Buchfink mit Nistmaterial im Kiefernwald

Vor lauter Haaren – oder sind es Kiefernnadeln – sieht man den Besitzer fast nicht. Es ist ein Männchen eines Buchfink (Fringilla coelebs), das Nistmaterial für sein Nest gesammelt hat. Damit sieht der Buchfink wie mit einem ausladenden Schnurbart versehen aus.

Kurz vorher hatte ich dieses Buchfink-Männchen – vielleicht war er der Besitzer des Territoriums traf an einem schönen Vormittag in einem Waldstück bei Brandenburg auf ein anderes Männchen. Dieses Männchen saß regungslos etwas eingeschüchert ca. 1 Meter entfernt auf dem nächsten Ast. Es war offensichtlich ein Eindringling. Der Territoriumsbesitzer schwankte mit nach vorne gehaltenem Kopf vorwärts und abwärts und dann wieder zurück. Die weinrote Brust wurde durch diese Bewegung sehr schön betont. Das auffälligste Merkmal war aber der erweiterte weiße Schulterfleck auf den Flügeln, der zur Hälfte geöffnet und seitlich verlängert war. Die Flügel waren dabei leicht unten geneigt. Dies verlieht dem Vogel ein merkwürdig abgeflachtes Aussehen verlieh. Während des Schwankens stieß der Vogel schnelle, komprimierte, hohe Rufe, man kann sie fast als Liedphrasen bezeichnen, aus. Diese erschienen denen Lauten eines Rotkehlchen (Erithacus rubecula) sehr ähnlich.  Der Eindringling schien gebührend beeindruckt und nahm bald reißaus und wurde anschließend noch verfolgt. Anschließend konnte ich auch das Weibchen des Buchfinks sehen. Es hatte sich das Schauspiel von einem Ast – gut versteckt – aus einiger Entfernung angeschaut. Das Weibchen stieß einen charakteristischen leisen Ruf aus, was das Männchen als Aufforderung zu verstehen schien. Jedenfalls widmete er sich nun ganz seiner Partnerin, was in eine in einer Kopulation auf einem Ast endete. Dabei bog sich das Weibchen und versteifte ihren Rücken. Das Weibchen ließ ihre Flügel etwas hängen und zitterte und streckte ihren Schnabel senkrecht nach oben. Anschließend nahm das Männchen das Nistmaterial auf und konnte so abgelichtet werden.

Eine eindrucksvolle Auseinandersetzung mit einem richtigen Happy End.

Der Ort des Streits und der Paarung befindet sich im südlichen Teil Brandenburgs. Das Gebiet wird nicht weit von einem kleineren Fluss durchquert. Die Baummischung in diesem Waldstück ist vielfältig, auch wenn es von der Kiefer (Pinus sylvestris) deutlich dominiert wird. Weiterhin sind Eiche, Hainbuche und Ahorn zu sehen. Der Anteil an Totholz ist in Teilen überraschend hoch. Dann liegen etliche Baumstämme über den Waldboden verteilt und schaffen eine fast undurchdringliche Wildnis.

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