Bird Island, Empfang im Paradies der Feenseeschwalbe

FeenseeschwalbePlötzlich blinkt die gelbe Anzeigentafel zur Landung. Vor uns im blauen Dunst tauchen die Umrisse einer Insel aus dem Meer auf. Blendend weißer Sand umsäumt die grüne Palmeninsel, und aus dem türkisfarbenen Meer rollen silbrige Wellenkämme an den Strand. In einem eleganten Schlenker schwebt die kleine Propellermaschine über dem türkisblauen Korallenmeer ein.

Die Insel nimmt Gestalt an und kommt rasch näher. Der Flieger dreht noch schnell eine weitere Kurve damit er gegen den Wind landen kann, dann setzt er schon zur Landung auf der holprigen Graspiste an.

Bird Island ist ein flaches, nur mit Palmen bewachsenes Koralleneiland, das früher eine Plantage beherbergte. Neben Denis Island ist es die einzige Koralleninsel der Seychellen, die bewohnt ist. Diese Insel liegt etwa 100 Kilometer nördlich von Mahe und ist mit unserem Flugzeug in 45 Minuten zu erreichen. Die Insel Bird ist berühmt wegen ihrer vielen Seevögel, die hier brüten. Auch der wunderschönen Feenseeschwalbe (Gygis alba) wegen sind wir unterwegs zu dieser abgelegenen Koralleninsel. Außerdem ist jetzt Zugzeit. Vielleicht können wir hier weitab von den Zuglinien entlang der ostafrikanischen Küste doch den einen oder anderen Zugvogel sehen. Dass dem so ist, kann ich anhand der Fotos in der Gallery gut zeigen.

Für den Flug nach Bird Island sind wir vom Taxi in unserer Hotelanlage im Süden Mahes abgeholt und zum kleinen Flughafen von Mahe gebracht worden. Die Formalitäten sind schnell erledigt. Beim Gepäck gibt es aber doch ein Problem. Es sind maximal 10kg pro Passagier erlaubt. Ok, dann also zur Gepäckaufbewahrung. Im Warteraum ist dann unser kleines Flugzeug auf dem Rollfeld zu sehen. Als wir dann endlich zu dem wartenden Flieger aus dem Warteraum entlassen werden, stellen wir fest, dass es draußen auf dem Rollfeld schon feuchtwarm um nicht zu sagen, heiß ist. Doch hier im Flugzeug ist die Temperatur noch um einige Grade höher. Endlich sitzen wir in den engen Ledersitzen, ziehen den Sicherheitsgurt fest und warten auf die Dinge, die nun kommen werden. Endlich wird die Klapptüre mit der eingebauten Treppe des zweimotorigen Flugzeuges geschlossen. Sofort steigt die Temperatur in der Kabine noch weiter an. Nur eine Minute später ist das Hemd naß und  dicke Schweißperlen bilden sich auf der Stirn. Schweißtropfen rinnen über die Augenbrauen. Durch die offene Kabine kann ich den beiden Piloten beim Start zusehen. Vorne dreht sich ein kleiner Tischventilator. Die werden schon wissen, warum sie dieses Utensil im Cockpit aufstellen. So denke ich. Viel zu langsam stülpen sie sich die Kopfhörer über. Dann dreht sich der Pilot zu seinen Passagieren um, lächelt uns freundlich zu und hebt den Daumen in der geballten Faust nach oben.

Endlich hebt der Flieger von der Betonpiste ab. Man spürt das Aufatmen der Passagiere förmlich, die sich nun entspannt zurücklehnen. Schnell haben wir die Hauptinsel Mahe hinter uns gelassen. Einige unbewohnte Felseneilande liegen vor der Hauptinsel, dann sehen wir nur noch das tiefblaue offene Meer vor uns. Die beiden Motoren dröhnen laut und gleichmäßig vor sich hin.

Erst vor zwei Tagen waren wir nach mehrstündigen Flügen mit Zwischenstopp in Addis Abeba auf Mahe gelandet. Mahe ist die Hauptinsel der Seychellen. Bird Island war das 2. Ziel der Reise. Nun sind wir endlich am Ziel dieses Zwischenabschnitts unserer Reise. Nach den notwendigen Formalitäten bekommen wir unser Quartier zugeteilt, ein äußerlich schlichter mit Schilfmatten bedeckter Rundbau, der sich innen als veritabler Bungalow herausstellt. Er ist direkt an einigen alten Bäumen gelegen. Der Sandstrand ist keine 100 Meter entfernt.

Vor der Veranda unserer Hütte suchen gerade mehrere europäische Steinwälzer (Arenaria interpres) nach Nahrung. Auf Anhieb auffällig sind die kleinen Sperbertäubchen (Geopelia striata) im englischen zutreffend Zebra Dove genannt und die rotbrüstigen Männchen der Madagaskarweber (Foudia madagascariensis), die Madagascar Red Fody genannt werden. Eine Besonderheit auf Bird Island sind drei stattliche Seychellen-Riesenschildkröten (Testudo gigantea). Darunter ist auch „Esmeralda”, ein männliches Exemplar. Die Schildkröte bekam ihren Namen, bevor man merkte, daß „sie” ein Männchen war. Sie soll die älteste und größte Landschildkröte der Welt sein. Ihr Alter wird auf mindestens 150 Jahre geschätzt. Sie läßt sich gerne am Hals kraulen und gelegentlich mit Bananen und Brot füttern. Das Sperbertäubchen nimmt gerne die Vogeltränke von uns an, und der Madagaskarweber kommt auch so ungebeten in unseren Bungalow und lässt sich von seinem Abbild im Spiegel so in Rage bringen, dass er auf die Tastatur des Laptops kotet. Auf Fotodistanz braucht er da natürlich nicht gelockt werden. Was für ein Empfang!

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