen Zweigspitze – und teils auch auf demselben Blatt – einzufinden. Diesen Anflug wollte ich fotografieren. Ich nutzte dazu das Canon-Objektiv EF 400mm f/2.8 IS II USM an einer Canon EOS R 5.

 

Hier das „Making-of“ dazu.

 

Zuerst einmal muß man die Canon R5 mit einem Laptop oder einem Smartphone koppeln, das mit der Bluetooth-Technologie kompatibel ist. Ich benutze dazu auf meinem Samsung Galaxy S20 FE 5G eine spezielle App, die das Canon-Eigenprodukt „Camera Connect“ ist.

Hiermit kann man eine

Eine Wi-Fi-Verbindung mit der Kamera herstellen, selbst wenn diese ausgeschaltet ist,

Bilder mit vom Smartphone erfassten GPS-Informationen geotaggen,

Die Kamera mit dem Smartphone fernsteuern.

 

Aktivieren Sie Bluetooth und Wi-Fi über den Smartphone-Einstellungsbildschirm. Dann gibt es einige Schritte auf der Kamera im Kapitel [Wireless-Funktionen: WLAN-Einstellungen]. Das Unterkapitel im Bereich [Wireless-Funktionen]  mit der Bezeichnung Bluetooth-Einstell. muß dann von der Werkseinstellung „Deaktiv“ auf „Aktiv“ umgestellt werden. Die ist bei mir allerdings sowieso die ganze Zeit auf „Aktiv“ gestellt, da ich die Bilder mit vom Smartphone erfassten GPS-Informationen geotagge, um später auch die Übersicht bei den Örtlichkeiten zu behalten.

 

Dazu starte ich „Camera Connect“, tippe einmal zum Pairing auf die (im Display vorgeschlagene) Kamera und bin im nächsten Schritt schon beim [Koppeln]. Das Pairing ist dann auch schnell abgeschlossen und die Kamera ist über Bluetooth mit dem Smartphone verbunden. Auf dem Hauptbildschirm von Camera Connect wird ein Bluetooth-Symbol angezeigt. Alle weiteren Schritte sind dann in der App „Camera Connect“ auf dem Smartphone zu tun. Dazu tippt man auf eine Camera Connect-Funktionen, die einem angeboten werden.

 

Ich kann auch eine ferngesteuerte (remote) Live View-Aufnahme machen. Diese ermöglicht eine Aufnahme, während man sich ein Livebild auf dem Smartphone ansieht. Mir ging es aber nur darum, nicht dauernd den Finger auf dem Kameraauslöser halten zu müssen und auch mal den Blick schweifen zu lassen in die nähere Umgebung. Meistens kündigt sich der Anflug eines Vogels ja dadurch an, dass er irgendwo startet. Da ist man mit der Fernauslösung über die Bluetoothfernsteuerung deutlich flexibler. Wie das dann aussieht, zeigt das Bild des Blogs.

Was ist ansonsten noch zu beachten. Zum einen sollte man eine kurze Belichtungszeit wählen. In dem Fall war es eine 1/1.250 sec., die immer noch ASA 400 ermöglichte, da es sich beim EF 400mm f/2.8 IS II USM um ein sehr lichtstarkes Objektiv handelt. Weiterhin war natürlich der (mechanische) Verschluß auf höchste Auslösegeschwindigkeit (Kadenz) eingestellt. Sicher bei einem anfliegenden Vogel das beste Mittel der Wahl – wenn man nicht gleich auf den elektronischen Verschluß mit seinen 20 Bildern/sec umschaltet. Gut, manche mögen den Rolling-Shutter-Effekt in den Flügeln nicht. Aber das ist Ansichtssache. Was man auf jeden Fall zu tun sollte ist, den Autofokus auf „Gesichtserkennung + Verfolg.: Gesicht+Verfolg.“ einzustellen. Die Kamera erkennt damit Gesichter bzw. die Augen unter anderem von Vögel sehr gut und stellt darauf scharf. Über jedem erkannten Gesicht wird ein AF-Messfeld angezeigt, das dann verfolgt wird. Wenn gerade kein Gesicht erkannt wird – wie im Fall, daß die Bachstelze den Halm noch nicht angeflogen hat, wird der gesamte AF-Bereich für die automatische AF-Feld-Wahl verwendet. Wichtig ist nur im Kontinuierlichen AF (Servo AF) die Anfangsposition für den Servo AF auf die voraussichtliche Anflugposition festzulegen.

Normalerweise habe ich standardmäßig (wie ja schon im Blog berichtet) auf „AF-Messfeldwahl in Zone“ gestellt. Dazu verwendet der Autofokus einen größeren Bereich als AF-Bereich. Dies gestaltet das Fokussieren einfacher als bei „Gesichtserkennung + Verfolg.: Gesicht+Verfolg.“, ist aber in diesem konkreten Fall kontraproduktiv, da sich hinter dem Halm, der voraussichtlich als Anflugposition genutzt würde, auch noch andere Strukturen befinden, auf die natürlich nicht zwischenzeitlich scharfgestellt werden soll. Hilfreich ist auch, die Entfernung am EF 400mm f/2.8 IS II USM so weit einzugrenzen, daß nur auf den Nahbereich justiert wird. Dazu gibt es einen entsprechenden Schalter am Objektiv, der natürlich nach der Aufnahmesession unbedingt wieder auf Standard geändert werden muß.

 

Zu beachten ist, daß die automatische Abschaltung deaktiviert ist, während der Bluetooth-Fernbedienung. Dieses und die dauernde Displayanzeige führt dazu, daß der Batterieverbrauch also nicht unbeträchtlich ist. Bei dem Vorort-Einsatz war die Batterie in den 2 Stunden auf nur noch gut 30% herunter.

 

Eine Alternative soll die Steuerung R5 per USB-C mit App Camera Connect & Control sein.    Auf der Suche nach einem noch größeren Display und um Bluetooth und WLAN, die vielleicht für manche Anwendungen dann doch zu lahm gegenüber USB-C sind, könnte man einen USB-C-Anschluss (wie z.B. an meinem Lenovo X1 Carbon) benutzen, um eine Verbindung per USB-C zwischen der Canon Kamera (funktioniert wohl auch mit anderen, älteren Modellen) und dem Laptop – oder gar Smartphone – herzustellen. Ein Versuch mit der App Camera Connect & Control (ähnlicher Name wie das Canon-Eigenprodukt Camera Connect). Man kann auf der Homepage des Herstellers drei Tage alles ohne Einschränkungen testen, es gibt eine Lite- und eine Pro-Version. Diese App steuert praktisch alles der R5, zeigt den kompletten LiveView-Bildschirm und reagiert blitzschnell. Auch Bilder vom Smartphone werden bei USB-C im Augenblick geladen. Die App verbindet sich sowohl drahtlos als auch per USB-C und kann deutlich mehr als die Canon App. Einfach Verbindung per USB-C herstellen. Kabel rein, Kamera an, die App verbindet sich automatisch mit der Kamera, ohne jedes weitere Zutun.

 

Um die wachsende Nachfrage nach Top- Aufnahmen der selteneren Arten der Paläarktis befriedigen zu können, hat bird-lens.com gezielt Reisen in die schönsten Naturlandschaften Brandenburgs oder Berlins aber auch an entfernte Orte unternommen. Dies alles um exzellente Fotos der Vögel der Westpaläarktis machen zu können. Die Ausbeute an Bildern auch von seltenen westpaläarktischen Vögeln ist sehr gut. Das nette Bild, das Sie im Blog sehen, ist nur ein erster Eindruck, was Sie in hinter dem Reiter “Picture Shop” sehr bald finden werden. Geben Sie bird-lens.com einfach Bescheid, wenn Sie das Bild einer Vogelart benötigen, bevor neue Bilder online sind.

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