Wiedehopf im Anflug mit Nestlingsnahrung

Wiedehopf, europ.Im wellenförmigen, schmetterlingsartigen Flug kommt ein Vogel mit breiten, tief gefingerten und schwarz-weiß gezeichneten Flügeln auf einen alten Schuppen zugeflogen. Es ist ein Wiedehopf (Upupa epops), der ein Großinsekt, es sieht aus wie eine Maulwurfsgrille (Gryllotalpa gryllotalpa), den Jungen zur Fütterung bringt. Im zweiten Anflug fallen der lange, gebogene Schnabel und die etwa 5 cm lange aufrichtbare Federhaube des Vogels auf, deren Enden ebenfalls weiß-schwarz gefärbt sind. Der übrige Körper wirkt rostbraun.

 

Mein Freund zeigt mir seinen Garten mit den Wiedehopfnistkästen. Unsere Beobachtungen erfolgen an zwei Nistboxen, welche im Rahmen eines Artenschutz- und Forschungsprogramms in einem offenen Unterstand bzw. Schuppen installiert worden sind. Die beiden Nistkästen hängen in gerade mal 50 cm Entfernung zueinander an zwei verschiedenen Seiten.

Die Konstruktion ist bemerkenswert einfach. Ein Kasten ca. 30 X 20 X 20 cm. Dazu ein Ausgang, der in ein Loch an der Schuppenwand führt. Dies alles in gerade mal 50 cm Höhe vom Boden entfernt.

Bei der Nistkastenkontrolle entdeckten wir 3 junge Wiedehopfe in einem Nistkasten. Der Geruch war nicht von Pappe. Zuerst dachte ich an durch die Sonne verdorbenes Futter und Kot. Dann fiel mir die Redewendung ein „Du stinkst wie ein Wiedehopf“. Diese Aussage ist im Süden Deutschlands und in der Schweiz geläufig. Sie kommt daher, daß junge Vögel mit einem stark riechenden Sekret ihre Feinde vertreiben. Werden sie von einem Nesträuber angegriffen, sind die Jungen damit nicht wehrlos. Bei einer Attacke zischen sie wütend oder spritzen mit Kot. Zudem geben sie – wie auch ihre Mutter – gewohnheitsmäßig und besonders bei Gefahr ein stinkendes Sekret ab. Dieser Geruch ist für menschliche wie auch tierische Nasen sehr unangenehm.

 

Schon eine halbe Stunde nachdem ich erstmal aus dem Auto heraus in ca. 25 Metern Entfernung vor dem Unterstand gewartet habe, klammert sich auf einmal ein Wiedehopf an den untern Eingang zu Nest. Wie auch bei weiteren Nestlingsflügen bringt der Wiedehopf vor allem Raupen und dicke Insekten wie die Maulwurfsgrille. Die Gallerie zeigt unter dem programmatischen Titel Hoopoes at Kaiserstuhl eine Auswahl der besten Bilder. Es dauert nicht lange bis sich beide Partner (so weit ich das beurteilen kann) praktisch im 5-Minuten-Rhythmus einfinden. Als sich dann der Himmel zuzieht und dicke Wolken und schließlich Regen fällt, verringert sich die Aktivität, die Fütterungsfrequenz fast bis auf Null. Vielleicht sind die Raupen und Insekten nicht so aktiv und werden schwieriger gefunden. Vielleicht wollen die Vögel aber auch nur ihr Gefieder trocken halten.

 

Was auffällt ist, daß der Vogel mal lautlos anfliegt, mal faucht er im Anflug, was die Jungen in der Box richtig in Wallung bringt. Dann – und nur dann – sind sie so zu hören, wie man es sonst von Jung-Spechten gewohnt ist. Ansonsten bleiben die Jungen mucksmäuschenstill.

 

Im Frühling finden sich die Wiedehopf-Paare für die gemeinsame Brut zusammen. Der männliche Wiedehopf versucht durch eifriges Rufen ein Weibchen für sich zu gewinnen. Sehr typisch sind die Rufe des Männchens, die sich wie „uup-uup“ oder „upupup“ anhören. Hat er dessen Aufmerksamkeit errungen, so überzeugt er es mit Futtergeschenken und weist krächzend auf mögliche Bruthöhlen hin. Das kann eine Höhle in einem alten Obstbaum sein, eine ehemalige Spechthöhle, eine geschützte Mauernische oder eine versteckte Erdhöhle sein.

 

Dieser Vogel ist unverwechselbar. Es gibt in unseren Breiten keine Art, die ihm ähnelt. Wenn der Wiedehopf ab März/April aus seinem Überwinterungsgebiet zurückkehrt, sind die Chancen auf eine Sichtung vor allem im Osten Deutschlands und im Südwesten am besten. Auffallend sind die kontrastreich schwarz-weiß gebänderten Flügel, der lange, gebogene Schnabel und die aufrichtbare Federhaube, deren Enden in einem weiß-schwarzen Abschluss auslaufen. Der Schwanz ist schwarz mit einer breiten weißen Binde und einer weißen Zeichnung auf der Schwanzwurzel. Der übrige Körper ist kastanienbraun. Charakteristisch ist auch der wellenförmige, schmetterlingsartige Flug, bei dem die breiten, tief gefingerten Flügel nach jedem Schlag fast angelegt werden. Auf mehrere lange, durchgezogene Flügelschläge erfolgen einige kurze, flatternde, so dass der Flug eigentümlich instabil erscheint.

 

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