Angolapitta in Mvuu Camp / Malawi

Angolapitta, Pitta angolensis, unter einem Dickicht
Angolapitta, Pitta angolensis, unter einem Dickicht

Die Angolapitta (Pitta angolensis), auch Afrikanische Pitta genannt, ist sicherlich eines der Top-Spezies für Vogelbeobachter in Afrika.

Vor einigen Jahren habe ich 3 Tage am Ende der so genannten Grünen (d.h. Regen-) Saison im Liwonde National Park verbracht. Ich beschloss, in der Mvuu Lodge zu übernachten. Eines der Highlights der näheren Umgebung der Lodge und des nahe gelegenen Mvuu Camp ist die Tatsache, daß unregelmäßige die sagenumwobene Angolapitta (Pitta angolensis) gesichtet wurde. Es war der 18. März und am Morgen, um 6:00 Uhr hatten alle (wenige) Gäste der Lodge eine Morgenexkursion zu Fuß gebucht. Der Führer war Richard. Wir klapperten die ganze Gegend mit seiner schönen (Feucht-)Savannenlandschaft ab. Dabei wurde besondere Aufmerksamkeit dem Vorhandensein der Pitta und eines  Broadbills, dem Kapbreitrachen (Smithornis capensis) gewidmet. Leider vergebens. Stattdessen beobachteten wir zum Beispiel Graukopfliest (Halcyon leucocephala), Meisenschnäpper (Myioparus plumbeus), Kardinalspecht (Dendropicos fuscescens), Breitschwanz-Paradieswitwe (Vidua stumpfen), Braundrossling (Turdoides jardineii), Langschnabelsylvietta (Sylvietta rufescens), Weißflankenschnäpper (Batis molitor), Cabanisweber (Ploceus intermedius) und konnten schöne Beobachtungen eines Baumhopfes (Phoeniculus purpureus) machen.

Später am Morgen buchte ich eine Bootstour. Die Seite des Flusses des Nationalparks hat einige schöne Altarme aufzuweisen, die in Bezug auf die Vogelbeobachtung sehr produktiv sein können. Ich kann einen wunderschönen Blauwangenspint (Merops persicus)auf seinem Ansitz fotografieren. Recht schnell wird es immer heißer und dann auch sehr feucht. Die Sonne brennt wie verrückt. Ich war froh – ehrlich gesagt – dass ich die Tour nicht zwei Stunden später gebucht hatte. Nach dieser Erfahrung wollte ich mich erst mal nur hinsetzen und ausruhen. Im Schatten der Veranda meines Chalets relaxen. Plötzlich war Richard wieder in der Tür. “Die Pitta ist da. Schnell, schnell! ” rief er. Ich zog noch meine Fotoweste an, nahm das 300 f 2,8 Objektiv, einen Blitz und das Stativ. Dann liefen wir zum Mvuu Camp. Das ist zum Glück nicht weit entfernt. In der Nähe der Mitarbeiterunterkunft gab es ein bis fast zum Boden reichendes Dickicht. Zuerst konnte ich rein gar nichts sehen. Dann spähte ich unter das Dickicht. Es war dunkel – und immer noch sehr heiß. Es dauerte bis sich meine Augen an die Dunkelheit des Schattens gewöhnt hatten. Dann sah ich etwas im Gegenlicht auf dem Boden des Dickichts. Es stand einfach auf einem der unteren Ästchen. Ok, das ist ja wirklich eine Angolapitta.  Diesen  Vogel zu sehen ist ja schon ein wahrer Hit. Immerhin war auch der Chef von Safari Wilderness Tours vor kurzem von Lilongwe herüber gekommen, um die kurz zuvor gesichtete Pitta zu sehen. Als er kam, war der Vogel aber nicht mehr auffindbar.

Ich möchte aber auch Bilder machen. Das Fotografieren der Angloapitta stellt sich noch als echte Herausforderung dar. Ich mußte hart arbeiten –  für eine Stunde und mehr. Immer wieder kroch ich unter den Busch. Dann hatte die Pitta den Bereich des dunkelsten Schattens verlassen. Jede Änderung ihrer Position wurde mir von meinem Guide, der an den Rändern der Buschs stand,  flüsternd mitgeteilt. Um in die richtige Fotoposition zu gelangen, mußte ich jeden Positionswechsel der Pitta mitmachen. Anfangs war die Angolapitta (Pitta angolensis) noch sehr zurückhaltend. Nicht wirklich schüchtern, aber doch vorsichtig. Ich versuche, immer weiter unter den Busch, der auf einem Termitenhügel stand, zu kriechen. Gar nicht so leicht bei den vielen Ästen und Zweigen. Nach einer Weile stillen Liegens in der Hitze, nahm sie mich offensichtlich nicht mehr als Gefahr war und kam langsam näher. Hey, nun konnte ich ihr wirklich fabelhafte Aussehen richtig würdigen. Jetzt waren auch Fotos möglich. Schließlich konnte ich sogar den Blitz benutzen. Schließlich kam die Pitta so nahe, dass auch das 300er Objektiv mit seiner Naheinstellgrenze zu groß war. Wirklich, ich war sehr beeindruckt.

Ich war dort in der sogenannten Grünen Saison von Dezember bis März in Malawi. Diese Zeit ist eine der besten Zeiten für die Vogelbeobachtung in Malawi. Der südliche Sommer ist die beste Jahreszeit, um die maximale Vogeldiversität zu erleben. Überwinterer, wie paläarktische Zugvögel sind dann noch da und manchmal ist sogar eine Angolapitta drin. Der beste Monat sei Dezember, wird gesagt. Die Pitta soll am besten zu beobachten sein wenn es reichlich Regen gegeben hatte. Ich hatte Glück, denn es gibt Jahre ohne dass die Angolapitta überhaupt in Malawi gesichtet wird.

Wer den Liwonde National Park in der oben genannten Zeit besucht, wird mit einer üppigen Regenwaldkulisse am malerisch gelegenen Shire River begrüßt. Große Elefantenherden und andere Wildarten sind hervorragend am Shire –River und in den umliegenden Auenwäldern zu beobachten. Die beiden Mvuu – Unterkünfte (Camp und Lodge) sind beide auf einer Höhe von etwa 400 Meter über dem Meeresspiegel (NN). Da Malawi mitten in der tropischen Zone liegt, ist es daher ziemlich warm in praktisch der ganzen Zeit des Jahres.

Die Unterkunft ist sowohl im Mvuu Camp sowie in der Mvuu Lodge möglich. Der Blick von beiden Unterkünften auf den Fluss Shire ermöglicht Beobachtungen von Flusspferde, Krokodile und die erstaunliche Vogelwelt.

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