Der Epaulettentrupial im Pantanal: Neues aus der Taxonomie

Epaulettentrupial or FeuerflügeltrupialDer Morgen ist noch frisch und ich will morgens den lichten Galeriewald aufsuchen. Wieder ein tolles Morgenrot. Ich laufe mit meinem Nikon Nikkor AF-I 300mm f/2.8 D ED auf dem Gitzo Einbeinstativ (Monopod) und dem Metz-Bliltz MZ-5 los. Direkt am Anfang, also im lichten Wald mit seinem Kakteen-Unterwuchs, begrüßt mich ein schöner schwarzer Vogel mit vornehmen braunen Epauletten. Es ist ein Epaulettentrupial (Icterus cayanensis); ihn kann ich auch kurz fotografieren.

 

Es stellt sich 2022 heraus, daß Vögel des Pantanals nun nicht mehr so heißen, sondern Feuerflügeltrupial. Der Name Feuerflügeltrupial ist für viele Vogelbeobachter neu, da er bis vor kurzer Zeit noch zum Komplex des Epaulettentrupials, d.h. zu Icterus cayanensis im weiteren Sinne gehörte. Nun hat die abgetrennte Art sogar einen neuen wissenschaftlichen Namen bekommen: Icterus pyrrhopterus. Im Wesentlichen wurden die dunkler gefärbten Versionen südlich des Amazonasbeckens von den gelb gefärbten Arten im Norden getrennt. Zu dieser Art wird wiederrum, je nach Taxonomie-Einstellung, manchmal der Morichetrupial gezählt. Die Taxonomie dieses Orioles ist komplex, aber in einigen Gebieten Boliviens werden Gelbschulter- (Epaulettentrupial) und Kastanienschultertrupial (Feuerflügeltrupial) in denselben Gebieten gefunden, ohne dass es Hinweise auf eine Hybridisierung gibt. Es sollte eigentlich keinen eindeutigeren Test für den Artstatus als diesen geben. Der Feuerflügeltrupial ist eine Art der Wälder, der offenen Wälder, des Sekundärwaldes, der Parks und Gärten. Im Gegensatz zum nördlicheren Epaulettentrupial hat er keine besondere Vorliebe für Palmen, insbesondere die Moriche-Palme. Er kommt vom Meeresspiegel bis in Höhenlagen von mindestens 1500 m vor. Die weit verbreitete südliche Form des Pirols, pyrrhopterus, ist ganz schwarz mit einem kastanienfarbenen Schulterstreif. Es handelt sich um eine kleine, dünne und langschwänzige Art. Weiter nördlich in Bolivien und Westbrasilien ist der Schulterstreif etwas heller, bräunlich gefärbt. Im südlichen Zentralbrasilien werden die Schulterklappen gelbbraun, während der Trupial im Osten Brasiliens noch gelblichere Schulterklappen und gelbe Schenkel hat. Die gesehene/ fotografierte Art hat eindeutig kastanienfarbene Schultern.

Konkret dürfte es sich im nördlichen Pantanal um die nah mit der Nominatform verbundene Unterart Icterus pyrrhopterus periporphyrus handeln, die im Nordosten Boliviens und im anschließenden westlichen Brasilien also im zentralen Mato Grosso vorkommt.

In meiner Vogelliste taucht Icterus pyrrhopterus aber noch nicht auf. So bleibt es für mich für den Trip erst mal bei der „alten“ Taxonomie.

 

Ein guter Ausgangspunkt um die Vogelwelt des nördlichen Pantanal kennenzulernen, ist die Fazenda Tereza. Diese liegt direkt am Ufer des vogelreichen Rio Pixaim. Die 3 Kilometer lange und sehr holperige Abzweigung zur Lodge befindet sich bei Kilometer 63 an der Transpantaneira, kurz hinter dem Mato Grosso Hotel. Diese Unterkunft ist als Fazenda Tereza immer noch ausgeschildert. Neuerdings nennt sie sich aber Southwild Pantanal Lodge.

 

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