Glanzamazilie vor einer gelben Blüte – Ein Moment im tropischen Licht

Manchmal geschieht es einfach: Man steht im feuchten, dichten Grün des Amazonas, die Luft schwer von Wärme und Leben, und plötzlich flackert ein metallisches Blaugrün durch das Licht. Eine Glanzamazilie (Amazilia versicolor oder Chrysuronia versicolor) schwebt vor einer gelben Blüte, so nah, dass man fast das Summen ihrer Flügel spüren kann. Für einen kurzen Augenblick scheint alles stillzustehen – bis sie, wie ein Lichtreflex, wieder verschwindet.

Die Glanzamazilie ist ein mittelgroßer Kolibri aus der Familie Trochilidae, weit verbreitet in den tropischen Regionen Südamerikas. Ihr Verbreitungsgebiet reicht vom östlichen Kolumbien über Venezuela, das nördliche Brasilien bis nach Bolivien. Sie bevorzugt Waldränder, Lichtungen und sekundäre Vegetation, wo Blüten in kräftigen Farben Nektar bieten.

Das metallisch schimmernde Gefieder dient nicht nur der Tarnung, sondern vermutlich auch der intraspezifischen Kommunikation. Die Iris changiert je nach Lichteinfall zwischen Grün und Türkis, während der Bauch in hellen Grau- oder Weißtönen kontrastiert. Im Flug kann die Glanzamazilie mit ihren bis zu 80 Flügelschlägen pro Sekunde auf der Stelle stehen und Nektar mit einer ausfahrbaren, röhrenförmigen Zunge aufnehmen.

Beobachtungen zeigen, dass die Art territoriales Verhalten gegenüber anderen Kolibris zeigt, insbesondere an ergiebigen Blütenständen. Männchen verteidigen bevorzugte Futterplätze energisch durch kurze, blitzschnelle Sturzflüge.

Für Naturfotografen ist die Glanzamazilie ein Paradebeispiel für das Spannungsfeld zwischen biologischer Beobachtung und technischer Präzision. Die größte Hürde besteht darin, sich nah genug zu positionieren, ohne das Tier zu verscheuchen. Teleobjektive im Bereich von 300–600 mm Brennweite sind in den dichten Wäldern des Amazonas fast Pflicht. In dem Falle verwendete ich ein Kreative Fotografie Canon EF 400mm f/4.0 DO IS II USM an einer Canon R 5.

Aufgrund der extremen Flügelgeschwindigkeit sind Belichtungszeiten unter 1/4000 s notwendig, um Bewegungsunschärfe zu minimieren. Dabei ist das Licht in tropischen Unterwäldern oft diffus – ein Kompromiss zwischen hoher ISO-Einstellung und Bildrauschen ist unvermeidlich. Eine offene Blende wiederrum (z. B. f/2.8) schafft nicht nur Freistellung, sondern kompensiert auch das fehlende Licht. Auf der anderen Seite kann es dazu führen, daß die Schärfe einen Tick daneben liegt und das eben nicht über die sonst mögliche Tiefenschärfe kompensiert wird.

Autofokus-Systeme stoßen bei kleinen, schnellen Motiven durchaus an ihre Grenzen. Es ist daher zu überlegen, nach einigen – hoffentlich erfolgreichen – AF-Fotografien an den Parametern zu drehen. Dazu sind nicht nur die Belichtungszeit und/oder die Blende sondern auch das Fokussiersystem zu wählen. Manuelles Vorfokussieren auf eine Blüte und warten auf den Moment, in dem der Vogel in das Schärfefeld fliegt, ist durchaus eine Option. Geduld ist entscheidend – ebenso wie die Bereitschaft, Bewegungsserien zu schießen und später einzelne Bilder sorgfältig am Desktop auszuwählen.

Am Ende steht der seltene Moment: eine Glanzamazilie vor einer gelben Blüte – eingefangen zwischen Licht, Farbe und Atem.

Um der wachsenden Nachfrage nach Top-Bildern der selteneren Arten der Paläarktis gerecht zu werden, hat Bird-lens.com nicht nur gezielt Reisen an entlegene Orte unternommen. Auch die unmittelbare Umgebung zeigt immer wieder Neues. Dies alles, um hervorragende Fotos der Vögel der Westpaläarktis zu gewährleisten. Die Ausbeute an Bildern auch von seltenen westpaläarktischen Vögeln ist sehr gut. Es gibt noch weitere schöne Vogelbilder, die Sie unter der Registerkarte „Picture Shop“ finden. Geben Sie einfach Bescheid, wenn Sie ein Bild von einem Vogel benötigen, der nicht online ist.

Leave a comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *