Es ist einer dieser frischen Spätwintertage in Brandenburg, an denen die Landschaft noch ruhig wirkt, aber schon etwas in Bewegung ist. Am Vogelhäuschen sind die üblichen Verdächtigen zu finden. Ein Schwarm Bergfinken (Fringilla montifringilla) fällt plötzlich ein, dreht noch eine enge Runde und lässt sich dann im Gras unter dem Futterhaus nieder. Es sind mindestens 20, vielleicht über 30 Exemplare von Bergfinken, die dann scheinbar unermüdlich nach Nahrung suchen. Ihr Rufen mischt sich mit dem Rascheln der trockenen Pflanzenreste, während sie hastig Samen aufnehmen. Es wirkt geschäftig, fast dringlich.
Dieses Verhalten ist typisch für die Spätwintermonate. Bergfinken bildet in Mitteleuropa große Schwärme, um gezielt Energiereserven aufzubauen. Die Fettakkumulation ist entscheidend für den bevorstehenden Zug in die Brutgebiete. Bergfinken gehören zu den sogenannten Kurz- bis Mittelstreckenziehern, deren Brutareal sich über die borealen Wälder Skandinaviens und Russlands erstreckt. Dort bevorzugen sie lichte Birken- und Mischwälder, in denen sie ihre Nester anlegen und während der Brutzeit überwiegend Insekten zur Aufzucht der Jungen nutzen.
Das saisonale Auftreten in Deutschland folgt einem klaren Muster. Im Herbst treffen die ersten Individuen ein, oft abhängig vom Nahrungsangebot in den nördlichen Wäldern. Besonders Mastjahre von Rotbuche (Fagus sylvatica) beeinflussen die Verteilung stark. In Jahren mit geringer Samenproduktion im Norden kommt es zu sogenannten Invasionsereignissen, bei denen außergewöhnlich viele Bergfinken weiter nach Süden ziehen. Der Winter wird dann in Regionen wie Brandenburg verbracht, wo sie in offenen Landschaften, an Waldrändern oder in Buchenbeständen ausreichend Nahrung finden.
Im Spätwinter intensiviert sich die Nahrungsaufnahme. Die Vögel konzentrieren sich auf energiereiche Samen und können dabei beachtliche Fettreserven aufbauen, die als Treibstoff für den Rückzug dienen. Der Heimzug beginnt meist im März oder April, wenn die Tage länger werden und die Bedingungen in den Brutgebieten günstiger erscheinen.
Neben dem Bergfinken gibt es weitere Arten, die in Deutschland vor allem im Winterhalbjahr zu beobachten sind. Dazu zählt beispielsweise der Seidenschwanz (Bombycilla garrulus), ein irruptiver Gast aus den borealen Zonen, der in manchen Jahren in größeren Trupps erscheint. Auch der Raubwürger (Lanius excubitor) ist im Winter präsenter, da die vorhandene Population Verstärkung aus nördlicheren Regionen bekommt.
Diese saisonalen Bewegungen verdeutlichen die enge Kopplung zwischen Nahrungsverfügbarkeit, Klima und Zugverhalten. Der Bergfink steht dabei exemplarisch für eine Art, die flexibel auf Umweltbedingungen reagiert und ihre Winterquartiere entsprechend anpasst.
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