Dunkler Wasserläufer im Nebel

Wer sich an trüben Tagen den Weg an den Streng am Rietzer See bahnt, wird oft mit Momenten belohnt, die einem schlichtweg den Atem rauben. 

So zeigt das Foto des Blogs einen Dunklen Wasserläufer (Tringa erythropus) im Einflug über eine neblige Wasserfläche. Das Spiegelbild des Wasserläufers ist im Wasser zu sehen, ebenfalls im Nebel. Die Szene ist von einem dichten Nebel umgeben, der die Sicht stark einschränkt und eine mystische Atmosphäre erzeugt. Die Farben sind gedämpft und überwiegend grau, was die trübe Stimmung unterstreicht. Doch hinter diesem verzauberten Bild verbirgt sich ein faszinierendes biologisches Spektakel. 

Der Dunkle Wasserläufer kam irgendwann angeflogen und fing direkt an Nahrung in dem sehr seichten Wasser zu suchen. Er nutzt die flachen Uferzonen und Schlammflächen des Strengs vorwiegend als Durchzügler während der Zugzeiten im Frühjahr und Herbst. Als arktischer Langstreckenzieher brütet die Spezies in den feuchten Tundren und Taigen Nordeuropas sowie Sibiriens. Die Flachwasserbereiche bei Kloster Lehnin dienen als essentielles Rast- und Auftankgebiet (staging site). Die Vögel verbleiben hier meist nur wenige Tage bis Wochen, um ihre physiologischen Fettreserven durch intensive Nahrungsaufnahme aufzufüllen, bevor sie ihre Reise fortsetzen. 

Während der Überwinterungsphase, die den Großteil der Population bis in das Mündungsgebiet des Senegals, das Binnendelta des Niger oder den mediterranen Raum führt, zeigt die Art in den Aktivitätsphasen ein besonderes Verhalten. Es richtet sich in den Rast- und Überwinterungsgebieten stark nach der Nahrungsverfügbarkeit und der Dynamik der Wasserstände. 

Nach der erfolgreichen Regeneration der Energiereserven in Brandenburg setzen die Vögel ihren Flug gen Süden fort, um den europäischen Winter vollständig im milderen Klima zu verbringen.

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