Kuhreiher in Brandenburg: ein unerwarteter Wintergast

Es kommt nicht jeden Tag vor, dass man im Herzen Brandenburgs einem Kuhreiher (Bubulcus ibis) begegnet, vor allem im Winter nicht. An einem kühlen Nachmittag, gegen 13:00 Uhr, wurde dieser auffällige weiße Vogel am Rande eines Dorfes gesichtet, wo er furchtlos in einer Schafherde nach Nahrung suchte. Anders als andere Zugvogelarten schien dieser Reiher recht entspannt zu sein und sich mühelos an seine Umgebung anzupassen.

Der Kuhreiher, der in tropischen und subtropischen Regionen heimisch ist, ist in den kälteren Monaten ein Irrgast in Mitteleuropa. Normalerweise wird er mit wärmeren Klimazonen in Verbindung gebracht, und in Brandenburg ist er ein seltener, aber nicht einmaliger Anblick. Dieses besondere Exemplar zeigte wenig Scheu und wagte sich ohne zu zögern in die Nähe menschlicher Beobachter und der vielen Fotografen, die extra wegen ihm angereist waren.

Der Reiher wurde am 9. Dezember 2024 am Rande der Siedlung das erste Mal gemeldet und suchte zu dem Zeitpunkt auch schon aktiv auf einer Weide, die er mit Schafen teilte, nach Nahrung. Er zeigte opportunistisches Fressverhalten und jagte erfolgreich kleine Säugetiere wie Mäuse inmitten des grasenden Viehs. Diese Anpassungsfähigkeit unterstreicht die gut dokumentierte Fähigkeit der Art, in unterschiedlichen Lebensräumen zu gedeihen, von Feuchtgebieten bis zu trockenem Grasland und landwirtschaftlichen Feldern.

Bemerkenswerterweise war der beobachtete Vogel nicht beringt, was darauf hindeutet, dass es sich um ein wildes Exemplar handelt und nicht um eines aus einem Überwachungsprogramm oder einer Vogelsammlung. Sein makelloses weißes Gefieder war durch einen merklichen gelb-orangen Farbton akzentuiert und zeigte möglicherweise bereits den Übergang vom Schlichtkleid ins Brutkleid.

Ein bemerkenswerter Aspekt dieser Sichtung war die Toleranz des Vogels gegenüber menschlicher Anwesenheit. Im Gegensatz zu vielen Vogelarten, die schnell fliehen, erlaubte dieser Reiher Fotografen und Vogelliebhabern, sich ihm bis auf die Fotografier-Nähe zu nähern und auch die häufigen Ortswechsel im Flug gut zu dokumentieren. Das ist zumindest für Brandenburg eine seltene Gelegenheit für detaillierte Beobachtungen und Bilder dieser Art.

Die Anwesenheit eines Kuhreihers in Brandenburgs Winterlandschaft war für Brandenburg in diesem Winter bereits der zweite bemerkenswerte Irrgast. So konnte man bereits Anfang Dezember einen Drosseluferläufer (Actitis macularius), einer Art, die normalerweise in Amerika vorkommt, am Caputher Gemünde am Ausfluss des Schwielowsees in Potsdam beobachten. Anders als viele heimische Schreit-und Watvögel zeigten der Drosseluferläufer und der Kuhreiher weniug Angst vor der Anwesenheit von Menschen. Beide tolerierten Fußgängerverkehr und erlaubten Fotografen, sich ihnen zu nähern, und kamen ohne merkliche Angst an Beobachter heran. Dieses ruhige Verhalten bot hervorragende Gelegenheiten, das Verhalten im Detail zu studieren und die Nahrungssuche aus der Nähe zu dokumentieren.

Beim Vogelbeobachten wird Geduld, umgehende Reisebereitschaft tatsächlich oft mit faszinierenden Einblicken in das Verhalten von Vögeln belohnt.

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