Trauerbachstelze am Klärwerksableiter Schönerlinden

TrauerbachstelzeHeute war mal ein Ausflug in den Norden Berlins, genauer gesagt zur Grenze zwischen den Brandenburger Landkreisen OHV und BAR, notwendig. Das Männchen der Trauerbachstelze  (Motacilla alba yarrellii) ist nun schon einige Tage – genauer: seit Montag, dem 6. Dezember 2021, stationär und läßt sich schon eine Weile bei der Nahrungssuche auf einer Strecke von 300 Metern entlang des Ableiters bewundern und auch gut fotografieren. Dabei wurde sie zusammen mit Bergpiepern, Gebirgsstelzen (Motacilla cinerea) und auch einer Bachstelze (Motacilla alba) vor allem am Ausfluß des Bachleiters aus der Autobahn-Unterführung beobachtet. Es war erstaunlich wie viel Vögel das wohl relativ warme Wasser des Ableiters dazu nutzen sich an den zahlreich in der Luft schwirrenden Mücken und anderen Insekten Nahrung zu suchen.

Als ich gegen Mittag ankam, war ich zum einen von der insgesamt sehr häßlich anzuschauenden Umgebung beeindruckt. Nicht nur, dass an der Autobahn-Brücke der Verbindungsstraße gebaut wurde, auch auf der Autobahn wurde fleißig gearbeitet und last not least eine komplett neue 380 KV-Leitungstrasse verlegt. Für Trubel war also reichlich gesorgt. Zum anderen erkannte ich die Vorzüge. Der Vorteil war nämlich, dass das – ansonsten wohl abgeriegelte Gebiet – sehr gut zugänglich und auch mit Autos erreichbar. In kurzer Distanz zu einem Gitter über dem Auslaß des Ableiters konnte geparkt – und geduldig gewartet – werden. Denn die Trauerbachstelze war natürlich nicht anwesend.

Wenig später stand die Trauerbachstelze auf einem Stein im oberen Bereich der neu-errichteten Schüttung des Klärwerksableiters. Der Flugruf eines Bergpiepers (Anthus spinoletta) machte deutlich, daß die Trauerbachstelze  sich diese offensichtlich ergiebige Stellen nicht alleine ausgesucht hatte. Leider verschwand die Trauerbachstelze  noch  bevor das erste Foto geschossen werden konnte. Die anwesenden Ornis beschlossen, in den Autos auf die Trauerbachstelze  zu warten, um sie nicht zu erschrecken. An den Vortagen hatte sich das Gitter des Auslasses als besonders beliebt bei der Trauerbachstelze  herausgestellt. Und so war es denn auch. Die Trauerbachstelze kam schon aus einiger Entfernung hörbar angeflogen und nahm prompt auf der Brüstung Platz. Nach einiger Zeit, sie wurde die ganze Zeit von Mücken umflogen, haschte sie auch mal nach einem Insekt. Sie schien aber nicht richtig hungrig zu sein, denn kurze Zeit später nahm sie Komforthaltung ein begann sich zu recken und zu strecken und zu putzen. Dabei entstand das schöne Foto des Blogs.

Auch im weiteren Verlauf war sie nicht die gesamte Beobachtungszeit anwesend und flog mal – intensiv rufend – in nördliche, dann in südliche Richtung.

Dieses Individuum war wohl anfangs sehr scheu und konnte immer nur aus Entfernung – meist bzw. oftmals zusammen abfliegend – mit einer Bachstelze beobachtet werden. Auch wurde sie zusammen mit Bergpiepern und Gebirgsstelzen bei der Nahrungssuche schon seit längerem gesehen. Bei Annäherung flogen die Vögel zusammen ab. Diese recht hohe Fluchtdistanz hat sich anscheinend in der Zwischenzeit gegeben. Das Foto wurde mit einem Canon EF 400mm f/2.8L IS II USM – Objektiv mit 1,4 – Konverter an einer R 5 – Kamera auf eine Distanz von unter 30 Metern geschossen.

Geduldiges – am besten gedecktes – Warten ist also durchaus potentiell von Erfolg gekrönt. „Am besten“ zu beobachten ist die Trauerbachstelze  von der Fläche an der Brücke über dem Ableiter.

Auch wenn die Trauerbachstelze  nicht mit der kleinen Sensation der Rostflügeldrossel (Turdus eunomus) mitten im Erzgebirge bei Stollberg süd-westlich von Chemnitz mithalten kann, so ist diese Bachstelzen-Unterart im Osten Deutschlands nicht so häufig zu sehen. 

Für bird-lens.com ist die Trauerbachstelze jedenfalls eine schöne Ergänzung der Deutschland-Liste.

Um die wachsende Nachfrage nach Top- Aufnahmen der selteneren Arten der Paläarktis befriedigen zu können, hat bird-lens.com gezielt Reisen in die schönsten Naturlandschaften Brandenburgs oder Berlins aber auch an entfernte Orte unternommen. Dies alles um exzellente Fotos der Vögel der Westpaläarktis machen zu können. Die Ausbeute an Bildern auch von seltenen westpaläarktischen Vögeln ist sehr gut. Das schöne Bild, das Sie im Blog sehen, ist nur ein erster Eindruck, was Sie in hinter dem Reiter “Picture Shop” sehr bald finden werden. Geben Sie bird-lens.com einfach Bescheid, wenn Sie das Bild einer Vogelart benötigen, bevor neue Bilder online sind.

2 comments

  1. Hallo Jonas,
    mein Name ist Sven Bock und ich arbeite in der Unternehmenskommunikation der Berliner Wasserbetriebe. Ich möchte in unserem Intranet und den Social Media-Kanälen gerne von dem seltenen Besucher an unserem Klärwerk in Schönerlinde berichten. Gibt es die Möglichkeit, dafür eines deiner Fotos nutzen zu können?

    Mit den besten Grüßen

    Sven Bock
    Unternehmenskommunikation
    Berliner Wasserbetriebe
    sven.bock@bwb.de

    1. Hallo Sven, ich schreibe im Auftrag von Jonas, der gerade keinen Internet-Zugang hat. Ja,
      klar könnt Ihr für Euer Intranet und die Social Media-Kanäle eines der Fotos
      nutzen. Soll ich ein paar zusammenstellen und Dir auf Deinen e-mail-Account
      schicken? Bei der Veröffentlichung bitte das Copyright bird-lens.com nicht
      vergessen. Ich freue mich auf Deine Antwort.

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