Kraniche & Seeadler auf Eis

Am frühen Morgen hängt leichter Dunst über der weiten Eisfläche. Schon etliche Wochen sind die Temperaturen nicht mehr über den Nullpunkt geklettert. Trotzdem hat sich auf dem See eine eisfreie Wasserfläche gehalten. Hier treiben sich viele Enten aus 5 verschiedenen Arten und Graugänse (Anser anser) herum. Etwas abseits steht ein Trupp von gut 150 Kranichen (Grus grus) mit Graugänsen (Anser anser). Die Kälte wird durch einen eisigen Ostwind verstärkt. Die allermeisten Kraniche stehen mit den Köpfen im Gefieder still auf dem Eis. Nur ab und zu hebt mal ein Kranich den Kopf.

Dann kommt Bewegung in die Ansammlung. Ein immaturer Seeadler (Haliaeetus albicilla) schwebt über den Waldrand herein. Zuerst dreht er eine Schleife über dem See. Dann nimmt er zielstrebig Kurs auf den Trupp Kraniche. Die sind sofort hellwach, recken die Köpfe, aber flüchten nicht. Die Aufregung ist trotzdem groß, Rufe werden ausgestoßen. Der junge Seeadler allerdings dreht eine Runde direkt über den Kranichen, nur um sich dann dahinter niederzulassen. Die Kraniche beruhigen sich.

Irgendwann kommt dann doch wieder Bewegung in die Kranich-Schar. Der Seeadler ist wieder in der Luft, dreht noch mal eine Runde über den vielen Vögeln und fliegt dann etwas weiter, um auf dem Eis Platz zu nehmen. Nun ist er auch gut zu sehen. Er hat Gefallen an einem Fischkopf gefunden, der auf dem Eis liegt. Ohne große Eile fängt er an, den Abfall zu zerlegen.

Die Nebelkrähen (Corvus cornix), die sich die ganze Zeit am Rand der offenen Wasserfläche herumgetrieben hatten, interessieren sich nun plötzlich auch für den Kadaver. Vielleicht wollen sie den Seeadler aber auch nur ein bißchen ärgern. Schließlich hat der junge Seeadler genug und fliegt davon.

Die Kraniche hatten sich derweil in Trupps von gut 25 Individuen, ein Trupp nach dem anderen, davon gemacht. Mit lauten Rufen waren sie gestartet und kreisten noch eine Weile über dem gefrorenen See.

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