Graureiher wird verfolgt

GraureiherEin Bild, das vielleicht auch aufgrund des monochromen Hintergrunds eines Spätnachmittags-himmels wie aus einem Buch über Flugsaurier stammen könnte. Ein größeres geflügeltes Tier wird vor einem rosa-grauen Himmel von einer Seeschwalbe gejagt. Dabei wirkt die Körperhaltung bzw. der Ausschnitt wohl aus einer Körperdrehung geradezu artistisch und ungewöhnlich. Die Auflösung des Fotos ist trotzdem trivial. Ein Graureiher (Ardea cinerea) war über eine gemischte Kolonie von Lachmöwen (Larus ridibundus) und Flußseeschwalben (Sterna hirundo) geflogen. Als großer Vogel wurde der Graureiher umgehend von den Flußseeschwalben als potentieller Bruträuber identifiziert und angeflogen. Da der  Graureiher unbeirrt auf die Brutflöße der Möwenkolonie zuflog und diese schließlich überquerte wurden die Angriffe vor allem der Flußseeschwalben. Eindrucksvoll waren die aggressiven Angriffe der Flußseeschwalben, die durchaus auf Haut- besser Federkontakt mit dem Graureiher gingen. Bei den Versuchen der misslichen Situation zu entkommen, war erstaunlich zu sehen, zu welchen Verrenkungen ein fliegender Graureiher in der Lage ist. Wie sehr den Graureiher die Lage ängstigte, konnte man auch an den hohen krächzenden Lauten erkennen, die der Reiher lautstark abgab.

Selbstverständlich basiert der Vergleich zwischen den sich verrenkenden Graureiher und einem Flugsaurier auf den Fragmenten der Wissenschaft, die uns geläufig sind. Dabei ist vieles zur Lebensweise und zu den Flugfähigkeiten der Flugsaurier noch gänzlich unbekannt. Dabei wird allgemein davon ausgegangen, dass gerade die kleinen Arten aktiv sehr gut fliegen konnten. Bisher nahm man an, daß die großen Flugsauriern – die hier auch die Erinnerung aufleben ließen – Segelflieger waren, die wie die Greifvögel auf den Aufwind angewiesen waren, oder sogar wie die Albatrosse unterschiedlich schnelle horizontale Winde in Wellentälern nutzten, um mit möglichst wenig Energieaufwand weite Strecken hinter sich zu bringen. Andere sollten wie Pelikane oder Möwen über das Meer fliegen und Fische im Flug aus dem Wasser fangen.

Neuere Forschungen gehen davon aus, daß die richtig großen, die gigantischen Flugsaurier der Vorzeit, wohl eher Fußgänger als fliegende Räuber waren. In einer Studie wurde ein bestimmter Typ von Pterosauriern, die so genannten Azhdarchiden, näher untersucht. Diese gehörten zu den größten aller Flugsaurier. Ihre Flügelspannweiten erreichten mehr als zehn Meter. Die Azhdarchiden sind zwar seit den 70er Jahren relativ gut bekannt, aber wie sie lebten, darüber wird bis heute heiß diskutiert. Eine Auswertung ihrer Anatomie und die Umgebung, in der die Fossilien gefunden wurden, deuten nun darauf hin, dass sie sich vorwiegend laufend ernährten. Die langen Beine und Schädel der Tiere wären somit dafür geeignet gewesen, kleinere Tiere vom Boden aufzunehmen – ähnlich wie in der heutigen Zeit der Storch. Auch andere Aspekte der Azhdarchiden-Anatomie wie die relativ kleinen, gepolsterten Füße und die langen aber schwachen Kiefer passen gut zur Pirschjäger-Hypothese, nicht aber zu den anderen Lebensweisen. Wie auch immer. Die Flugsaurier sind längst ausgestorben; ein unter Druck geratener Graureiher im Flug kann uns aber immer noch ein Staunen ins Gesicht zaubern.

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