Blauschwanzpitta in Thailand

BlauschwanzpittaNachmittags wartet Yotin mit seinem schweren 4X4-Truck von Ford schon auf mich und wir fahren wieder in den Park. Die Karte für 200 Baht ist noch gültig und ich kann sofort durchgehen. Sein Mitarbeiter, ein echter Minenhund, hat jetzt eine wirklich todsichere Stelle gefunden. So versichert mir zumindest Yotin. Sie sei noch näher am Weg und ich zweifele ob das stimmen kann. Als wir nach kurzer Fahrt ankommen, sieht das Gelände beiderseits der Piste jedenfalls sehr dicht aus. Die Dornen der Palmen lassen jedenfalls ansonsten wenig Eindringlinge rein. Wir zwängen uns durch ein Loch in der grünen Wand. Schnell sitzen ich und Yotin in dem neuen Hide und siehe da – die Pitta kommt. Es ist allerdings die Blauschwanzpitta (Pitta guajana). Ein wunderschönes Männchen macht sich vor uns am Laub zu schaffen. Yotin hatte mir noch eingeschärft, mich nur ja nicht zu bewegen und Geräusche zu machen. Die Pitta sei sehr aufmerksam und scheu. Davon ist nichts zu merken. Ich kann so fast ein 16 Gigabyte an Fotodateien durchjagen und ich belichte bis runter auf 1/8 Sec. Absolut super. Nach mindestens einer Stunde – genau habe ich nicht geguckt – verlasse ich das Versteck wieder. Yotin widmet sich schon wieder anderen Vögeln. Er hat den Strichelschneidervogel (Orthotomus atrogularis) kurz gesehen und den Dickschnabel-Mistelfresser (Dicaeum agile) gehört.

Der Grund in den Khao Pra Bang Khram-Park zu kommen, ist die Möglichkeit, die sehr seltene Goldkehlpitta (Pitta gurneyi), zu entdecken. Diese kommt sonst nur in wenigen Tieflandregenwäldern in Myanmar und Thailand vor. So war der frühen Morgen dieser seltenen Pitta-Art reserviert. Wie versprochen steht Yotin, mein Guide, um Punkt 6.30 direkt vor dem offenen Speisesaal einer kleinen Pension, dem Morakot Resort. Mit seinem Pick-up werden wir auch schwierige Wege meistern können. Kurz bevor Yotin kommt, fängt es stark an zu regnen. In der Ferne kündigt sich aber schon wieder ein Sonnenband an. So schlimm braucht es also nicht zu kommen. Trotzdem packe ich mal die Regensachen ein. Bald sind wir unterwegs. Es geht einen Feldweg mitten durch Gummibaum – und Palmöl-Plantagen hindurch zu einem noch kleineren Feldweg, wo schon ein Moped wartet. Das gehört seinem Kompagnon, der für ihn die Basisarbeit macht, also die Verstecke aufbaut, die „richtigen“ Vögel sucht und die Vögel (vor-)beobachtet, damit der Klient sich nun wirklich nicht mühen muß. Hut ab. Für die 150,- € bekomme ich hier wirklich das professionellste Guiding meines bisherigen Lebens. Yotin ist perfekt ausgestattet. Er hat ein Walky-Talky mit seinem Mitarbeiter. Alle Stimmen nimmt er professionell mit einem Sony-Recorder auf. Die spezifischen Rufe kann man anschließend wirklich super abspielen. Außerdem kennt er sich eben auch sehr gut mit den Stimmen und den teils verborgenen Vögeln aus. Wir laufen einen schmalen Pfad entlang und landen schließlich vor einem Zeltversteck. Ein paar Holzstangen sind zusammengesteckt und ein grauer Überzug hängt darüber. Drinnen dienen Plastiksäcke als Sitzkissen. Ein kleiner Bach fließt direkt unterhalb vom Hide durch. Eine Schneise im dichten Unterwuchs wurde ca. 3 Meter zu einer Kuppe geschlagen ohne das Kronendach aufzulichten. Dort sollen die richtig guten Vögel entlang kommen. So ist es dann auch. Als erstes sehe ich ein Paar Streifenbrusttimalie (Pellorneum ruficeps), das ich anfangs fehlbestimme. Yotin verläßt mich immer wieder, um die Vögel zu mir zu treiben. Aber außer den Rufen der immer wieder häufigen Schwarzkehl-Buschtimalie (Stachyris nigricollis) und einer wunderschönen Damadrossel (Zoothera citrina) ist leider nichts zu sehen. Von der Goldkehlpitta weit und breit keine Spur. Als wir das Waldstück betraten hatten wir immerhin noch die sehr lautstarken Weißkehl-Spinnenjäger (Arachnothera longirostra) gehört. Im Hide selber tut sich aber nicht – trotz des Geräuschpegels der Vogelstimmen. Der avifaunistischen Verkehr scheint sich aber weitgehend im Kronendach der Bäume abzuspielen scheint. Auch die Treiberversuche von Yotin und seinem Gehilfen können daran nichts ändern. So muß ich nach gut 2 Stunden das Weite suchen. Auf den Plastiksäcken hätte ich es sitzend auch nicht mehr ausgehalten.

Anschließend fahren wir in den eigentlichen Park, den Khao Pra Bang Khram-Park (auch KNC genannt) um uns dann – wie oben beschrieben – die andere Pittaart zu suchen. Für die meisten Menschen ist die Goldkehlpitta der Hauptgrund für einen Besuch bei KNC, und die meisten Menschen bekommen schließlich gute Sichtungen auf einem der Wanderwege, nachdem sie den Ruf der Pitta verinnerlicht haben. Die Blauschwanzpitta wird häufig von Vogelbeobachtern auf der Suche nach Goldkehlpitta gesehen.

Wenn sich der Bambus aussät, kann es eine gute Strategie sein, auf die Nahrungssuche von Papageienfinkentrupps zu warten. Fruchtende Bäume sind immer wieder gut für Kuckuck-Arten und Bülbüls. Zu den Arten, die ich während meines Aufenthalts ablichten konnte, gehören seltene Vögel wie der Wellenliest (Lacedo pulchella), der Hainparadiesschnäpper (Terpsiphone paradisi), der Strichelschneidervogel, der Dickschnabel-Mistelfresser, die Schlangenweihe (Spilornis cheela) und mit Hopfkuckuck (Cuculus saturatus), Diardkuckuck (Phaenicophaeus diardi), Bubukuckuck (Phaenicophaeus chlorophaeus), Kastanienbauchkuckuck (Phaenicophaeus javanicus) immerhin 4 verschiedene Kuckucksarten.

Der einfachste Weg, um nach KNC zu gelangen, ist ein Taxi von Krabi zu nehmen. Dies kann für 700 bis 1000 Baht in eine Richtung erfolgen. Wenn man, wie ich, im Morakot Resort übernachtet, arrangieren die Angestellten hier gerne auf Anfrage ein Taxi zurück in die Touristenmetropole.

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