Zwergseeschwalben an der mittleren Elbe

Die Kies- und Sandgrube eröffnet einen Blick wie auf eine urzeitliche Flußlandschaft. Zwischen Flachwasserbereichen, Sandflächen, Schilf funkelt das blaue Wasser. Die Ränder der Grube sind durch aufgeschüttete Dämme von den landwirtschaftlichen Flächen abgetrennt. Da taucht ein Vogel ungefähr auf Höhe der Dammkante auf, der sich durch einen eigentümlichen Flug auszeichnet. Wie abgehackt wirkt die Flügelbewegung während des Flugs der Zwergseeschwalbe (Sternula albifrons). Dabei ist die Bewegung leicht und schnell. Zwischendurch ist immer wieder ein spitzes und schrilles “ki-ki-kit” zu hören. Ja, die auffälligen, durchdringenden Rufe der Zwergseeschwalbe erlauben es, sie auch auf Abstand zu identifizieren und wiederzuerkennen. Manchmal bleibt sie bei der Jagd auf Fische in geringer Höhe über der Wasseroberfläche stehen und rüttelt. Sie steht so lange in der Luft bis sie einen Fisch erspäht hat, in einen Sturzflug übergeht, mit viel Wasserspritzern im Kiessee verschwindet, dann (hoffentlich) einen Fisch mit einem Schnabelstich erbeutet, und unter Wasserspritzern wieder aus dem Wasser aufsteigt.

Die Zwergseeschwalbe ist eine typische kleine Seeschwalbe. Sie fällt schon von weitem durch ihren auffälligen Flug, ihre Größe (sofern einzuschätzen) und vor allem den hellgelben Schnabel mit einer kleinen dunklen Spitze auf. Sieht man sie näher, fällt die weiße Stirn (anders als bei der Flußseeschwalbe (Sterna hirundo) vor einer schwarzen Kopfkappe auf. Wie die anderen Sterna-Seeschwalben ist das Gefieder recht hell, grau auf dem Rücken und den Flügeln mit einem weißen Hinterteil und einem weißen Bauch. Damit kann die Art mit der Flussseeschwalbe leicht verwechselt werden.

Die Zwergseeschwalbe ist auf frühe und relativ kurzlebige Stadien einer Flußentwicklung mit Erdabtragung, Sandablagerung, Dünenbildung und freien Strandflächen angewiesen. Bei einsetzender Sukzession schwindet ihr Bruthabitat und damit verschwindet der Vogel bei zunehmender Vegetation. In der mittleren Elberegion südlich von Wittenberg befindet sich eine Kiesgrube bei Mühlberg (Brandenburg), die mittlerweile einen idealen Lebensraum dieser Vögel darstellt. Um 2003 konnten in der Kiesgrube Mühlberg erste Ansiedlungen der Flussseeschwalben registriert werden. Später waren auch einige Brutpaare der Zwergseeschwalbe zu vermelden. Dort entstand eine kleine Kolonie (2006 2-3 Brutpaare, Anstieg bis 2009 auf 8 Brutpaare) in Vergesellschaftung mit Flussseeschwalben. Für die Zwergseeschwalbe gab es dort für das Jahr 2013 eine weitere Zunahme auf 16 Brutpaare. Die Kolonie ist nun durch eine aufwändigen Elektrozaun abgesichert, um Landräuber abzuschrecken.

Die Zwergseeschwalbe sieht man häufig im typischen Flug über flachem Wasser fliegen, manchmal auch rüttelnd. Dort taucht sie nach Fischchen. Sie liest Insekten aber auch von Wasservegetation oder direkt von der Wasseroberfläche ab. Auch die Jagd nach Fliegenschnäpperart auf kleine fliegende Insekten über dem Wasser ist beobachtet worden.

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