Die seltene Gartenspottdrossel (Mimus polyglottos) in der Feldflur Rheidt ist seit einem Jahr nicht mehr beobachtet worden. Auch großräumigere Nachsuche waren erfolglos, obwohl die Bedingungen in der letzten Zeit bei teils starkem, böig auffrischendem Wind sicher nicht optimal waren. Am 22.01.2025 war sie zuletzt an der bekannten Stelle gesehen worden; einen Tag zuvor wohl aber im Bereich der eingezäunten Plantage westlich der Apfelbaumreihe. Dieser Bereich ist nicht vollumfänglich einzusehen. Allerdings blieben in der letzten Zeit die Amseln unbehelligt, wohingegen die Gartenspottdrossel sie zuvor immer rasch aggressiv vertrieben hatte. Dies ist möglicherweise ein Indiz dafür, dass die Spottdrossel tatsächlich nicht mehr an der bekannten Stelle anwesend ist.
Tja, manchmal hält die Natur eine Überraschung bereit – so auch in der Feldflur Rheidt bei Niederkassel, wo sich die Gartenspottdrossel als Irrgast aufhielt. Normalerweise ist diese Art in Nordamerika verbreitet, doch gelegentliche Irrgäste finden immer mal wieder ihren Weg nach Europa. Ihr markantes Erscheinungsbild und das auffällige Verhalten ließen sie schnell von einheimischen Arten unterscheiden.
Die Gartenspottdrossel ist eine mittelgroße Singvogelart mit einer Körperlänge von etwa 22–27 cm. Ihr Gefieder zeigt eine überwiegend graue Färbung mit hellerer Unterseite und dunklen Flügelbinden, die besonders im Flug sichtbar werden. Charakteristisch für die Art ist ihr ausgeprägtes Repertoire an Imitationen, durch das sie eine Vielzahl an Rufen anderer Vögel täuschend echt nachahmen konnte.
In der Feldflur Rheidt zeigte das Individuum ein ausgeprägtes Territorialverhalten bei der Verteidigung des Nahrungsreviers. Wiederholt vertrieb es durch aggressives Anfliegen ankommende Amseln (Turdus merula) aus der Nähe der Apfelbaumreihe und erteilte diesen damit unmissverständlich einen „Platzverweis“. Dieses Verhalten ist ziemlich typisch für die Gartenspottdrossel, die in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet bekannt dafür ist, energisch ihr Territorium zu verteidigen.
Die Ernährungsweise des Vogels orientierte sich naturgemäß an den vorgefundenen Nahrungsressourcen. Hauptsächlich fraß das Individuum an Fallobst, was eine häufige Nahrungsquelle für omnivore Singvögel in der kalten Jahreszeit darstellt. Ergänzend besuchte sie immer wieder das benachbarte Feld zur Aufnahme von Wirbellosen, wodurch sie ihr Nahrungsspektrum erweiterte. Diese flexible Nahrungsaufnahme ist typisch für die Gartenspottdrossel und trägt zur erfolgreichen Etablierung in unterschiedlichen Lebensräumen bei.
Die Anwesenheit einer Gartenspottdrossel in der Region stellte eine bemerkenswerte ornithologische Beobachtung dar. Derartige Irrgäste lieferten wertvolle Hinweise auf mögliche Veränderungen im Zugverhalten oder auf klimatische Einflüsse, die das Auftreten dieser Art in Europa begünstigen könnten. Weitere Langzeitbeobachtungen könnten Aufschluss darüber geben, ob sich die Art zukünftig häufiger in Mitteleuropa nachweisen ließ oder ob es sich um ein isoliertes Ereignis handelte.
Die Feldflur Rheidt bietet trotz der dichten Zersiedelung im Köln-Bonner Raum mit ihren strukturreichen Landschaftselementen eine günstige Umgebung für rastende und überwinternde Vögel. Die Gartenspottdrossel ist länger in der Region geblieben. Sie konnte sich der Aufmerksamkeit vieler Vogelliebhaber sicher sein.
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